70 bis 80 Shops in Werl geplant

Keine Konkurrenz der Outlet Center

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70 bis 80 Shops sollen in Werl entstehen.

Werl - Das von der in Frankfurt ansässigen Neinver-Unternehmensgruppe in Duisburg geplante Outlet Center gefährdet die Werler Pläne für ein ebenfalls großes Factory Outlet Center definitiv nicht. Das haben Sprecher der Gruppe gegenüber der Werler Stadtverwaltung versichert.

„Wir sind“, bestätigt der heimische Wirtschaftsförderer Ulrich Canisius, „von Neinver sehr früh über deren Duisburger Absichten informiert worden.“ Zu keinem Zeitpunkt sei in diesen Gesprächen das Werler Vorhaben auch nur ansatzweise in Zweifel gezogen worden. „Der Radius des in Duisburg geplanten Objekts tut uns auch nicht weh, da gibt es keine Konkurrenz“, lacht Canisius. „Neinver steht zu Werl und will das FOC unweit der Autobahn A 445 unbedingt bauen“, sagt der Leitende Verwaltungsdirektor. 

In Duisburg – auf dem Gelände, auf dem sich im Sommer 2010 die Loveparade-Katastrophe ereignet hatte – soll der dortige Stadtrat am morgigen Mittwoch seine Zustimmung zum Designer Outlet Center mit 140 bis 175 Läden und einer Verkaufsfläche von rund 30.000 Quadratmetern geben (wie in der Vorwoche in unserem Wirtschaftsteil berichtet). Zum Vergleich: In der Hellwegstadt konzipiert Neinver ein FOC mit 70 bis 80 Shops und rund 18.000 Quadratmetern. 

Neinver meint es ernst

Dass es Neinver ernst meint, belegt die Tatsache, dass die Unternehmensgruppe die nötigen, zurzeit allesamt landwirtschaftlich genutzten Grundstücke unterhalb der Autobahn und der ehemaligen Bundesstraße 1 bereits erworben hat. Bei Neinver ist man absolut sicher, dass die Ablehnung des Vorhabens durch die Arnsberger Bezirksregierung vor dem dortigen Verwaltungsgericht keinen Bestand haben wird. 

Bestärkt wird der Investor durch jenes bekannte Anwaltsbüro, das der Landesregierung schon einmal bei einer FOC-Planung eine empfindliche Niederlage zugefügt hatte. Das sieht man beim RP und bei der Düsseldorfer Landesregierung naturgemäß anders. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft selbst hatte sich zum Thema geäußert und klargestellt, dass die Werler Pläne nicht mit den landesplanerischen Zielvorgaben übereinstimmen. 

Stadt Werl treibt Pläne voran

Wie auch immer: Die Stadt Werl treibt die Pläne voran und klagt vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg gegen deren Ablehnung durch die Bezirksregierung. Die umfassende Begründung liegt dort seit Monaten vor. Der RP tut sich deutlich schwerer und hatte eine Fristverlängerung für das eigene Papier erbeten, die heute ausläuft. 

Danach erhält die Stadt Gelegenheit, die Begründung des RP zu prüfen und gegebenenfalls Ergänzungen zu formulieren. „Wir hoffen, dass es einen mündlichen Gerichtstermin im ersten Halbjahr 2017 geben wird“, sagt Ulrich Canisius. Diesem Rechtsstreit fiebern auch viele Kommunen im engeren und weiteren Umkreis Werls entgegen – allerdings aus gänzlich anderer Motivation. 

Unter Federführung der Stadt Hamm bekämpfen sie alle das in Werl geplante FOC – ein normaler Reflex auch dort, wo man selbst ein solches Center gern ansiedeln würde, falls es ein entsprechendes Angebot gäbe. Nicht selbstverständlich ist die deutliche Zustimmung, die das Vorhaben in der organisierten Werler Kaufmannschaft, dem Wirtschaftsring, erfährt.

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