CDU will "Betreungshaus"

Noch viele offene Fragen zu Zukunft der Paul-Gerhardt-Schule

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Die Fassade der alten, denkmalgeschützten Paul-Gerhardt-Schule soll möglichst unberührt bleiben, wenn die Schule zum „Betreuungshaus“ werden würde. Aber: Für jeden Kita-Raum müsste ein zweiter Rettungsweg angebaut werden, damit Kinder im Brandfall das Haus verlassen können. Das gilt bei Fachleuten als umständlich und teuer.

Werl - Es geht – aber nicht gut: Am Ende des Ortstermins blieben viele Fragen zur Zukunft der Paul-Gerhardt-Schule. Ist sie geeignet als „Betreuungshaus“, das die CDU will? Dem grundsätzlichen „Ja“ stehen viele „aber“ entgegen. Ein Umbau würde teuer, die nötigen Rettungswege umständlich. Und ohne Kellernutzung gehe es nicht.

Daher gingen die Beteiligten ohne Ergebnis auseinander, nachdem sie sich in der Vorwoche intern getroffen hatten. Vor Ort war neben dem Kreis Soest und der Stadt Werl der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in doppelter Funktion: als Vertreter für Denkmalfragen und als Wächter über die Betriebserlaubnis von Kitas über das Landesjugendamt.

Die Vertreter hätten festgestellt, dass die Unterbringung einer Kita in der alten, bald denkmalgeschützten Schule „grundsätzlich möglich ist“, sagt LWL-Sprecher Markus Fischer auf Anfrage. Aber dazu bedürfe es einer deutlich konkreteren Planung und nicht nur vager Absichtserklärungen.

Und so forderte der LWL die Stadt auf, genauer vorzulegen, „was und wie die Stadt das will“, sagte Fischer. „Da müssten wir über Details reden.“ Noch stehe man aber ganz am Anfang. Klar sei: Für eine Kita muss ein 2. Rettungsweg zu den jeweiligen Gruppenräumen gebaut werden. Und das geht nur nach hinten raus. Denn die Denkmalschützer hätten beim Treffen darauf hingewiesen, dass die Fassade der evangelischen Grundschule zu schützen ist. Sie sei „vorsichtig zu behandeln“.

„Hineingepresst“

Der Bau von vorgelagerten Laubengängen, wie beim Ortstermin angeregt, kommt wohl nicht in Frage. Das würde zu stark in die Fassadengestaltung eingreifen. Kritisch angemerkt wurde auch das Verkehrsproblem: Eine Querung der Paul-Gerhardt-Straße sei nicht durch Zebrastreifen oder Ampel verantwortbar. Ebenso deutlich wurde, dass die Unterbringung mehrerer Betreuungseinrichtungen viel Platz braucht.

Neben der neuen Kita soll nach Vorstellung der CDU auch der Ganztag, das Schulkinderhaus und der Dino-Club der Walburgisschule in der Paul-Gerhardt-Schule untergebracht werden. Teilnehmer sprachen beim Ortstermin davon, dass alle Angebote in das Schulhaus „hineingepresst“ werden müssten, zumal die Kita neben Gruppen- und Nebenräumen auch Ruheräume benötige.

Brandschutzfragen

Auch der Schulkeller müsse mitgenutzt werden. Dessen Zustand gilt aber als grenzwertig, für mehr Licht müsste ringsum Boden ausgehoben werden. Noch ein Problem: die nötigen getrennten Eingänge zu den Einrichtungen und die Brandschutzfragen samt hoher Folgekosten.

Die CDU hatte eine genauere Prüfung der Betreuungshaus-Frage gefordert. Sie geht davon aus, einen Millionenbetrag sparen zu können, da durch diesen Weg der Anbau an der Walburgisschule kleiner ausfallen könnte. Fachleute vermuten, dass die genauere Prüfung einen langen Zeitverzug bedeutet, sodass der für dieses Jahr versprochene Beginn des Um- und Ausbaus der Walburgischule erneut verschoben werden müsste. Und sie fürchten hohe Kosten beim Umbau der Paul-Gerhardt-Schule.

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