"Noch keinen Tag bereut"

Neheimerin wagt in Werl Neustart mit einem Kaffeehaus

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Ute Eickelmann aus Neheim hat sich ihren Traum von einem eigenen Café erfüllt.

Werl – Viele Werler schauen neidvoll nach Neheim, wenn es um die Entwicklung der Innenstadt geht. Und als die Neheimerin Ute Eickelmann ihren Bekannten davon erzählte, dass sie in Werl ein Café eröffnen will, hätten einige durchaus die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, sagt die 58-Jährige.

Doch sie ließ sich auf die für sie völlig unbekannte Stadt ein, und „habe es noch keinen Tag bereut“.

Das neue Café heißt schlicht „Kaffeehaus Werl“ und befindet sich im Untergeschoss des Anbaus am Haus von Papen. Dass es Eickelmann nach Werl verschlagen hat, ist dem Zufall geschuldet.

Ein Freund kannte den Hausbesitzer und wusste, dass dieser einen Pächter für das Café unter dem Yoga-Studio suchte. Und die gelernte Bürokauffrau wollte nach vielen Jahren im Familienunternehmen für Holztransporte einen Neuanfang wagen. „Ich wollte noch einmal etwas tun, das mir Spaß macht.“

Das „Kaffeehaus Werl“ befindet sich unten im Anbau am Haus von Papen.

Sie habe zuhause schon immer gerne Gäste bewirtet und von einem eigenen Lokal geträumt. Doch realistisch betrachtet, sei ihr ein Restaurant eine Nummer zu groß. „Ein Café ist da einfacher zu händeln.“ Wobei einfach relativ ist: „Es ist schon sehr viel Arbeit, zum Teil 16 Stunden am Tag. Aber wenn ich hier stehe, macht es Spaß.“

Trotz der spärlichen Einrichtung mit Schulmöbeln habe ihr die Atmosphäre des Ladenlokals bei der Besichtigung sofort zugesagt, erinnert sich Eickelmann. Und vor allem die Lage am Kälbermarkt gefällt ihr. „Hier ist immer etwas los, und es kommen viele Leute vorbei.“ 

Modern und gemütlich

Das Kaffeehaus ist von außen recht unscheinbar, innen ist es modern, aber gemütlich eingerichtet. Die beliebteste Ecke sei die mit Teppich, Ledersofa und den grünen Sesseln, sagt Eickelmann.

Wie bestellt betreten zwei Herren das Café, steuern zielsicher das Sofa an und bestellen zwei Cappuccino. Einer der beiden sagt, er sei schon öfter da gewesen. Und er fühle sich einfach wohl. Ein Kompliment, das man von vielen Gästen des Kaffeehauses hört. Kurz darauf setzt sich eine Schülerin an einen Tisch.

Produkte aus eigener Herstellung

Eickelmann freut sich über das bunt gemischte Publikum. Und darüber, dass viele, die da waren, wieder kommen. Die Werler haben bislang einen guten Eindruck bei ihr hinterlassen: „Alle, die hier waren, waren extrem nett.“ Fast alles, was Eickelmann im Kaffeehaus anbietet, stammt aus eigener Herstellung: egal ob Kuchen, Nussecken oder Mandelhörnchen. Unterstützt wird sie von einer Mitarbeiterin, ihrer Tochter und ihrer Mutter.

Mittags bietet Eickelmann selbst gemachte Suppe und selbst belegte Panini an. Die Brote kauft sie bei der Bäckerei Wolf, Obst und Gemüse bei Berendes. „Mir ist es wichtig, dass meine Produkte aus der Region stammen“, sagt Eickelmann.

Im Sommer möchte sie gern länger öffnen

Im Sommer möchte sie ihre Öffnungszeiten gerne in den Abend ausdehnen und warme Gerichte wie Pasta anbieten. Außerdem sollen an der Hauswand Bänke aufgestellt werden, auf denen die Gäste ihren Kaffee auch im Freien trinken können.

Lesestoff gibt es im Kaffeehaus auch. Neben einer Tageszeitung findet sich auf einem Tisch auch das Buch „Das Café am Rande der Welt“. Das habe sie sehr inspiriert, sagt Eickelmann. Doch Werl und der Kälbermarkt ist für die 58-Jährige alles andere als der Rand der Welt. Im Gegenteil: Die Altstadt habe sie positiv überrascht und – Werler aufgepasst – sie biete mehr schöne Ecken als Neheim.

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