Aus für Traditionsfirma

Nach Kettler-Aus: Insolvenz-Verfahren haben begonnen

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Nach dem Kettler-Aus nimmt nun auch das Insolvenz-Verfahren seinen Lauf.

Sowohl über das Vermögen der Kettler Freizeit GmbH, vertreten durch Geschäftsführer Bernd Walczok, als auch nur wenige Minuten später über die Kettler Plastics GmbH hat das Amtsgericht Arnsberg am Mittwochmorgen das Insolvenzverfahren eröffnet. Damit ist erfolgt, was der beratende Rechtsanwalt Martin Lambrecht angekündigt hatte. In beiden Verfahren wird „Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ als Grund für das Verfahren angegeben.

Am 31. Juli hatten die beiden Gesellschaften Zahlungsunfähigkeit beim Insolvenzgericht angemeldet; danach gab es Bemühungen, die Kettler Freizeit und die Kettler Plastics doch noch am Leben zu halten und damit auch die 550 Jobs zu retten. Vergeblich: Am Montag wurde bei einer Betriebsversammlung in der Schützenhalle in Ense das Aus verkündet, nachdem am Freitag zuvor der Gläubigerausschuss endgültig den Daumen gesenkt hatte.

Zwei Anwälte arbeiten an den Verfahren

Zwei Anwälte sind mit den jeweiligen Verfahren betraut worden: Zum Insolvenzverwalter für die Kettler Freizeit GmbH ist Georg Kreplin aus Düsseldorf bestimmt worden; er war bereits in den vergangenen Monaten als vorläufiger Sachwalter mit den Kettler-Akten betraut. Für die Kettler Plastics GmbH wurde Marco Kuhlmann aus Soest zum Insolvenzverwalter bestimmt. Die Gläubigerversammlungen sind beide am Donnerstag, 16. Januar, an zwei direkt aufeinanderfolgenden Terminen.

Übrig aus dem Gesamt-Kettler-Konstrukt bleibt nur die Kettler Holding. Bei ihr liegen die Namens- und Lizenzrechte an Produkten mit dem Namen Kettler. Die Lafayette Mittelstand Capital war nach der zweiten Insolvenz zum Ende des Jahres 2018 als Kettler-Retter aufgetreten, hatte sich in dem Zuge auch die Namensrechte gesichert. Nur wenige Monate später folgte der Gang in die dritte Insolvenz. Lafayette hat sich bislang nicht zu den Vorgängen und auch Vorwürfen nicht geäußert.

Lafayette "wie ein Phantom"

Mitarbeiter berichten, dass auch sie niemals Vertreter von Lafayette zu Gesicht bekommen haben. „Die waren wie ein Phantom“, sagt ein ehemaliger Beschäftigter. Auch bei der Betriebsversammlung am Montag soll kein Investoren-Vertreter vor Ort in Parsit gewesen sein. Schon im Zuge der damaligen Verhandlungen um die vermeintliche Kettler-Rettung Ende 2018 hatten Vertreter des Investors damit gedroht, den gesamten Deal platzen zu lasen, wenn unsere Zeitung den Namen Lafayette Mittelstand Capital nennt.

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