Verständigung mit Hand und Fuß

JVA Werl hat weniger Probleme mit nordafrikanischen Häftlingen

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Werl - Renitente, schwierige und uneinsichtige Gefangene aus Nordafrika sorgen hin und wieder auch in der Werler JVA für Schwierigkeiten. Massive Probleme aber, wie sie aus anderen Strafanstalten des Landes bekannt wurden, gibt es in dieser Häufung in Werl nicht.

Das hat der stellvertretende Anstaltschef Andreas Jellentrup im Anzeiger-Gespräch gesagt. Das Thema hatte in dieser Woche für Schlagzeilen gesorgt. Die Frage, wie man mit solchen Gefangenen umgehen soll, beschäftigt Justizbedienstete in ganz Deutschland. 

Andreas Jellentrup relativiert. Richtig schwierig ist der Umgang mit nordafrikanischen Insassen in Untersuchungs-Gefängnissen. Dort müssen die Männer sich zunächst mal an die neue Umgebung gewöhnen – das sorgt ganz oft für Konflikte. 

Werden sie in Werl eingeliefert, haben sie normalerweise schon einen Weg durch juristische Instanzen hinter sich, werden ruhiger. „Langstrafige Gefangene sind in den Gefängnissen angekommen“, weiß Jellentrup. 

Probleme in Werl nicht so geballt wie in anderen Gefängnissen

Daher stellt sich die Problematik des Umgangs in Werl nicht so geballt wie in vielen anderen Gefängnissen dar. Was nicht heißt, dass die Justizvollzugsanstalt im Norden der Stadt eine problemfreie Zone ist. „Natürlich gibt es die geschilderten Schwierigkeiten auch bei uns“, sagt der Vizechef. 

Die gänzlich andere Mentalität, gepaart ganz oft mit Sprachproblemen: Das bietet schon Zündstoff. „Manchmal muss man sich mit Hand und Fuß verständigen“, schildert Jellentrup. Wo die Schwierigkeiten zu groß sind, können Dolmetscher hinzugerufen werden.

„Von dieser Möglichkeit machen wir Gebrauch“, sagt der stellvertretende Anstaltschef. In nordrhein-westfälischen Gefängnissen hat sich die Zahl Gefangener aus Nordafrika von 2014 bis 2016 verdoppelt; aktuell sind es 812 Insassen, die meisten kommen aus Algerien, Marokko und Tunesien.

Instrumente gegen die Konflikte 

Das nordrhein-westfälische Justizministerium versucht, die Schwierigkeiten hinter den Anstaltsmauern mit Integrationsbeauftragten und Sprachkursen in den Griff zu bekommen. Beide Instrumente, bestätigt Andreas Jellentrup, werden auch in der JVA Werl genutzt, es gibt einen Integrations-Bediensteten, der aus dem sozialen Dienst kommt.

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