A.T.U-Stammsitz Weiden dankt Werl für „Rettung“

150 Beschäftigte hat das A.T.U-Logistikzentrum Werl. Nicht nur hier freute man sich über den Werler Steuererlass – auch am Stammsitz in Weiden war die Erleichterung groß.

WERL/WEIDEN ▪ „Große, große Erleichterung“ habe es in Weiden gegeben, schildert Kurt Seggewiß, Oberbürgermeister der Stadt in der Oberpfalz. Die Entscheidung der Werler Politik, auf einen Gewerbesteueranteil von elf Millionen Euro aus Sanierungsgewinnen zu verzichten sorgt für Aufatmen am Stammsitz von Autoteile Unger (A.T.U).

Kein Leiden in Weiden: Die Anspannung wich der Freude. Sowohl bei den 800 Beschäftigten (mit Tochterunternehmen 1 200), als auch bei den Menschen im Ort sei das spürbar, sagt der SPD-Oberbürgermeister auf Anfrage. Hier ging die große Sorge vor der Insolvenz um, der Jahreswechsel war voller Unsicherheit. Er wolle sich bei der Politik in Werl „bedanken, dass sie dem Rat von Weiden gefolgt sind mit ebenso klarem Votum“.

Die Stadt Weiden hatte zur Jahreswende in einer Sondersitzung des Rates ebenfalls auf den ihr zustehenden Anteil an Gewerbesteuern verzichtet. Eine Summe von bis zu 80 Millionen Euro stand im Raum.

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In seiner Stadt seien die Diskussionen ähnlich verlaufen wie in Werl, sagt Kurt Seggewiß, der in den Wochen der Entscheidung Verbindung mit Werls Bürgermeister Michael Grossmann (CDU) gehalten hat. Auch über die Kämmerei habe es einen Austausch gegeben. Natürlich habe es am Tag der Werler Entscheidung vor einer Woche ein „gewisses Unsicherheitsgefühl“ gegeben, das in Weiden spürbar war. „Aber ich war zuversichtlich, dass auch Werl zu der Entscheidung kommt wie wir“, sagt der Oberbürgermeister. Kam sie: Die verpflichtende Erklärung wurde gegeben.

Aus der „Gesamtgemengelage“ habe Weiden keine andere Möglichkeit der Entscheidung gesehen, als dem Erlass zuzustimmen. Aber auch die Stadt am Stammsitz habe sich wie Werl schwer getan mit dem Votum. Ein entscheidendes Kriterium sei in Weiden die Weisung des Finanzministeriums an das Finanzamt gewesen, dem Steuererlass zuzustimmen. Vier Gegenstimmen hatte es in Weiden in der nicht öffentlichen Sondersitzung gegeben; in Werl war es eine.

Dass „nun der Weg frei gemacht wird für eine Sanierung von A.T.U“, lässt Weidens Bürgermeister auf eine bessere Zukunft des vor Ort so wichtigen Unternehmens hoffen. Natürlich wisse man nicht, was in zwei oder drei Jahren ist.

„Aber hoffentlich geht das so in Erfüllung, wie die Konzernleistung sich das vorstellt.“ Auch die habe schließlich hart am Sanierungskonzept gearbeitet. ▪ bus

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