Neven-Subotic-Stiftung

Werler baut mit Ex-BVB-Star Brunnen in Afrika 

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Der Werler Matthias Degener hat in Äthiopien neue Freunde gefunden.

Dass Wasser ein Leben verändern kann, das erlebte jetzt der Werler Matthias Degener. Er war mit der Neven-Subotic-Stiftung für zehn Tage in Äthiopien.

Werl/Äthiopien - "Mit kleinem Einsatz viel bewegen“, das ist das Motto der Neven-Subotic-Stiftung, die der ehemalige Fußballer von Borussia Dortmund 2013 gründete. Sein Ziel ist es, die Lebensqualität von Menschen in Äthiopien mit Trinkwasserbrunnen und Sanitäranlagen zu verbessern. Seit 2015 unterstützt Matthias Degener die Stiftung.

Als stellvertretender Brudermeister der St.-Sebastianus- Schützen in Werl hat der Verein drei Aktionen der Neven-Subotic-Stiftung gewidmet. Gut 1.800 Euro kamen für den guten Zweck zusammen. Shari Malzahn (Vorstand der Stiftung) referierte bei der Werler Bruderschaft über die Arbeit des gemeinnützigen Vereins.

"Sowas habe ich noch nie erlebt"

Durch die langjährige Verbindung lernte der Werler Schützenbruder nun die Aktivitäten vor Ort kennen. „Sowas habe ich noch nie erlebt. Da wissen viele, die hier wenig haben, überhaupt nicht, wie gut es uns doch geht“, erzählt Degener von den Erlebnissen in Afrika.

Werler hilft Neven Subotic beim Brunnebau in Äthiopien

Fernab der 330.000 Einwohner Stadt Mekele in der Tigray-Region gibt es immer wieder vereinzelte Häusergruppen. Keiner dieser Bewohner im Norden Äthiopiens hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Frauen und Kinder müssen täglich viele Kilometer zurücklegen, um das wertvolle Gut zu beschaffen. Schon am zweiten Tag ging es für die deutsche Gruppe an ein kleines Bächlein, aus dem die Bevölkerung ihr tägliches Wasser schöpft.

Täglich acht Stunden für Wasser unterwegs

Die Häuser sind zwischen drei und zehn Kilometer von dem Wasserloch entfernt. Bis zu acht Stunden sind die Kinder und Frauen täglich mit der Besorgung des Wassers beschäftigt. Deshalb können die Kleinen nicht zur Schule gehen.

Neven Subotic an einem Brunnen.

Das geschöpfte Wasser ist nicht sauber. An dem kleinen Lauf stehen nicht nur die Menschen, auch die Tiere bedienen sich und urinieren zusätzlich in die wertvolle Wasserlache. Dadurch kommt es häufig zu Krankheiten bei den Einheimischen. Das Wasser wird in Plastikkanister gefüllt.

25-Kilo-Wasser-Kanister

Diese wiegen 25 Kilogramm und werden von den Frauen und Kindern zu ihren Häusern getragen. Matthias Degener machte von der Wasserbeschaffung eigene Erfahrungen: „Ich hatte schon Probleme, den schweren Kanister zu tragen. Am Ende haben wir den zu zweit fast drei Kilometer befördert.“

Dieses Bild sagt mehr als tausend Worte.

Wie Wasser ein Leben verändern kann, erlebte der Werler Schützenbruder bereits am dritten Tag. Da waren sie live dabei, als nach einer 50 Meter tiefen Bohrung das Wasser aus dem Loch spritzte. „Die Einheimischen konnten es nicht fassen, dass plötzlich sauberes Trinkwasser in ihrem Dorf aus dem Boden kam. Eine Frau hat aus Dankbarkeit eine Stunde gebetet. Viele schauten zu der Fontäne und konnten es nicht glauben“, berichtet Degener.

„Einige tanzten unter dem spritzenden Wasser"

„Einige tanzten unter dem spritzenden Wasser. Das waren bewegende Momente für mich“, sagt er nachdenklich. In wenigen Minuten hat sich das Leben der Dorfbewohner komplett verändert. Die vielen Stunden der täglichen Wasserbesorgung fallen weg.

Nun kann die Frau Essen kochen, der Mann seiner Arbeit auf dem Feld nachgehen und die Kinder zur Schule gehen. Ein gebohrter Brunnen versorgt rund 400 Personen mit Trinkwasser. In einem Dorf, das seit fünf Jahren einen Brunnen und Sanitäranlagen hat, sah der Werler, was dieser Fortschritt brachte. Alle Kinder besuchen die Schule und lernen zusätzlich Englisch. Zudem sind die Krankheiten deutlich zurückgegangen.

Neven Subotic hilft in seiner freien Zeit

Neven Subotic, der bis vor kurzem in Frankreichs erster Liga beim AS Saint-Étienne spielte, verbringt seinen Urlaub nicht wie seine Profikollegen auf teuren Jachten in der Karibik, sondern nutzt seine wenige freie Zeit, um den Ärmsten der Armen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Er war zusammen mit dem Werler Matthias Degener vor Ort.

Als er anfing, hätte er nie gedacht, dass sich sein Projekt mal so entwickelt. „Bislang haben wir 173 Projekte realisiert. Es wurden 99 Brunnen in Gemeinden und 74 Brunnen inklusive Sanitäranlagen an Schulen gebaut. Dadurch haben 83.000 Menschen einen Zugang zu Trinkwasser erhalten. Weitere 63 Projekte befinden sich derzeit in Bearbeitung. Unsere Arbeit ist nicht nur unser alltäglicher Job, sondern eine Herzensaufgabe. Sie ist das, was mich und meine Unterstützer so antreibt“, erzählt Neven Subotic über seine Arbeit.

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