Kulturmanager Dimitri Hegemann möchte Abwanderung von Jugendlichen stoppen

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Sucht das Gespräch mit Werler Jugendlichen: Dimitri Hegemann.

Werl/Berlin - Die Aufgabe ist gewaltig, die Unterstützung prominent. Der aus Büderich stammende Berliner Event- und Kulturmanager Dimitri Hegemann ist angetreten, das Potenzial der Jugend in ländlichen Regionen zu fördern und die Abwanderung zu stoppen.

Am 23. Oktober unternehmen Stadtverwaltung und Hegemann einen ersten Versuch, mit Jugendlichen aus Werl ins Gespräch zu kommen.

„Happy Locals“ nennt Hegemann seine Initiative, die schon in zahlreichen Städten bundesweit für Furore gesorgt hat. Vortrag und Diskussion in Werl sind ab 19.30 Uhr im Kulturbahnhof geplant.

„Wir richten uns an euch, an junge Menschen, die neugierig sind und etwas verändern wollen“, steht auf dem Plakat, das für die Veranstaltung werben wird.

„Jugend braucht Freiraum“, lautet das Motto – oder anders: „No more Langeweile“. Die aus Büderich stammende und in Berlin lebende Journalistin Kathryn Kortmann hat mit Hegemann im Vorfeld der Veranstaltung gesprochen.

Der in der Hauptstadt hoch angesehene Kultur-Manager antwortete auf die Frage, mit wem er denn an dem Abend diskutieren wolle: „Auf jeden Fall sollen Jugendliche kommen, nur junge Menschen, Rebellen, Querdenker, Nonkonformisten, Punks und alle, die anders denken.“

Die Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden ermuntert Dimitri Hegemann, sie sollten „einfach mal Ja zu ihrer Jugend sagen, auch zu unbequemen Projekten, die Jugendliche sich wünschen“.

„Gebt der Jugend Raum. Raum, sich zu treffen, Raum, um zu experimentieren, Raum, sich selbst zu verwirklichen“, sagt Hegemann. „Die ganze Kreativität, die Berlin nach dem Mauerfall entfalten konnte, hatte sie leer stehenden Gebäuden zu verdanken, die durch den Systemwechsel frei geworden waren und im Rahmen von Zwischennutzungen Kreativen zur Verfügung gestellt wurden. Hier konnte sich deren Potenzial frei entfalten und hat Berlin erst zu dem gemacht, was es heute ist“, blickt der Büdericher zurück.

Davon, sagt Hegemann, „kann jede Stadt, so klein sie auch sei, lernen, denn irgendeinen nicht genutzten Raum, den man Jugendlichen geben könnte, gibt es fast überall. So kann man die Abwanderung wirklich stoppen und die Jugend vor Ort halten“, ist Hegemann überzeugt.

Eine leer stehende Immobilie war Hegemann übrigens vor ein paar Wochen, als er zum Kurzbesuch in Werl war, sofort ins Auge gefallen: das frühere Möbelhaus Fredrich & Neuschäfer. Solche Gebäude sind es, in denen sich Kreativität ihren Raum suchen kann.

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