Nach 19 Monaten Bauzeit

Modernes Wohnen an historischer Stätte

Der Neubau im historischen Stadtkern zwischen dem historischen Gebäudebestand an der Steinerstraße und der modernen Wohnbebauung am Rykenberg.
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Der Neubau im historischen Stadtkern ist optimal eingepasst zwischen dem historischen Gebäudebestand an der Steinerstraße und der modernen Wohnbebauung am Rykenberg.

„Gut Ding will Weile haben“, heißt es. Für das Neubauprojekt mitten in der Werler Altstadt gilt diese Redensart allemal. Es ist bis auf ein paar Feinheiten im Außenbereich nun fertiggestellt – nach 19 Monaten Bauzeit.

Werl - An anderer Stelle und ohne Corona? „Das hätte eine Menge Zeit gespart“, blickt Bauingenieur Reinhold Brüggemann zurück. In zwölf Monaten wäre ein solches Projekt normalerweise zu realisieren gewesen.

Der Werler Architekt hat die Planungen und deren Umsetzung für das „anspruchsvolle Grundstück über Eck“ im Herzen der Altstadt für die Bauherren-Gemeinschaft begleitet. Bereits Anfang 2017 reiften die Neugestaltungs-Ideen und besiegelten das Ende eines zweckmäßigen Geschäfts-Anbaus und eines Garagenhofes. Bevor das Mehrfamilienhaus mit zunächst acht geplanten Wohneinheiten an der Glockengasse hinter dem Ladenlokal „Kinderburg“ realisiert werden konnte, gab es zunächst ein paar städtebauliche Hürden zu überwinden, schließlich wollte man neue Pläne auf historischem Areal umsetzen.

Die archäologischen Arbeiten waren die eine Seite des verlängerten Bauprozesses. „Damit war zu rechnen“, sagt Brüggemann. Nicht aber, dass es dann doch so viel Werler Geschichte war, die da zutage kommen sollte.  Ende Juni 2019 hatten die Archäologen nach mehreren Wochen so manche Spuren entdeckt, die bis in das Mittelalter zurückreichten. In Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) machten die Mitarbeiter an der Stelle schließlich über hundert Funde. Dabei gelang auch indirekt der Nachweis eines großen Stadtbrands.

Der Winter sorgte für weitere Verzögerungen. Und dann kam auch noch Corona. Ausführende Firmen blieben von Quarantäne-Maßnahmen nicht verschont, konnten in einigen Fällen nur weniger Personal stellen, als vorgesehen. Allein das habe die Bauzeit etwa um ein Vierteljahr verlängert.

Umso schneller waren nach Fertigstellung des Gebäudes und dessen Gebrauchabnahme die neun Wohnungen vermietet. Seit dem 1. Februar herrscht neues Leben an der Glockengasse in Wohnungsgrößen zwischen 52 und 96 Quadratmetern. „Wir hätten das Dreifache vermieten können“, sagt Brüggemann zur großen Nachfrage innerstädtischen Wohnens. Das sei eben auch eine Altersfrage. Brüggemann nennt einen Eigenheimbesitzer als ein Beispiel, der sein Haus heute vermietet hat und nun auf historischem Grund unter modernsten Gesichtspunkten sein Zuhause hat: barrierefrei, mit Tiefgarage (elf Stellplätze) und mit energetisch anspruchsvollen Standards wie Wärmepumpen-System und Lüftungsanlage.

Die neue Grünsandstein-Mauer, ein klassischer Werler Baustoff, rundet nun das moderne Wohnen an alter Stätte ab.

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