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Unternehmen für Landmaschinen rutscht in die Pleite - Betrieb läuft weiter

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Von: Gerald Bus

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Schweres Gerät vor der Tür: Die „Mesche Landtechnik GmbH“ hat Insolvenz angemeldet, die Zukunft ist offen.
Schweres Gerät vor der Tür: Die „Mesche Landtechnik GmbH“ hat Insolvenz angemeldet, die Zukunft ist offen. © Gerald Bus

Die schweren Traktoren auf dem Hof zeugen von Kraft – bereit, schwerste Aufgaben auf den Feldern zu beackern. Für die Mesche Landtechnik GmbH am Langenwiedenweg ist nun aber eine ganz andere Kraftanstrengung nötig, auf einem ganz anderen Feld: dem finanziellen. Denn das Werler Unternehmen für Landmaschinen ist in die Pleite gerutscht.

Werl - Betroffen davon sind neun Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Unklar ist noch, ob das Landmaschinenunternehmen eine Zukunft hat. Der Betrieb mit dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtmaschinen laufe zunächst weiter, sagt Christian Krohn, Fachanwalt für Insolvenzrecht, aus der Marsberger Kanzlei Dr. Kloke und Kollegen. Sein Kollege Wilfried Pohle ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden.

Ein erstes Bild haben sich die Anwälte bereits gemacht von der Lage der Firma. „Aber bezüglich der Sanierungsaussichten für das Unternehmen befinden wir uns noch in der Findungsphase“, sagt Krohn. Zunächst ist etwas Luft verschafft, für drei Monate wird Insolvenzgeld bezahlt. Die Mitarbeiter bleiben an Bord, sagt der Anwalt, und das könne auch für Kunden vorerst so gelten. Eine Betriebsversammlung für die Mitarbeiter hat stattgefunden; dort erfuhren sie, wie es nun zunächst weitergeht.

Streitigkeiten unter den Gesellschaftern

Der wirtschaftlichen Schieflage seien Streitigkeiten unter den Gesellschaftern vorausgegangen, schildert der Rechtsanwalt. Das habe dazu geführt, dass ein Gesellschafter ausgeschieden sei und mit ihm einer der Hauptlieferanten den Vertrag gekündigt hat. „Das ist zumindest einer des Aspekte“, sagt Christian Krohn. Werl sei der einzige Standort des Unternehmens.

Die Kanzlei plant eine Eröffnung des Insolvenzverfahren zum Ende Oktober hin. Bis dahin werden die Chancen zum Fortbestand des Unternehmens ausgelotet.

Seit rund zehn Jahren stehen Traktoren und anderes landwirtschaftliches Gerät zum Verkauf vor den Räumlichkeiten am Eckgrundstück Langenwiedenweg/Hansering. Gebaut worden war die Immobilie einst als Autohaus; zunächst wurden Toyota, später neun Jahre lang Mazda dort verkauft. 2011 räumte das Mazda- und Subaru-Autohaus Rubart die Immobilie, nachdem es in die Insolvenz gerutscht war.

Zu den Aufgabenfeldern der „Mesche Landtechnik“, gibt es nur wenige verfügbare öffentliche Informationen. Die Firma vertreibe „hochwertige Produkte bekannter Markenhersteller“, heißt es auf der spärlich bestückten Homepage des Unternehmens. Dazu gehören Kleingeräte, Grünlandtechnik, Bodenbearbeitungsgeräte und Traktoren sowie Hoflader, Radlader und auch Teleskoplader.

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