Tomatenhof Stemann

Nach Brand: Chemikalien im Werler Uffelbach? Ergebnis liegt vor

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Noch am Brandtag wurden aus dem Seitengraben Chemie-Proben entnommen, später belastetes Löschwasser und Schlämme abgesaugt.

Werl - Aufatmen am Uffelbach: Das Gewässer ist nicht durch austretende Chemikalien beim Brand auf dem Tomatenhof Stemann belastet worden. Das ist das Ergebnis der Beprobungen des Baches, das nun vorliegt.

Das teilte der Sprecher des Kreises Soest, Wilhelm Müschenborn, auf Anfrage mit. Die Proben des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) hätten ein „erfreuliches Ergebnis“ gebracht: Der Uffelbach in der Nähe des Hofes am Bergstraßer Weg sei vom Säureaustritt „nicht betroffen“. 

Unter anderem hatte die Untere Wasserbehörde eine Sperre vor den Bach gesetzt, um eine weitere Ausbreitung der auslaufenden Chemikalien zu verhindern. Zudem ist der durch Säureaustritt verunreinigte Seitengraben offenbar erfolgreich saniert worden. Eine Fachfirma hatte hier über mehrere Tage Löschwasser und Schlämme abgesaugt. 

Einen Haufen Probleme sieht unser Cartoonist.

Bei den Beprobungen im Zuge des Feuers war eine mit zunehmender Entfernung abnehmende Verunreinigung durch Chemikalien festgestellt worden. Im Nachgang wurde der pH-Wert im Seitengraben nochmals kontrolliert. Auch hier könne man Entwarnung geben, sagt Müschenborn. Die Sanierung sei erfolgreich verlaufen, der pH-Wert neutral. „Nach menschlichem Ermessen ist da also nichts mehr drin.“ 

Die Kontrollen des Kreises Soest am Brandort sind damit aber noch nicht abgeschlossen. Der Anbau an das Haupthaus des Tomatenhofs,in dem im Mittag des 31. März der Brand im Blockheizkraftwerk ausgebrochen war, muss abgerissen werden. Hier stehen auch die Chemiebehälter, aus denen der Dünger für die Pflanzen zusammengemischt wird. 

Kampf um das Leben der Pflanzen

Dass die Auffangwanne Risse aufwies und „wohl nicht auf dem idealsten Stand der Technik“ sei, hatte der Kreis Soest schon wenige Tage nach dem Feuer mitgeteilt. Nun kündigte Müschenborn an, dass der Kreis nach dem Abriss des Anbaus den Untergrund des Gebäudes kontrollieren werde. „Wir werden schauen, ob da was ist“, sagt der Kreis-Sprecher. Sollte der Boden eine Belastung aufweisen, werden weitere Maßnahmen nötig sein. Allerdings wird der Abriss wohl nicht kurzfristig erfolgen. 

Auch am Wochenende waren Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde vor Ort, um zu überprüfen, ob auch über Drainagen Chemikalien in die Umwelt gelangt sein könnten. „Aber da ist alles in Ordnung“, sagt Müschenborn.

Folgen für die Natur und den Betrieb

Das Feuer auf dem Tomatenhof Stemann hatte zu einem Großeinsatz der Feuerwehr und der Behörden geführt. Die Wehr war beim Löschen durch die Chemiebehälter überrascht worden; dass Säure austrat, konnte nicht verhindert werden. Neben dem Schaden für die Natur entstand auch ein hoher Schaden für den Betrieb. Auf über 150 000 Euro wurde er geschätzt, der Betrieb wird notdürftig mit einem Stromaggregat versorgt.

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