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Mayra Sofie List glücklich in ihrem Geschäft

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Von: Heyke Köppelmann

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Mara Sofie List
Erst baut Mayra Sofie List den Rahmen entsprechend dem individuellen Kundenwunsch. Dann beginnt der Gießvorgang mit Epoxidharz.  © Köppelmann, Heyke

Wie geht es Mayra Sofie List, die ein Landesförderprogramm nutzt, um ihr eigenes Geschäft zu eröffnen. Wir haben sie besucht.

Werl – „Geöffnet“ steht auf der Tafel vor der Kunstmanufaktur in der Steinerstraße 23. Mayra Sofie List arbeitet drinnen an einem Kundenauftrag und widmet sich einer kleinen Tischplatte in den warmen Farbtönen Gold, Kupfer, Rot. Sie freut sich über jeden, der über die Schwelle tritt und sich umschauen möchte. Im Sommer wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit. „Genau die richtige Entscheidung“, meint die 26-Jährige. Für sie steht fest: „Alles richtig gemacht.“

Die junge Geschäftsfrau profitiert vom Landesförderprogramm „Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“. Die Grundidee: Die städtische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung mietet mit den bewilligten Fördermitteln leere Ladenlokale für maximal 70 Prozent der letzten Altmiete an und darf den Zins beim Weitervermieten auf bis zu 20 Prozent der letzten Altmiete senken. 90 Prozent der entstehenden Kosten übernimmt das Land, zehn Prozent trägt die Stadt.

Die Jung-Unternehmerin sieht die Unterstützung als hervorragende Starthilfe, die es erleichtert, einen Weg einfach mal auszuprobieren und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. „Ein gutes Modell“, sagt Mayra Sofie List, „ein sachter Einstieg in ein super Projekt.“

Die gelernte Orthopädietechnikerin macht mit ihrer Leidenschaft für das Werken mit Epoxidharz ihr großes Hobby auch zum Beruf. An dem Material, das jedes Teil zu einem besonderen Unikat macht, gefallen ihr die vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes. „Die Kreativität“, so betont sie, stehe für sie an oberster Stelle, „ich liebe es, für andere etwas zu gestalten und es ihnen dann zu übergeben.“ Freitags und samstags ist sie in der Regel in den Räumen von „MayFactory“ anzutreffen. Das bedeutet neben dem Hauptberuf: Mit wenig Freizeit auskommen zu müssen, eigentlich bleibt nur der Sonntag. Doch von „Arbeitsstunden“ in ihrem Geschäft möchte die Werlerin eigentlich gar nicht sprechen: Sie habe Spaß, könne schalten und walten wie sie mag, schildert sie, ihre Zeit könne sie sich ganz nach Lust und Laune einteilen.

Die 26-Jährige bietet von Hand gearbeitete Kleinmöbel und Wohnaccessoires an. Gern lässt sie sich über die Schulter schauen und beantwortet Fragen. Das Ladenlokal in guter Lauflage sieht sie als ideal für ihre Zwecke an: vorne ein Verkaufsraum mit großen Fenstern und dahinter eine Werkstatt. Gern erinnert sie sich an das Moonlight-Shopping, das der Werler Wirtschaftsring im Spätsommer organisiert hatte, zahlreiche Besucher steuerten damals die neue Manufaktur an. Nun steht die Adventszeit an, und die Käufer sind zum Bummel durch das weihnachtliche Werl eingeladen, am Freitag, 3. Dezember, sogar bis 22 Uhr.

Was ihren Unternehmergeist stärkt? „Familie und Freunde stehen voll und ganz hinter mir“, antwortet Mayra Sofie List. Sie alle hätten ihr von Anfang an den Rücken gestärkt: „Das ist ultrapositiv.“

Das Programm

Die städtische Tochtergesellschaft GWS hat für die Stadt Geld aus dem Sofortprogramm „Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen“ beantragt und einen Zuwendungsbescheid erhalten. Durch den Einsatz dieser Mittel ist die GWS in der Lage, leerstehende Ladenlokale im begrenzten Umfang in der Innenstadt an- und für maximal zwei Jahre vergünstigt weiterzuvermieten. Ein junges Werler Ehepaar eröffnete am Neuen Markt mit dem Namen Lawau. Weitere Vermietungen sind geplant.

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