„Toter Winkel stirbt nicht aus“

Nach Abbiege-Unfall: Das schlägt ein Werler Lkw-Fahrer vor

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Spiegel, um Kreuzungen zu „entschärfen“: An der Kreuzung Unnaer StraßeSalinenring/Westuffler Weg hatte sich der schwere Unfall mit einem Lkw- und einem Fahrradfahrer ereignet.

Werl - Den Vorschlag des Soesters Bernd Gockel, nach dem schweren Rad-Unfall an der Kreuzung Unnaer Straße/Salinenring/Westuffler Weg einen Spiegel anzubringen, kann ein Anzeiger-Leser so nicht unterstützen. Für den langjährigen Berufskraftfahrer aus Werl sind zwei andere Funktionen viel wichtiger.

Zur Erinnerung: Bei dem Unfall am 5. Mai ist ein Werler Fahrradfahrer (66) unter den Lastwagen eines 34-jährigen aus Welver geraten und dabei schwer verletzt worden. Der Lkw-Fahrer übersah den Radler beim Rechtsabbiegen in den Westuffler Weg. Ein zusätzlicher Spiegel an der Ampel soll laut Bernd Gockel Lkw-Fahrern helfen, wenn sich Radfahrer im für sie toten Winkel befinden. In Soest hat er dies schon durchgesetzt. Dort starb am 16. November ein Schüler nach einem solchen Unfall.

Im Gespräch mit dem Anzeiger beschreibt jetzt ein ehemaliger Kraftfahrer seine Erfahrungen und schildert seine Sicht der Dinge. Der Mann möchte anonym bleiben, sein Name ist der Redaktion bekannt. Er betont: „Solche Unfälle sind vermeidbar. Dazu müssten nur die Lkw-Fahrer wie auch Radfahrer ihr Gehirn einschalten.“

Gegenseitige Rücksicht wichtig

Der ehemalige Brummi-Fahrer nennt auch gleich ein Beispiel: „Wenn ein Lkw-Fahrer einen Radler bereits vor sich sieht, aber rechts abbiegen möchte, dann wartet er und lässt diesen gewähren.“ Andersrum müssten Radfahrer genauso warten, wenn sie sich hinter einem Lkw befinden, der rechts abbiegt – auch wenn sie geradeaus fahren möchten. Er ist sich sicher: Würden dies bereits Schüler beim Fahrradführerschein lernen, wären die meisten Rechtsabbiege-Unfälle vermeidbar.

Nach eigener Aussage habe der Mann 40 Jahre Berufserfahrung und knapp zehn Millionen Kilometer auf den Straßen Europas zurückgelegt. Das sind in etwa 13 Fahrten zum Mond und zurück. Der Mann plädiert für ein Piep-System, das dem der Einparkhilfe bei Autos ähnelt. Dieses sollte an der rechten Seite des Lkw angebracht werden und Alarm schlagen, wenn sich dort im toten Winkel eine Person befindet.

Ampel für Radfahrer vorschalten

Außerdem ist der Leser für ein Vorschalt-System der Ampeln für Radfahrer und Fußgänger. Diese sollten rund zehn Sekunden eher Grün bekommen als Auto- und Lkw-Fahrer. So könnten auch Rechtsabbiege-Unfälle vermieden werden. Ein zusätzlicher Spiegel sei nicht schlecht, aber er würde „das Problem nicht aus der Welt schaffen“, so der Werler.

Je nach Fabrikat gebe es bereits sieben bis acht Spiegel am und im Lkw. Alleine drei bis vier an der rechten Seite, die alle Bereiche abdecken. „Der tote Winkel stirbt nicht aus. Den wird es auch in zehn Jahren noch geben. Wichtig ist, dass alle Parteien aufmerksam sind und aufeinander aufpassen“, betont der Anzeiger-Leser.

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