44-Jähriger vor Gericht

Ohne Führerschein – mit Alkohol: Haft für Trunkenheitsfahrt und Fahrerflucht in Werl

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Werl - Ohne Führerschein, aber mit anderthalb Promille: Acht Monate Haft gab es für die Trunkenheitsfahrt und Fahrerflucht.

Immerhin, er lief nicht Gefahr, sich auf dem Weg zum Amtsgericht abermals des gleichen Delikts, des Fahrens ohne Führerschein, schuldig zu machen, denn er wurde gefahren - von Justizvollzugsbeamten der JVA Bochum.

Immer wieder hatte der Angeklagte Haftstrafen verbüßt: weil er sich seit Mitte der 90er Jahre immer wieder aufs Neue hinters Lenkrad setzte, ohne je eine Fahrerlaubnis besessen zu haben, zudem wegen etlicher Betrugsdelikte, Urkundenfälschung und Unterschlagung.

Emotionale Ausnahmesituation

Ende Mai habe sich der 44-Jährige aufgrund diverser persönlicher Umstände in einer emotionalen Ausnahmesituation befunden, so sein Verteidiger. Daher hatte er sich, bevor er sich ans Steuer setzte, obendrein auch noch ordentlich volllaufen lassen.

Damit nicht genug, er war nicht im Kleinwagen unterwegs, sondern im Lkw. Damit baute er dann gegen 22 Uhr in der Marienburger Straße prompt einen Unfall und machte sich anschließend vom Acker. Noch am selben Abend wurde er von der Polizei einkassiert, die Blutprobe ergab einen Promillewert von 1,47.

Verurteilter verpasst Geburt des Kindes

Der Fremdschaden beträgt 2.100 Euro. Den will er gerne begleichen, was sich von der JVA aus natürlich entsprechend schwierig gestaltet. Die Geburt seines erstes Kindes wird er ohnehin nicht miterleben können. Nun wird er es erst von dem Moment an aufwachsen sehen, wenn es schon fast ein Jahr alt ist.

Von seiner neuen Rolle als Vater, mit dem sein Verteidiger versuchte, ein milderes Strafmaß als die von der Staatsanwältin beantragten acht Monate zu erwirken, zeigte sich die Richterin unbeeindruckt: „Dass Sie deswegen Ihr Leben ändern wollen und auch jetzt schon Vorkehrungen für die Zeit nach der JVA unternehmen, reicht im Moment nicht aus.“

Keine positive Sozialprognose

Eine positive Sozialprognose sei dem Wiederholungstäter einfach nicht auszustellen. Aber wenn er in Berufung gehe, habe er genug Zeit, dafür entsprechende Beweise zu sammeln, damit es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibe. Sonst bleibt es eben bei den acht Monaten Haft ohne Bewährung.

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