Noch keine Entscheidung zum Windpark in Westhilbeck

NRW-Bauminister Michael Groschek. - Foto: Archiv

HILBECK/WERL -  Zwischen einem überzeugten „keine Chance“ und einem gelassenen „kommt sicher“ schwankten die Einschätzungen zum Stand der Planung des Windparks Westhilbeck bei der Infoveranstaltung am Montagabend. Der Anzeiger fragte jetzt nach.

Fazit des Nachfragens: Die Wahrheit liegt dazwischen. Die Kernaussage der Behörden: alles offen. Fest steht noch gar nichts.

Man befinde sich im Prüfverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz, sagt der Kreis. Um überhaupt eine Genehmigung erteilen zu können, seien noch wesentliche Voraussetzungen zu erfüllen wie die Änderung des Bebauungsplanes und die des Flächennutzungsplans, die dann auch noch von der Bezirksregierung genehmigt werden müsse.

Auch Schallschutz- und Schattenwurfprüfungen, Statik und Artenschutz gehören zum Prüfpaket. Und auch eine Frage, auf die die Windkraft-Gegner ihre Hoffnungen stützen. Es gebe einen „Hinweis auf Verletzung des Abstandsflächenrechts“, so der Kreis.

Dieser Hinweis komme von der Interessengemeinschaft gegen weitere Windenergieanlagen in Westhilbeck. „Das prüfen wir noch“, sagt eine Sprecherin. Es gebe kein ruhendes Verfahren und keine Vorentscheidung. Die BI geht davon aus, dass das Verfahren stoppt. Landes-Bauminister Michael Groschek soll mit der Frage beschäftigt werden (wie im Anzeiger berichtet).

Rein baurechtlich stimme es, dass Abstandflächen die Mitte öffentlicher Verkehrsflächen und Nachbargrundstücke überschreiten und die Gondeln von zwei der geplanten drei Räder über öffentlicher Verkehrsfläche schweben, sagt hingegen Stadtplaner Ludger Pöpsel. Die Stadt habe dennoch keine Bedenken gegen die Planung, weil sie überzeugt ist, dass die Hürden über Baulast-Eintragungen sowie Gestattungsverträge zu überwinden sind. Eine Abweichung der Abstandsflächenregelung hält Pöpsel für zulässig, weil es keine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung gebe. Dazu befinde man sich in Abstimmung mit dem Kreis.

Zum Stand des Genehmigungsverfahrens sagte Thomas Eckey, Geschäftsführer der HeideWind GmbH, in der Versammlung nicht viel. Die dritte Offenlegung der Pläne sei abgeschlossen, Mitte Februar solle es zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Planreife kommen. Im Frühjahr habe man dann Baureife. Das lange Verfahren wertet Eckey als „Zeichen, dass auf die Sorgen und Nöte der Bürger eingegangen wird“. Neue Erkentnissse seien ihm nicht bekannt. Theoretisch sei möglich, noch 2014 ans Netz zu gehen. Wie sicher es sei, dass die Genehmigung für die Räder erteilt wird, wollte ein Bürger wissen. Das, so Moderator Karl-Heinz Beine, sei „noch nicht zu beantworten. Wir müssen uns auf ein einwandfreies Verfahren verlassen“. - bus

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Werler Anzeigers.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare