Gegen das Bienensterben

Ackern für den Naturschutz: Werler Landwirte pflanzen Blühstreifen

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Aktion zum Naturschutz: Andreas Pradel, Daniel Buschkühl (Raiffeisen), Martin Potthoff und Henning Cloer (von links).

Werl – „Wir Bauern reden nicht viel über Natur- und Artenschutz – wir ackern jeden Tag dafür“, sagt Ortslandwirt Henning Cloer – und nennt als Beispiel auch wortwörtlich „neue Wege“ der Werler Landwirte zum Insektenschutz und gegen das Bienensterben.

Beides sei schließlich derzeit „in aller Munde, doch die wenigsten Menschen steuern dem aktiv vor Ort entgegen.“ Landwirte seien neben den Jägern die größte Gruppe „unbezahlter Natur- und Landschaftsschützer und verfügen über reichlich Fachwissen“, sagt Cloer.

Was den Ortslandwirt ärgert: Dennoch würden sie beschuldigt, für Insektensterben und Co. verantwortlich zu sein. Um dem Insektenrückgang aktiv vor Ort entgegenzutreten, haben der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und auch die Raiffeisen Sauerland Hellweg Lippe je ein Programm zur Schaffung von Blühstreifen geschaffen.

21 Fußballfelder

Dadurch seien allein im Werler Raum rund 15 Hektar Blühstreifen entstanden. Dies entspricht der Fläche von 21 Fußballfeldern. Henning Cloer rief gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Ortsvereins Werl, Martin Potthoff, und der Stadt Werl ein weiteres Blühstreifen-Projekt ins Leben.

Dabei gehe man noch einen Schritt weiter. Entgegen dem Trend, für die Blühstreifen Ackerland aus der Produktion zu nehmen, beschreiten Cloer und seine Mitstreiter in Werl einen neuen Weg: Nicht beziehungsweise nur sehr wenig genutzte unbefestigte Wirtschaftswege und Ackerrandstreifen werden mit Blühmischungen eingesät „und somit biologisch aufgewertet“.

Rückzugsmöglichkeit für Wildtiere

Die Raiffeisen Sauerland Hellweg Lippe unterstütze auch dieses Projekt mit kostenlosem Saatgut. In diesem ersten Versuch wurden laut Cloer 9.200 Quadratmeter städtischer Wirtschaftsweg und Ackerrandstreifen mit einer Blühmischung eingesät. „Es bleibt also die vom Kreis geforderte Offenlandschaft erhalten und trotzdem dient diese Fläche dann neben den Insekten auch bald den Wildtieren als Rückzugsmöglichkeit.“

„Verärgert“ zeigen sich die beiden Landwirte darüber, „dass viele Pseudonaturschützer nur über Naturschutz reden, aber sich noch nicht einmal an die Spielregeln im hiesigen Vogelschutzgebiet Hellwegbörde halten“. Dazu, so der Ortslandwirt, zählen:

  • grüne Wege meiden
  • Hunde in der Brutzeit anleinen 
  • Hunde nicht auf Feldern laufen lassen und Lärm vermeiden.

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