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„Nicht mehr wirtschaftlich“: Lampenfirma Dutschke stellt den Betrieb ein

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Von: Thomas Nitsche

Aus wirtschaftlichen Gründen musste die Dutschke & Sohn GmbH Lampenschirmfabrik schließen.
Aus wirtschaftlichen Gründen musste die Dutschke & Sohn GmbH Lampenschirmfabrik schließen. © Thomas Nitsche

Geschäftsführerin Simone Dutschke von der Lampenschirmfabrik Dutschke & Sohn in Werl musste jetzt schweren Herzens den Betrieb einstellen.

Werl - Lange hatte die Familie mit der Schließung des Familienunternehmens gerungen. Aber am Ende blieb den Dutschkes keine andere Wahl.

Als Simone Dutschke im Jahr 2004 den Betrieb als Geschäftsführerin übernahm, waren bei dem Unternehmen noch rund 20 Mitarbeiter angestellt. Im Laufe der Jahre musste der Mitarbeiterstamm reduziert werden. Der Betrieb der Familie stellte exklusive Lampenschirme für den Fachhandel her. Inhabergeführte Leuchtenfachgeschäfte bestellten für ihre Kunden handgefertigte Unikate für die Lampenfüße. Diese wurden in Werl bei den Dutschkes in Handarbeit und in Einzelanfertigung hergestellt.

Aus von Lampen Dutschke: Keine Nachfolger

Im Laufe der Jahre schlossen immer mehr dieser familiengeführten Geschäfte. Oft lag es daran, dass die Familienbetriebe keine Nachfolger finden konnten. Die Dutschkes hatten in der Region mit der Einzelanfertigung der Lampenschirme ein Alleinstellungsmerkmal; der Kundenstamm kam aus dem gesamten Bundesgebiet. Das Sterben des Fachhandels spürte das Unternehmen zunehmend.

Mit den Schließungen der Geschäfte brachen in den vergangenen Jahren immer mehr Kunden weg; die Aufträge gingen immer weiter zurück. Die Zwangsschließung der Fachgeschäfte während der Corona-Pandemie brachte die Aufträge komplett zum Erliegen. Wie die Familie Dutschke mitteilt, sei das Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich zu führen gewesen.

Aus von Lampen Dutschke: 1953 gegründet

Alfred Dutschke hatte das Unternehmen 1953 in Wickede gegründet. Mitte der 1970er-Jahre wollte er nicht mehr alleine weitermachen und holte seinen Sohn Jürgen mit ins Geschäft, der das Unternehmen 2004 an seine Tochter Simone weitergab. Wie die Familie Dutschke mitteilt, seien die Kunden sehr traurig über die Nachricht der Schließung des Werler Traditionsunternehmens.

Zu dem Großteil der Kunden pflegten die Dutschkes ein freundschaftliches Verhältnis. Jürgen Dutschke, der Ende des vergangenen Jahres verstarb, war schon viele Jahre Rentner. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, fast täglich im Unternehmen vorbeizuschauen. Auch er hatte immer ein besonderes Verhältnis zu seinen Kunden und Mitarbeitern.

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