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Millionenschaden in der Gastronomie: Mammutprozess startet

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Von: Gerald Bus

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Gastronomen aus Restaurants sollen Umsätze nicht versteuert, ein Zulieferer soll betrogen haben: Ein Mammutprozess beginnt am Montag am Landgericht Arnsberg.
Gastronomen aus Restaurants sollen Umsätze nicht versteuert, ein Zulieferer soll betrogen haben: Ein Mammutprozess beginnt am Montag am Landgericht Arnsberg. © dpa

Sie sollen im Millionenumfang Steuern hinterzogen haben: Nun müssen sich fünf Männer bei einem Mammutprozess vor dem Landgericht Arnsberg verantworten. Beklagt ist ein Soester Zuliefererbetrieb für die Gastronomie, der von einem Mann aus Werl und einem aus Werne betrieben worden sein soll.

Werl/Soest/Arnsberg - Das bestätigt der Sprecher des Landgerichts Arnsberg, Richter Dr. Alexander Brüggemeier, auf Anfrage unserer Redaktion.

Demnach sollen die beiden Männer über Jahre Restaurants „schwarz“ mit Waren aus ihrem Soester Betrieb versorgt haben. Die beschuldigten Restaurants, unter anderem in Dortmund, sollen die Umsätze nicht versteuert haben, so der Vorwurf. Drei Gastronomen sind unter den Angeklagten aus Werl, Werne, Dortmund und Ennigerloh. Vorausgegangen sind lange Ermittlungen der Steuerfahndung.

Prozess wegen Steuerhinterziehung startet am 2. Mai

Der Prozessauftakt wegen Steuerhinterziehung ist bereits am Montag, 2. Mai, um 10 Uhr vor der 6. Großen Strafkammer als Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts. Der Umfang der Taten wird dadurch deutlich, dass gleich 13 Folgeverhandlungen angesetzt sind, bis Ende August. Ob dann bereits ein Urteil gesprochen werden kann, ist unklar.

Laut Alexander Brüggemann erstreckt sich der Tatzeitraum auf 2011 bis 2017. Die Ermittlungsakten der Steuerbehörden umfassen etliche Ordner. „Das ist wahnsinnig umfangreich“, sagt der Landgerichts-Sprecher.

Ermittlungen auch gegen Werler Betrieb

Er bestätigt auch, dass es weitere, gesonderte Ermittlungen gegen einen Gastronomie-Zulieferbetrieb gibt, der in Werl ansässig gewesen ist. Ob es aber Zusammenhänge mit dem nun zu verhandelnden Fall gibt, ist nicht klar.

Zwei der Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft, nicht zuletzt wegen der enormen Schadenshöhe, die als „durchaus signifikant“ bezeichnet wird. Unklar ist, wie die Sache aufgeflogen ist. All das wird der Prozess zeigen, der öffentlich ist.

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