Interview mit Pastor Dr. Best über seinen Wechsel nach Werl

Funktionierende Ökumene: Zum Planungstreffen zum ökumenischen Christus-Jahr traffen sich am 1. Dezember 2016 von links Pfarrer Dr. Gerhard Best, Pfarrer Werner Vedder (Dinker), Heinz Deeken (Pfarrgemeinderat Jesus Christus Lippetal), Pfarrer Ralph Frieling (Weslarn), Diakon Günter Meiser (Oestinghausen) sowie Pfarrer Jochen Kosmann (Pferrer St. Ida in Herzfeld und Lippborg. - Foto: Dülberg

LIPPETAL - Zum 1. November 2013 wurde Dechant Dr. Gerhard Best seinerzeit vom Erzbistum Paderborn zum Nachfolger von Pastor Horst Klabes ernannt und übernahm als Pfarrer die Gemeinde „Jesus Christus Lippetal“. Fünf Jahre später wird der inzwischen zum Domkapitular „beförderte“ Seelsorger erneut versetzt.

Überraschend gab Erzbischof Becker bei einer Messe in Werl am Sonntag bekannt, dass er sich vom September 2018 an als neuer Wallfahrtleiter in Werl einarbeiten und dann diese Aufgabe von den Franziskanern am 8. September 2019 übernehmen soll. Michael Dülberg sprach mit Gerhard Best über seinen Wechsel und seine Zeit in Lippetal.

Anzeiger: Pastor Best, Ihre Gemeinde wurde von der unerwarteten Nachricht vollkommen überrascht. Spüren Sie etwas Unverständnis?

Dr. Gerhard Best: Ich bedauere, dass es so gelaufen ist. Aber der Erzbischof hatte verständlicherweise gewünscht. die Nachricht selber bekannt zu geben.

Werden Sie jetzt einen Gang runterschalten bei der Seelsorge in Ihrer Gemeinde?

Best: Selbstverständlich geht meine Arbeit für die Gläubigen in vollem Umfang bis zum 31. August so weiter wie bisher. Auch werden alle verabredeten Trauungen von mir gefeiert, die Kirchenrenovierung bleibt mein Thema. Darüber hinaus werde ich auch an der Messdiener-Freizeit am 1. September noch teilnehmen.

Wie kam es zu Ihrer neuen Berufung zum Rektor der Wallfahrt in Werl?

Best: Ich habe mich gefreut, als der Bischof mich danach gefragt hat, ob ich die Stelle in meiner Heimatstadt übernehmen möchte. Das ist eine echte Herausforderung vor der ich hohen Respekt habe. Ich habe bereits einen Brief an viele Freunde und Bekannte geschrieben und bin auf Zuspruch gestoßen. Ich erhoffe mir dadurch auch wertvolle Ratschläge für die neue Tätigkeit.

Sie kamen 2013 nach dem Unfalltod von Pastor Horst Klabes nach Lippetal. Wie sehen Sie heute den damaligen Start?

Best: Das war auch nicht leicht für das Bistum, in der schweren Situation einen Nachfolger zu finden. Ich hatte als Dechant auch schon vorher viel Kontakt nach Lippetal. Dann besonders auch in der Übergangszeit. Da lag es nahe, mich an die Lippe zu entsenden.

Was war Ihre wichtigste Aufgabe während der Zeit bei Jesus Christus Lippetal?

Best: Die größte Aufgabe war die Kooperation mit der Gemeinde St. Ida in Herzfeld und Lippborg gemeinsam mit Pastor Kosmann deutlich zu stärken. Seit 2016 haben wir jetzt Lippe- sowie Bistumsübergreifend ein gemeinsames Pastoralteam. Den Pastoralplan haben wir als Manifest sogar schriftlich niedergelegt. Ich halte den Zusammenschluss für die einzige vernünftige Form der Zusammenarbeit, eine Spaltung in drei Bereiche hätte dem kirchlichen Leben unendlich geschadet. Ich habe auch noch keine Stimmen gehört, die etwas anderes sagen.

Wie sehen Sie die Stellung der Kirche in Lippetal?

Best: Man kennt sich. Der Glaube spielt hier noch eine Rolle, kirchliches Leben ist von Bedeutung. Andere beneiden uns, dass die Pastoral so in der der Nähe der Menschen geblieben ist. Hier kann man also als Pfarrer gut arbeiten. Aber Kirche sind nicht nur die beiden Pastöre. Es gibt einen wohltuenden Zusammenhalt im Pastoral-Team, vertrauensvolle Zusammenarbeit in den Gremien – Frauen und Männer, die interessiert sind und wirklich mitarbeiten. Deshalb sehe ich auch der neuen Aufgabe mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Ich werde die Arbeit hier sehr vermissen, es gab auch eine gute Zusammenarbeit bei der Ökumene mit den evangelischen Kollegen. Ganz viele Gruppen in der Gemeinde sind mir ans Herz gewachsen, ganz besonders die Messdiener, die Schützen und, und und…

Wird es ein Engagement geben, das Sie fortsetzen?

Best: Ich habe mir vorgeommen, meine Rolle im Ensemble der Passionsspiele beizubehalten. Also werde ich auch 2019 wieder mitwirken, nicht als Pastor, sondern als Schauspieler auf der Bühne.

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