Nach überraschender Vertragskündigung von Edeka

"Wir sehen keine Möglichkeiten mehr": Aus für die Landbäckerei Hünnies

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Muss endgültig aufgeben: Veronika Hünnies bestätigt das Ende des Familienbetriebs in Niederbergstraße.

Werl/Niederbergstraße - Alle Versuche der Rettung erwiesen sich als sprichwörtlicher Schuss in den Ofen. Und darum ist nun Schluss im Ofen: Die Landbäckerei Hünnies muss den Betrieb schließen. Das Ende einer süßen Familientradition mit bitterem Beigeschmack: der Kündigung durch Edeka Sauer.

„Es ist vorbei“, sagt Veronika Hünnies. „Wir sehen keine Möglichkeiten mehr.“ Nach Monaten des Hoffens und Ringens um eine Zukunft für den Familienbetrieb mit rund 30 Mitarbeitern ist nun die Aufgabe unausweichlich.

Viele Kündigungen sind bereits geschrieben, die Abwicklung läuft. Am 30. Juni wird die Arbeit eingestellt. „Endgültig“; wie Veronika Hünnies hinzufügt. Die Filiale in Westönnen und in Werl in den Edeka-Märkten beenden den Verkauf womöglich schon eine Woche früher, weil ja auch noch ausgeräumt werden muss.

Dass das Aus mit mehr als einem weinenden Auge erfolgt, daraus macht die Niederbergstraßerin keinen Hehl. Und das sei nicht nur bei den direkt betroffenen Mitarbeitern so. Als jetzt die CDU-Senioren zum Besuch in Niederbergstraße vorbeischauten, „da hat einer der Männer geweint“.

Gespräche bleiben ohne Erfolg

Es hängen Emotionen an dieser Schließung. Alles sei versucht worden, um das zu verhindern, viele Kontakte und Gespräche seien geführt worden, auch unter Einbindung der Kreishandwerkerschaft. Aber ohne Verkaufsstellen geht nichts für die Handwerksbäckerei, die in dritter Generation von Alexander Hünnies geführt wird. „Dabei sagen uns die Leute oft, dass sie keine Industrieware wollen.“

All das zählt nun nicht mehr. Und Familie Hünnies muss schauen, was sie mit der firmeneigenen Bäckerei mitten in Niederbergstraße macht – und mit den vielen Maschinen, in die zuletzt noch viel Geld investiert worden war. Auch die Mitarbeiter unterzubringen sei ein Ziel der Geschäftsführung. Jetzt wolle und müsse man nach vorne schauen. „Aber traurig ist das schon“, sagt Veronika Hünnies. Aber eines will sie nicht vergessen: Den vielen Kunden zu danken, die sich die Produkte immer schmecken lassen haben und nun auch vom und über das Aus betroffen sind.

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