Gotteshaus in Ostuffeln

Neue Zukunft für alte Steine: Außensanierung der St.-Josef-Kapelle abgeschlossen

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Auch die Wasserspeiher an den Außenecken des Turmdaches wurden ersetzt; von den ursprünglichen drachenähnlichen Abläufen war nur noch einer vorhanden. Vier wurden aus Kupfer nun nachgebaut.

Ostuffeln - Die Kapelle St. Josef kann sich im wahrsten Wortsinn wieder sehen lassen. „Sie ist schöner geworden, als ich es mir vorgestellt habe.“ Der Wohnstättenleiter ist mehr als zufrieden. Die Außensanierung des Gotteshauses in Ostuffeln ist so gut wie abgeschlossen.

Nicht nur Wolfgang Karnath ist voll des Lobes. Auch Florens von Bockum-Dolffs, kaufmännischer Leiter der von Mellin’schen Stiftung, spricht voll Anerkennung über die in den vergangenen Monaten geleistete Arbeit: „Das war ganz im Sinne des Stifters.“ 

Die Gerüste sind fast verschwunden. Seitdem die St.-Josef-Kapelle die Steine locker hatte und 2014 wegen Steinschlag-Gefahren ganz gesperrt werden musste, hat sich viel getan. Seit August 2018 wurde befestigt oder ausgetauscht – Sandstein für Sandstein und Säule für Säule. 

Die Werler Steinwerkstatt Bernhard Sobbe hat sich der Außenhülle angenommen und „viel Liebe zum Detail bewiesen“. Da hat nicht nur der Turm durch neue Säulen im Rundbogenfenster wieder seine Stabilität zurückbekommen. Neo-romantische Zylinder aus Ruhrsandstein mit den Originalen nachempfundenen neuen Würfelkapitellen – sie zeigen Handwerkskunst sogar im allerletzten Detail, nämlich die mit Hammer und Meißel. 

Renovierung Kapelle Ostuffeln

Die Kapellen-Fassade aus Werler Sandstein strahlt wieder in frischem Grün. Er musste wegen seines höheren Kalkgehaltes anders behandelt werden als der gelblichere Stein, der bis vor kurzem kaum noch sichtbar die Akzente am Gotteshaus setzte. Die Schollen, also flächigen Abplatzungen des grünen Hellwegsteins sind längst beseitigt. Der Ruhrsandstein aus dem Raum Dortmund gibt heute im warmen Beige bis Gelb der Kapelle einen deutlichen optischen Rahmen – und Stabilität am Turm beziehungsweise in dem großen Portalfenster. 

Auch das Kirchendach ist wieder dicht. Mit spanischem Schiefer wurde neu eingedeckt – ein haltbareres Material weil weniger kalkhaltig und deutlich günstiger als heimische Ware. 

Neues Turmkreuz

Auch das Turmkreuz ist neu. Aber nicht, dass das alte jetzt ausgedient hätte. Hausmeister Christian Pieper hat sich der alten gusseisernen Spitze angenommen und sie aufgearbeitet. Sie ist jetzt ein ganz imposantes Deko-Stück im Altarraum der Kapelle. 

Die Sanierungskosten der Außenhaut belaufen sich auf insgesamt rund 400 000 Euro. „Gut investiertes Geld“, ist man sich in der Stiftung und wohl auch unter den beteiligten Denkmalhütern einig. Die eine Hälfte waren Bundeszuschüsse aus einem Sonderprogramm, die andere Hälfte hat die Stiftung gegeben. 

13000 Euro für Illumination

Es kam darüber hinaus noch eine ganz beachtliche Spendensumme zusammen, die beim Sonntagscafé in Ostuffeln freundliche Geber in die Kapellen-Spardose steckten: Rund 13 000 Euro sind es inzwischen, die eine Außen-Illumination des Gotteshauses möglich machen und eventuell auch noch in die defekte Turmuhr gesteckt werden können, damit eine jetzt wieder fast zukunftsfähige Kapelle auch wieder richtig tickt.

Was wird noch gemacht?

Die Außensanierung ist beendet und die Kapelle St. Josef durch das neue Dach auch wieder dicht. Im Innern des Gotteshauses zeugen Putzabplatzungen, Feuchtigkeitsflecken und Risse aber davon: Auch hier muss was getan werden. So soll es bald sein. „Das ist das nächste Projekt für die kommenden Jahre“, so Wolfgang Karnath. Durch den Einbau einer Heizung wurde ein Fortschreiten der diversen Schäden aber gebremst. Früher sei noch das Kondenswasser die Wände herabgelaufen, erinnert sich der Wohnstättenleiter. Das geschehe bei rund 12 Grad Raumtemperatur nun nicht mehr.

Was wurde gemacht?

Die Natursteinarbeiten, so wie es der Fachmann formuliert: 

  • Herausarbeiten der unsachgemäßen Zementverfugung
  • Mechanische Abnahme der losen Steinschollen 
  • Behutsame Reinigung der Natursteinflächen im Heißwasser-Reinigungsverfahren und Schlämmstrahlverfahren. 
  • Neuanfertigung und Austausch von defekten Natursteinen und architektonischen Bauelementen, wie beispielsweise die Säulen im Turm oder über dem Portal Sandsteinergänzungen mit Restauriermörtel
  • Neuverfugung mit einem auf das Mauerwerk abgestimmtem hydraulischen Trasskalk- Fugenmörtel 
  • Farbretuschen / Lasur

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