Stadt wiederholt Ausschreibung, weil Erst-Angebot „unangemessen hoch“ war

Kurparkbrücke noch lange gesperrt

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Weiter betreten verboten: Die Reparatur der Kurparkbrücke ist nicht absehbar.

Werl – Das Wort „Brücke“ taucht im Wort „Abrücken“ auf – und beides kombiniert die Stadt nun. Zwangsweise. Denn vom Ausschreibungsangebot für die Sanierung der Kurparkbrücke nimmt die Stadt Abstand. „Weil es unangemessen hoch war“, sagt Stadtplaner Ludger Pöpsel auf Anfrage. So viel Geld, wie vom Anbieter verlangt wurde, wolle die Stadt nun wirklich nicht in das Bauwerk stecken. Daher wurde die Ausschreibung aufgehoben. „Dazu sind wir in solchen Fällen gehalten.“

Das hat Folgen: Es soll eine neuerliche Ausschreibung geben in der Hoffnung, dass ein besseres preisliches Angebot kommt. Vor allem aber bedeutet das: Die beschädigte Brücke im Kurpark bleibt weiterhin nicht nutzbar. Wie lange, das sei völlig unklar, sagt Pöpsel. Ganz sicher werde sich die Erneuerung um mehrere weitere Monate hinziehen. Seit Sommer 2018 ist die Holzkonstruktion nun gesperrt.

Ortstermin mit der Bürgerinitiative

In dieser Woche gab es einen Ortstermin im Kurpark mit der Bürgerinitiative, die sich bei der Sanierung mit helfender Hand einbringen will. Er habe mit den Beteiligten gesprochen und die Situation erläutert, sagt Ludger Pöpsel. 

Klar sei, dass am Ende ein „vernünftiges Bauwerk“ stehen müsse. Und vor allem eines, das sicher ist, auch von der Statik her. Da stehe die Stadt als Bauherr in der Pflicht. „Aber der Teufel steckt im Detail, das muss man deutlich so sagen“, so der Stadtplaner, der selber nicht erfreut über die neuerliche Verzögerung ist. 

Die sanierte Brücke müsse jeder Überprüfung Stand halten. Ein Statiker war zu dem Schluss gekommen, dass weite Teile des alten Tragwerks stabil genug für eine Sanierung sind. Zwar sind Teile der Rammpfähle kritisch zu sehen, vor allem an Stellen, wo der Wasserspiegel wechselt. Aber sie sind wohl noch nutzbar. 

Ausgetauscht werden muss hingegen einer der sechs Längsträger aus Eiche. Auch Teile der Querträger darunter sind morsch und müssen ersetzt oder mit Stahl ertüchtig werden. Neu gemacht werden müssen der oben aufliegende Bohlenbelag aus Eiche und wohl auch das Geländer.

Über die Kurpark-Brücke wird seit vielen Monaten diskutiert, auch emotional. Zunächst stand angesichts des maroden Zustands ein Komplett-Neubau mit Kosten im sechsstelligen Euro-Bereich im Raum.

Viele sprachen sich für den Erhalt aus

In dem Zuge hatte der Stadtplaner angeregt, ob nicht auch ein Verzicht in Frage kommen könne. Aber viele Bürger sprachen sich für den Erhalt des Bauwerks aus, allen voran die Freiwilligen um Eugen Höhn und Franz Schäfer. 

Ludger Pöpsel hatte aber auch betont, dass die Brücke „ein sehr prägendes Element“ sei, das zur Atmosphäre im Kurpark beitrage. Nicht zuletzt sei sie auch ein schönes Fotomotiv. Für die Wegebeziehungen in Werls grüner Lunge sei dieser Übergang über den Teich aber nicht zwingend erforderlich.

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