Mehr Haustiere in Corona-Zeiten

Katzenpension ist voll

Edle Katzenrassen in der Katzenpension Catnap in Werl
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Scottish-Fold-Kater Leo und Britisch-Kurzhaar-Kater Elvis sind edler Besuch in der Katzenpension. Für diese speziellen Rassen müssen Liebhaber oft bis zu 1000 Euro an den Züchter zahlen.

Es ist schon eine Art „Ausnahmezustand“: Die Katzenpension „Catnap“, die von Silke Bünger in Werl betrieben wird, ist komplett ausgebucht.

Werl - „Die Anfragen haben sich mehr als verdoppelt, bestimmt verdreifacht“, berichtet die Eigentümerin über die derzeitige Situation in ihrer Pension. Viele Leute haben sich in der Corona-Zeit Haustiere angeschafft, die jetzt in den Sommerferien, da das Reisen wieder losgegangen ist, währenddessen eine Unterkunft benötigen.

Dabei wird meist für ein bis zwei Wochen ein Quartier gesucht. Wird Herrchen oder Frauchen krank, blieben die Tiere auch länger, weiß Silke Bünger aus Erfahrung. „Ich musste diesmal leider bestimmt 50 Interessenten, die anfragten, wegschicken“, bedauert sie. „Das ist dann schon ein blödes Gefühl, weil ich weiß, dass Katzenpensionen Mangelware sind. Und ich frage mich, wo kommen die Tiere dann unter?“

Für die Werlerin, die seit 2009 die Pension führt, ist es jedoch nichts Neues, komplett ausgebucht zu sein. „Das bin praktisch seit Jahren.“ Vom Anfang der Osterferien bis in den Herbst hinein und an Weihnachten sind die vom Veterinäramt genehmigten 20 Plätze fast durchgehend besetzt.

Bei der Auswahl werden die Stammgäste bevorzugt. Silke Bünger weiß, dass es dann „mit den Katzen auch klappt“. Neuzugänge müssen sich dagegen früher anmelden. Denn die Aufnahme von diesen Fellnasen ist etwas komplizierter als bei denen, die häufiger da waren. Da die Katzen zusammen in einer Wohnung leben, ist es nämlich wichtig, dass sich alle verstehen. Deshalb bleiben die Neuzugänge zu Beginn ihres Aufenthaltes zunächst in einem separaten Zimmer und werden erst langsam an die Gruppe gewöhnt. „Das ist jedes Mal ein Abenteuer“, berichtet die Pensionsbesitzerin. Normalerweise funktioniert die Eingewöhnung jedoch gut, weil alle Katzen an einem fremden Ort sind und somit auch kein Revierverhalten zeigen.

„Es ist ein ständiges Kommen und Gehen“, beschreibt Silke Bünger ihren Pensionsalltag. Oft bilden sich sogar „Katzenfreundschaften“ unter den vierbeinigen Spielpartnern während der Zeit des Aufenthaltes. „Es kommt immer auf das Wesen der einzelnen Katzen an, inwieweit sie sich verstehen“, erklärt Silke Bünger. Manche Katzen begrüßen die Chefin schon an der Tür, während andere lieber in ihren Verstecken bleiben.

Auch die scheuesten Katzen werden bei ihr handzahm: Silke Bünger, die Pensions-Chefin, hier mit Kater Pupsi.

Doch zu allen Vierbeinern hat Silke Bünger offensichtlich einen guten Draht. Das liegt auch daran, dass sie mittendrin ist im Geschehen: Sie spielt mit den Katzen, versorgt die Besitzer mit Fotos von ihren Haustieren und setzt den Pensionsgästen, wenn sie zum Beispiel Diabetes haben, auch die notwendige Spritze. Dabei hilft es, dass sie ihr Homeoffice innerhalb der Pension eingerichtet hat. „Das ist zwar manchmal schwer, wenn die Tiere über die Tastatur hopsen, aber es macht Spaß“, lacht Bünger.

Sie freut sich vor allem, dass nach der Corona-Zeit, in der keine oder nur vereinzelt Katzen zu ihr kamen, „jetzt wieder Leben eingekehrt und die Bude wieder voll ist“. Deshalb hält sie ihre Einrichtung auch fast das ganze Jahr über geöffnet. Wenn sie könnte, würde sie noch weitere Besucher aufnehmen, „aber der Platz reicht leider nicht.“ - Von Nanda Fink

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