Seit Jahrzehnten geplant

Langenwiedenweg: Bahn will die Unterführung

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Soll weg aus Sicht der Bahn und des Bürgermeisters: der Bahnübergang Langenwiedenweg.

Werl – Noch ist es nicht „höchste Eisenbahn“ – aufs Tempo drücken die Beteiligten nicht. Aber die Bahn spricht sich deutlich für den Bau einer Bahnunterführung am Langenwiedenweg aus.

„Wir verfolgen weiterhin das Ziel, die Bahnübergänge Langenwiedenweg und Hammer Straße aufzuheben und eine kostenoptimale Gesamtlösung zu erarbeiten“, teilt das Unternehmen auf Anzeiger-Anfrage mit. Damit ist ein wichtiger Aspekt der „Wiederbelebungsversuche“ für das zuletzt in der Versenkung verschwundene Großprojekt erfüllt. Denn mit Stadt, Bahn und dem Bund sitzen drei Partner in einem Boot, die am Bau zu beteiligen sind.

Die Gründe

Die Deutsche Bahn AG zeigt sich nach dem jüngsten Vorstoß von Bürgermeister Michael Grossmann, das seit Jahrzehnten geplante Vorhaben doch noch zu realisieren, „offen“ für Gespräche mit der Stadt Werl, sagt ein Bahnsprecher. An der Position der Bahn habe sich nichts geändert: Sie sieht in höhengleichen Querungen an Bahnübergängen wie am Langenwiedenweg und an der Hammer Straße Gefahrenpunkte für den Verkehr. Bei einer Unterführung am Langenwiedenweg kommen sich Autos und Züge nicht mehr in die Quere. Die Hammer Straße würde abgebunden und ein Tunnel im Bereich Langenwiedenweg die Gleise unterführen.

Der Auslöser

Nach einer Panne am Bahnübergang Hammer Straße, bei der ein Zug den Übergang bei offenen Schranken passieren musste, hatte Michael Grossmann im April die Unterführung wieder ins Spiel gebracht. Die Übergänge seien nicht sicher, Unfälle eine „Frage der Zeit“.

Die Historie

Die fertig geplante Bahnunterführung am Langenwiedenweg war vor gut drei Jahren von der Politik als „Planung für die nächste Generation“ auf die lange Bank geschoben worden; zuvor war die CDU 2011 erstmals aus Kostengründen öffentlich von dem bald 60 Jahre alten Vorhaben abgerückt. Planerisch sind seit 2015 zwar alle Weichen zum Bau gestellt; aber wegen der Kosten schreckte die damals vor der Überschuldung stehende Stadt zurück.

Die Kosten

Der Werler Bürgermeister hatte aber auf Programme verwiesen, die den Bau für Werl finanziell „erträglich“ machen würden. Städte wie Werl könnten eine Förderung von 80 Prozent auf den Eigenanteil erhalten. Heißt: Bei 30 Millionen Euro geschätzter Unterführungs-Kosten, von denen Bund, Bahn und Stadt je ein Drittel zu tragen haben, blieben zehn Millionen an Werl hängen; bei 80-prozentiger Förderung reduziert sich das auf zwei Millionen Euro für die Stadt. „Da wäre es doch geradezu fahrlässig, wenn wir uns darüber jetzt nicht noch mal Gedanken machen würden“, so der Verwaltungschef im April; auch er hatte damals aber nicht zur Eile geblasen: „Das muss ja nicht absoluten Vorrang erhalten.“

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