Beispielhafte Unterstützung:

Nachbarn halfen Nachbarn bei Hochwasser

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Helfer der Avantgarde Westönnen: von links Niklas Hennemann, Andreas Finke, Jannis Hennemann und Alexander Kroner. 

Westönnen -  Ein grandioses Beispiel für herzzerreißende Nachbarschafthilfe hat sich in Westönnen ereignet.  Im Mittelpunkt Josef und Elisabeth Wulf, 84 und 77 Jahre alt.

Die beiden Senioren hatten, tief gerührt von der Hilfsaktion, einen Leserbrief dazu Papier gebracht, handschriftlich. Michaela Schlummer übertrug den Text in den PC und leitete ihn weiter zum Anzeiger. Das Fazit dieses außergewöhnlichen Abends fasst sie in einem Satz zusammen: „Nachbarn sind viel mehr als nur Leute von nebenan.“ 

Hier der Brief von Josef und Elisabeth Wulf in Westönnen: „Am vergangen Freitag hat uns das Hochwasser am Elwieden in Westönnen erwischt. Nachdem gegen 21.20 Uhr der Strom ausgefallen war, sind wir auf der Suche nach der Ursache von Wasser und Schlamm im Keller überrascht worden.

 Die herbeigerufene freiwillige Feuerwehr rückte aus dem Nachbarort Mawicke an und pumpte das bis dahin angelaufene Wasser ab, der Elektriker sorgte für Strom. Nach einer unruhigen Nacht machten wir uns am frühen Samstagmorgen ein genaues Bild von den Folgen des Unwetters und begannen, den Schlamm von den Abflüssen zu nehmen. In einem separaten Kellerraum ohne direkten Abfluss war das Schlammwasser auf 70 Zentimeter angestiegen – wie sollten wir das zu zweit nur schaffen? 

Um kurz vor acht kam der erste Nachbar zur Hilfe – weil unser Hochdruckreiniger und andere Hilfsmittel im Wasser schwammen und unbrauchbar waren, brachte er kurzerhand Kabeltrommel, Reiniger und Schlauchwagen mit. Über Whatsapp wurde ein Aufruf in der 'Schützenstraßen-Gruppe' gemacht, und innerhalb einer halben Stunde rückten zahlreiche Nachbarn an – von der Bundesstraße, Schützenstraße bis zum Mawicker Weg. Zwei Avantgardisten aus der Schützenstraße mobilisierten über das Handy noch weitere Helfer aus ihren Reihen, die tatkräftig anpackten und die schweren Schlamm-Mengen beseitigten. All die, die denken, eine Avantgarde kann nur feiern, singen und laut sein, können wir hiermit hoffentlich eines Besseren belehren und vom Gegenteil überzeugen. Auch Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Westönnen kamen vorbei und halfen mit. Wir waren überwältigt von solch einer Welle der Hilfsbereitschaft der 20 Helfer, angefangen von den jungen Leuten bis hin zu den Männern und Frauen aus der Nachbarschaft, die uns mit Putzutensilien, Gummistiefeln oder auch mit selbst gebackenen Waffeln und Apfeltaschen unterstützt haben.

 Die ganze Aktion war beispielhaft, und wir danken allen Helferinnen und Helfern für diese tolle Unterstützung. Kleine Anmerkung: Alle gingen k.o. und verdreckt nach Hause...“

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