i-Männchen-Messen

Tornister-Partys fallen wegen Corona aus

Artus, Gerda und Swetlana Strothkamp mit beliebten Tornistern. Die 15. Schulranzenparty musste in diesem Jahr abgesagt werden.
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Artus, Gerda und Swetlana Strothkamp mit beliebten Tornistern. Die 15. Schulranzenparty musste in diesem Jahr abgesagt werden.

Wegen der Corona-Pandemie mussten die Schulranzenpartys in Werl und Soest abgesagt werden. Zahlreiche kommende i-Männchen nutzen sonst gemeinsam mit ihren Eltern und Großeltern diese Angebote, um den ersten Tornister für den neuen Lebensabschnitt zu finden.

Werl/Soest - Dem Soester Frank Strothkamp blutet zurzeit das Herz, wie er verrät. Seit vielen Jahren gehören Schulranzenpartys zu den erfolgreichsten Ausstellungen im Kreis Soest. Anders ist es in diesem Jahr. Die Firma Strothkamp aus Soest hätte in diesem Jahr zum 15. Mal die Tornister im Rahmen einer Ausstellung präsentiert. Gemeinsam mit der RK Autowelt organisiert das Traditionsunternehmen diese erfolgreichen „i-Männchen-Messen“.

Geschäftsführer Frank Strothkamp weiß, dass diese Ausstellungen jedes Mal gut besucht sind. „Nach diesen Wochenenden haben wir rund 400 Schüler in Soest und Werl mit neuen Tornistern ausgestattet“, berichtet er. In diesem Jahr ist alles anders. Die Schulranzen stehen noch im Regal und nur wenige sind bis jetzt verkauft worden. Die Familie Strothkamp und Birgit Siemens vom Taschenfreund in Werl berichten, dass es bei den Schulranzen ähnlich ist wie bei der Mode.

Tornister-Partys: Jedes Jahr gibt‘s neue Trends

Jedes Jahr kommen neue Kollektionen auf den Markt. Der Renner, sagen sie, sind verschieden farbige Tornister, auf denen Clips mit unterschiedlichen Bildmotiven per Klettverschluss aufgesteckt werden können. „Da kann sich jedes Schulkind pro Jahr wechselnde Motive anheften“, sagt die Werlerin Birgit Siemens. Beide wissen genau: Bei Mädchen sind Pferde, Einhörner und Meerjungfrauen gefragt. Jungs stehen eher auf Fußball, Autos oder Feuerwehrmotive.

So hat sich auch Carl Siepmann einen Roboter-Tornister ausgesucht. Mit den Eltern Dirk und Annette suchte er sich im Internet seinen Favoriten aus. „Ich habe jetzt einen Ranzen, auf den stecke ich Robotermotive und später kommen da Polizeiclips drauf“, verrät der zukünftige Schuljunge.

Wie auch die Familie Siepmann, kontaktieren Kunden Birgit Siemens über die verschiedensten Kanäle. „Einige schicken mir Bilder, die sie im Internet gemacht haben, und bestellen diesen Ranzen direkt“, sagt die Inhaberin. Die Werlerin veröffentlicht zahlreiche Schulranzen in den sozialen Medien und bekommt daher viele Anfragen und Bestellungen. „Ich bin froh, dass ‘Click und Collect’ so gut angenommen wird und es ist schön, dass uns die Kunden trotz des Lockdowns treu bleiben“, sagt sie.

Tornister-Partys: „Click und Collect“ beliebte Variante

Seit einigen Jahren richtet sie normalerweise ihre Schulranzenbörse gemeinsam mit Turflon aus. Frank Strothkamp berichtet: „Es dürfen keine Kunden ins Geschäft und so fallen die ganzen Beratungstermine weg.“ Anfragen gibt es genug, das teilen ihm auch seine Mitarbeiterinnen mit. Aber Frank Strothkamp weiß auch von Vertretern, dass nicht viele Tornister über das Internet verkauft wurden. „Die Leute wollen die Beratung und deswegen warten sie lieber ab“, sagt der Soester. Wenn doch übers Netz bestellt wird, greift die erlaubte Verkaufsvariante „Click und Collect“. „Eigentlich beginnt das Geschäft der neuen Schulranzen mit der Weihnachtszeit“, verrät er. Aber Frank Strothkamp ist sich sicher, dass es nach dem Ende des Lockdowns eine hohe Nachfrage nach den Ranzen geben wird.

Er weiß aus Erfahrung, dass zu den Einzelberatungen gerne auch die Großeltern dabei sein wollen: „Da gibt es schon mal eine finanzielle Spritze von Opa und Oma.“ Er verspricht seinen Kunden, dass es das Angebot „Messepaket“ mit Gutscheinen und Geschenken im Wert von rund 100 Euro, die es normal nur bei den „i-Männchen-Messen“ gibt, in diesem Fall auch bei den kommenden Käufen der neuen Schulranzen geben wird.

Beide Inhaber betonen, dass die Eltern schon auf hochwertige und gute Tornister achten. „Die Kinder tragen die Tornister die gesamte Grundschulzeit und diese sind sicher mit Verkehrsreflektoren ausgestattet“, sagt Frank Strothkamp. Seine Schulranzen seien von guter Qualität und deswegen gebe es eine Garantie für die gesamte Grundschulzeit.

Neben den Motivranzen sind nachhaltige Tornister sehr gefragt. Diese werden aus Biobaumwolle oder Plastikmüll aus dem Meer hergestellt. Die kompletten Kollektionen der Ranzen stehen in den Regalen und warten, dass der Lockdown beendet ist.

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