Bahnübergang Tiggesloh

Nach Unfall mit den Schranken: Holtumer verklagt die Bahn

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Eine beschädigte Kutsche und blaue Flecken bei den vom Schlagbaum getroffenen Männern waren die Folgen des Unfalls am 3. Juni.

Holtum - Ein Unfall am Bahnübergang Tiggesloh wird zum Fall für die Justiz: Franz Neuhaus, der wegen sich plötzlich senkender Bahnschranken mit seiner Kutsche verunglückte, hat jetzt die Bahn verklagt. Sie habe nicht auf Schreiben reagiert. Nun soll die Justiz die Bahn in die Schranken weisen.

Er habe Klage gegen das Unternehmen eingereicht, sagte der Holtumer am Montag auf Anzeiger-Anfrage. Zuvor seien anwaltliche Schreiben mit der Aufforderung zur Klärung des Sachverhalts unbeantwortet geblieben. Neuhaus’ Vorwurf in Richtung Bahn: „Die haben sich nicht gemeldet.“ 

Einfach aussitzen will der Holtumer den Zusammenstoß mit den Schlagbalken der Anrufschranke aber nicht. „Das möchte ich nicht auf sich beruhen lassen“, sagt Neuhaus; daher geht er nun den Klageweg, will zivilrechtliche Ansprüche geltend machen – auch wenn das ein langwieriges Verfahren nach sich ziehen werde. 

Es war der 3. Juni, ein Sonntag, als Neuhaus vormittags in Begleitung zweier Freunde das Pferdegespann Richtung Bahnübergang lenkte. Der Ausflug nahm ein jähes Ende, als sich der Schlagbaum unvermittelt gesenkt habe und die Kutschenbesatzung von der Schranke getroffen wurde. 

Prellungen und blaue Flecke

Die befreundeten Männer, die in Richtung Hilbeck unterwegs waren, stießen den Schlagbaum mit Kraft zur Seite, trugen Prellungen und blaue Flecken davon. Die Pferde gingen durch, die Kutsche kam erst rund 100 Meter später im Feld zum Stillstand. Die Bahnpolizei nahm die Ermittlungen auf. 

Was folgte, waren gegenseitigen Forderungen. 2 400 Euro teuer waren die Schäden an der Kutsche. Er sei sich keiner Schuld bewusst und sehe nicht ein, dass er für die Fehler der Bahn bezahlen muss, hatte Neuhaus im Oktober gesagt, als es noch um die Prüfung juristischer Möglichkeiten ging. Er wolle auch kämpfen für die Menschen, die bereits früher an dem umstrittenen Bahnübergang verunglückt seien. 

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Auch die Bahn fordert Geld vom Holtumer. Rund 1 000 Euro habe das Unternehmen gefordert, weil die Schranke beim Unfall beschädigt worden ist. Franz Neuhaus hofft auf mehr Erfolg als eine frühere Klage gegen die Bahn: „Wir waren zu dritt.“ Und keiner der drei Männer auf der Kutsche habe einen Hinweis des Fahrdienstleisters gehört, dass die Schlagbäume der Anrufschranke am Tiggesloh sich senken werden.

Umrüstung

Der Bahnübergang Tiggesloh wird umgerüstet von einer Anrufschranke zur Halbautomatikschranke, nachdem es in der Vergangenheit Unfälle und Gefahrensituationen gegeben hatte. Mit dem Einbau eines neuen Übergangsbelages startet im 2. Halbjahr die Erneuerungsmaßnahme, teilte die Bahn am Montag mit.

Auch ein Radfahrer reichte bereits Klage ein, verlor aber vor Gericht gegen die Bahn.

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