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Lockdown-Verlängerung: So reagiert die Werler Wirtschaft

Adnan Berri vom Restaurant Byblos bietet ab Dezember einen Abholdienst an.
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Adnan Berri vom Restaurant Byblos bietet ab Dezember einen Abholdienst an.

Was derzeit gewinnbringend für die Gesundheit ist, bedeutet weiterhin Verluste für die Wirtschaft – vor allem für jene, die vom Lockdown betroffen sind. 

Werl - Der Lockdown soll ja nunmehr in die Verlängerung gehen. Gerade Gastronomen, Betreiber von Schönheits- und Kosmetik- sowie Fitnessstudios haben unter der Situation zu leiden – und wann die Überbrückungsgelder zu fließen beginnen, ist die große Frage.

Denn während seit Anfang des Monats die Türen geschlossen sind, können die Anträge erst seit Mittwoch gestellt werden. Die Kosten für Pacht oder Strom laufen indes weiter.

Verlängerter Lockdown: Beispiel Restaurant

Adnan Berri hatte sein Restaurant Byblos eigentlich während des zweitens Lockdowns komplett geschlossen, diesmal auch keinen Abholservice angeboten. Ab dem 1. Dezember bietet er seine Speisen nun doch zum Mitnehmen an: „Schon allein meinen Stammkunden zuliebe, und damit die Leute sehen, dass es uns noch gibt und dass wir nicht haben dauerhaft schließen müssen. Deshalb habe ich meine Fenster auch weihnachtlich dekoriert, um zu zeigen: Es gibt Hoffnung.“

Manch einem Betrieb drohe jedoch das Ende, weiß er von Kollegen auch jenseits der Grenzen des Kreises Soest, wenn er schon vor Corona in der Schieflage war oder sofern er keine Rücklagen gebildet habe – so wie er, „ich habe Reserven“. In Sachen staatlicher Hilfe „läuft sicherlich nicht alles nach unseren Wünschen, aber die Behörden haben auch einen harten Job“, zeigt er Verständnis.

Verlängerter Lockdown: Beispiel Kosmetikstudio

Annette Waindzoch, Inhaberin des Budberger Kosmetikstudios Bünger, muss im Falle einer Lockdown-Verlängerung erneut ihren Terminkalender über den Haufen werfen: „Für Dezember war der gerade wegen Weihnachten voll, und einigen Kundinnen muss ich dann schon zum zweiten Mal absagen. Das ist nicht nur Geld, das fehlt, sondern auch für die Kunden nicht schön.“

Hinzu komme in ihrem Fall: Viele Kunden kaufen bei diesen Besuchen auch bei ihr Kosmetikprodukte ein, „und die Weihnachtsware ist ja da und steht zum Verkauf bereit. Das macht mir natürlich Bauchschmerzen. Ich habe die Ware gekauft, und sie wird nicht gekauft.“ Sie wolle ihre Stammkunden nun mit einer gezielten Werbeaktion anschreiben, „in der Regel wissen meine Kundinnen ja, welche Produkte sie benötigen“.

Verlängerter Lockdown: Beispiel Fitnessstudio

In einer besonders unangenehmen Situation sind die Fitnessstudios. Die Kundschaft hat Verträge abgeschlossen, zahlt monatlich ihre Beiträge. Marcel Ass, Studioleiter im Werler East Fitness: „Wir arbeiten an Möglichkeiten, wie wir das kompensieren und gutschreiben können, damit für sie kein Schaden entsteht.“

Ein gängiges Modell ist es, die Monate, in denen kein Training möglich war, nach Ende des Vertrages hinten dran zu hängen. Ein weiteres Problem: Die Zahl der Neuanmeldungen geht zurück – verständlich. Wer fürchten muss, das Angebot nicht wahrnehmen zu können, wartet noch, bis er einen Vertrag unterzeichnet. Auch das schlägt breite Kerben in die Jahresplanung.

Verlängerter Lockdown: Beispiel Pflegeheim

Keine Auswirkungen hat der Lockdown für die Alten- und Pflegeheime. Da die Bewohner rein vom Alter her den Großteil der Risikogruppe bilden, gelten hier seit Beginn der Pandemie solch hohe Hygienestandards, dass diese durch den Lockdown nicht noch weiter verschärft werden müssten. Oder, wie Daniel Romberg, Leiter des Seniorencentrums St. Michael, es kurz und bündig zusammenfasst: „Es ändert sich dadurch für uns nichts.“

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