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Michaeliskirmes: Stadt und Besucher ziehen positives Fazit

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Von: Fabian Neuenzeit

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Auch in der Fußgängerzone war es entlang der Kirmesstände voll.
Auch in der Fußgängerzone war es entlang der Kirmesstände voll. © Neuenzeit

Der Duft von gebrannten Mandeln und Frittenfett aus den zahlreichen Verkaufsbuden sowie Musik, Motorengeräusche und kreischende Kirmes-Fans von den Fahrgeschäften waren es, die die Gemüter und den Nachthimmel rund um den Werler Marktplatz und in der Fußgängerzone erhellten.

Werl - Von Freitag bis Montag lockte die Michaeliskirmes zahlreiche Werler und Besucher von auswärts. Sie war eine der ersten Kirmessen ohne Corona-bedingte Abzäunung und Geimpften-, Getesteten oder Genesenennachweis der Besucher. Grund genug, bei denjenigen, die vor und hinter den Verkaufstheken, an und in den Fahrgeschäften sitzen, nachzufragen, wie sie die Kirmes wirtschaftlich, aber auch ganz persönlich erlebt haben.

Michaeliskirmes in Werl: Schausteller sind zufrieden

„Für uns verlief die Michaeliskirmes sehr positiv“, resümiert Peter Kulik, der mit seinem Spielstand aus Winterberg gekommen ist, die vergangenen Tage. „Sie war so gut besucht wie schon lange nicht mehr“, erinnert er sich auch an die oft negativen Bilanzen vor Pandemiebeginn. Er sei schon viele Jahre auf der Werler Kirmes. Die diesjährige ist eine besondere für ihn: „Ein Weihnachtsmarkt im Jahr 2019 war unsere letzte Veranstaltung. Jetzt geht es wieder los“, ist die Freude über Normalität auf dem Rummel nach anderthalb Jahren Zwangspause besonders groß.

Dass auch das Wetter mitgespielt hat, freut Peter Kulik besonders. „So gab es viel Publikum. Und, für uns Schausteller wichtig: Diese haben auch viel Geld dagelassen“. Zu einem ähnlichen Fazit kommt auch Joyce Burghard, die das Kinderkarussell der gleichnamigen Soester Schaustellerfamilie steuert. „Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden“, hatte Burghard vor Kirmes-Beginn damit gerechnet, dass die Besucherzahlen wie in den Vorjahren niedrig bleiben. „Doch weil zwei Jahre nichts los war, sind die Werler, was große Feste angeht, ausgehungert“, so die Einschätzung der Kirmes-Expertin. Es sei für sie und ihre Kollegen einfach schön, mal wieder richtig zu arbeiten. Dass es dazu in Werl wirtschaftlich gut laufe, sei eine kleine Wiedergutmachung für die lange Durststrecke während der Corona-Lockdowns. Dass der Familientag am Montag aus ihrer Sicht eher ruhig verlief, das schmälert ihr positives Fazit keinesfalls.

Michaeliskirmes in Werl: Besucher halten sich an Corona-Regeln

Vollen Lobes über die Werler ist auch Janine Burghard. Mit einem Bratwurststand des gleichen Schaustellers hat sie in prominenter Lage vor den Stufen der Wallfahrtsbasilika Platz gefunden. „Die Besucher haben sich gut an die Regeln gehalten“.

Da stimmt auch Clarissa Stich, Leiterin des Werler Ordnungsamtes, zu. Viele ihrer Kollegen seien auf der Michaeliskirmes unterwegs gewesen, haben nur vereinzelt Verstöße gegen die Maskenpflicht in Anstell- und Verkaufsbereichen festgestellt. „Wenn das der Fall war, zeigten die allermeisten Verständnis“. Nur ein Mal musste ein Mitarbeiter eines Verkaufsstandes mehrfach ermahnt werden. „Was die Besucherprognosen angeht, haben wir mit den Erfahrungswerten der vergangenen Jahre gearbeitet“. Im Nachhinein habe sich dieses Konzept zur Verhinderung eines umzäunten Kirmesgeländes bewährt. Darin sieht auch Janine Burghard einen Grund für die hohen Besucherzahlen. „Endlich wieder Normalität und Publikumsverkehr“. Vor allem der Familientag sei unerwartet erfolgreich gewesen. „Sonst war der Montag immer ein eher schwacher Tag“.

Positiv überrascht war Burghard vor allem von der groß angelegten Werbeaktion zur Michaeliskirmes. Das habe sich ausgezahlt und gut funktioniert. Auch der diesjährige Besuchermagnet mitten auf dem Marktplatz, das Karussell „Breakdancer“, zieht eine positive Bilanz. „Die Kirmes, besonders der Familientag, wird gut angenommen“, stellt Heike Dietrich aus Dortmund die rege Nachfrage heraus, ehe sich eine große Gruppe Jugendlicher nähert, um Fahrkarten-Chips zu kaufen.

Michaeliskirmes in Werl: Familienkirmes für die Stadt

Doch nicht nur die Schausteller, die nur temporär in Werl sind, blicken positiv auf die Michaeliskirmes zurück. Im Café Dal Paesano ist Susanne Papke froh: „Es ist schön, dass auf dem Marktplatz so viel los war. Auch für uns war das Wochenende, nicht zuletzt wegen dem guten Wetter, wirtschaftlich erfolgreich.

Besonders für Familien bot der Kirmesmontag viel: Carmela Nawrocki und Stefan Krämer aus Werl gefiel es genau so gut wie ihren Söhnen Ben Elias und Paul Jorin.
Besonders für Familien bot der Kirmesmontag viel: Carmela Nawrocki und Stefan Krämer aus Werl gefiel es genau so gut wie ihren Söhnen Ben Elias und Paul Jorin. © Neuenzeit

Ein Blick in die volle Fußgängerzone zeigt: Die Besucher waren bunt gemischt. Von Schülergruppen über Familien bis hin zu Rentnern. Alle wollten wieder Kirmesluft schnuppern, die Sorgen des Corona-Alltags ein Stück weit hinter sich lassen. „Die Kirmes ist sehr schön und bietet Spaß für die ganze Familie“, freuen sich Carmela Nawrocki und Stefan Krämer aus Werl gemeinsam mit ihren Söhnen Ben Elias und Paul Jorin. „Uns allen hat die Kirmes sehr gefehlt“, schmunzelt die Familie, dass der am Montag schon der zweite Kirmesbesuch von ihnen war. „Da gehen sowohl die Kinder als auch wir nicht leer aus“, ist Nawrocki über das vielseitige Angebot an Essen und Aktivitäten erstaunt. Es sei einfach schön, beim Kirmesbummel wieder Freude und Bekannte zu treffen, es sich so richtig gut gehen zu lassen. Für das Kinderkarussell sind die Jungs der Familie dieses Jahr noch zu klein. „Noch“, schmunzeln die Eltern.

Dass die Michaeliskirmes ihre Stellung als Familienkirmes für die gesamte Stadt behaupten konnte, das erleichtert sowohl Initiatoren, wie auch Besucher und Schausteller. „Da freuen wir uns auf die Nächste“, so der Konsens am Kirmesmontag.

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