Kreatives Nähen aus Stoff

Quilterinnen stellen in Werl und England aus 

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Werl/Lippetal – Das jüngste Nähprojekt der Lippetal-Quilterinnen geht international: deutsche und englische Quilterinnen arbeiteten zusammen an der „Half & Halb-Inspiration“ – eine Ausstellung, die ab Freitag in Werl zu sehen ist.

24 Quilterinnen aus Lippetal, Werl und der Region sowie 24 aus England haben dafür vor einem Jahr jeweils ein eigenes Foto aus der Natur und einen dominierenden Stoff ausgewählt.

Das Foto wurde längst durchgeschnitten, und jeweils eine Hälfte auf die Reise nach England geschickt und umgekehrt. Die Frauen in beiden Ländern setzten ihr halbes Motiv dann in Stoff um, mit einer festen Größe von 20 x 60 Zentimetern. Jede Näherin erarbeitete also zwei verschiedene Quilts in Anlehnung an ihre beiden Fotohälften. Dabei konnten alle Quilt- und Patchworktechniken genutzt werden unter Verwendung des zugeschickten Stoffes der Nähpartnerin. 

Lippetal-Quilterinnen stellen in Werl aus

So entstanden zwei Quilts zu einem Fotomotiv, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie sind dennoch ein Ganzes, wenn sie auch nicht zusammengenäht wurden. Stattdessen sind sie nun gemeinsam auf einer Holzleiste fixiert und durch das entsprechende Foto ergänzt.

Anni Strumann aus Herzfeld hatte seinerzeit mit ihrer Quiltfreundin Jill Packer den Patchwork-Austausch in Gang gebracht. Alle Vorlagen wie Fotohälften und Stoffe wurden gesammelt und in den Nordwesten Englands verschickt, wo die Quilterinnen von „Gone to Pieces“ zuhause sind. 

Auch Lore Schmaltz aus Soest brauchte dann eine Weile für die zündende Idee: „Das war zum Teil schwierig, aus dem halben Foto was zu machen.“ Ihre Fotohälfte war dominiert von einem Tannenzweig. Wie näht man sowas? Hildegard Cremer aus Werl pflichtet ihr bei: „Da musste man sich erstmal reindenken.“ In jedem Stoffladen, den die Soesterin fortan besuchte, hatte sie den Tannenzweig im Kopf. Und wurde fündig: Ein grüner Batikstoff war Inspiration und Startschuss zugleich, die Arbeit zu beginnen.

Martina Lipsmeier aus Hamm hatte das Foto eines Kunstwerks als Vorlage und halbe Vorgabe auch für ihre englische Partnerin gewählt: Das Bild hatte ihr Vater damals geschenkt bekommen – und wurde damit von ihrer Seite nun eine Hommage an den Goldschmied; Crazy-Patchwork (verrücktes Patchwork) mit Perlen und metallenen Armband-Stückchen verziert. 

Monika Ziermann, sozusagen die Chefin des Werler Nähteams, machte in Tomaten. Rottöne in allen Schattierungen, wenn auch das Foto mit aufgeschnittenen Fruchtvarianten ganz schnell aus dem Rennen war. Kerne sind nämlich ähnliche Herausforderungen wie Tannenzweige – extrem kleinteilig zu handarbeiten, wenn entsprechendes Stoffstück fehlt. Monika Ziermann blieb darum bei der realitischen Wiedergabe ganzer Baumwollfrüchte, nähte Blätter aus Organzastoff und drehte Stoffstreifen zu Stielen. Ihre Partnerin Shiona Ross setzte ihre Tomatenbild-Hälfte in traditioneller Patchworktechnik um; kleine, von Hand aneinandergenähte Hexagone stilisieren ihre Nachtschattengewächse.

Ob lila Krokus-Landschaft aus Deutschland oder britische Bergidylle, ein alter Baum oder die Windmühle auf der Wiese – die Motive und deren Umsetzung könnten vielfältiger nicht sein. Die Quilts, die aus den vorgegebenen Fotohälften in England und Deutschland entstanden sind, finden in ihrem Farbspiel aber wieder zusammen. Und sind wahre Hingucker, nicht nur in ihrer bisweilen erstaunlichen Kleinteiligkeit. 

Die Ausstellung ist ab Freitag in Werl im Norberthaus am Kucklermühlenweg neben der Kirche zu sehen. Danach geht’s im Februar weiter zur „Handmade“ nach Bielefeld und schließlich nach England.

Die Termine im Norberthaus: am Freitag, 8. November, von 14 bis 18 Uhr, am Samstag, 9. November, von 10 bis 18 Uhr, am Sonntag, 10. November, von 10 bis 18 Uhr. Verkaufsstände, Kaffee und Kuchen begleiten die Schau; ein Teil des Erlöses geht an die Herzkissenaktion der Norbert-Frauen.

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