Vorsitzender gibt Statement ab

„Kosten wären viel zu hoch“: CDU spricht sich gegen Bücherbus aus

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Viele Jahre im Kreisgebiet unterwegs und mittlerweile verschrottet: der Bücherbus.

Werl - Die Werler CDU positioniert sich in Sachen Bücherbus – und sie tut das mit der erwarteten Deutlichkeit.

Natürlich, betont deren Vorsitzender Gerd Petermann, stehe seine Partei für eine gute Leseförderung. In den kommenden 20 Jahren allerdings 6 bis 8 Millionen Euro in ein Angebot zu investieren, das nur von einer Handvoll Bürgern genutzt werde, sei unverantwortlich. 

Vor diesem Hintergrund lehne die Werler CDU den „antiquierten und völlig überteuerten Bücherbus“ ab, so Petermann bei einem Besuch in der Anzeiger-Redaktion. 

Die Situation für die Parteien, die sich gegen den Bus aussprechen, ist deshalb schwierig, weil das Thema emotional besetzt ist. Wer den Bücherbus nicht wolle, der stelle sich gegen Kinder und Senioren – so lautet ein Kernargument der Befürworter. 

Und außerdem biete dieser Bücherbus bei seinen Haltepunkten in den Stadtteilen auch eine ideale Gelegenheit zur Kommunikation, heißt es weiter. Das nennt Petermann unredlich. „Wer will denn diese 20 Minuten, die der Bus an den einzelnen Stationen hält, tatsächlich nutzen, um mit anderen zu kommunizieren?“, fragt Gerd Petermann. 

Der Bus halte an 160 Stationen im Monat, das mache rund 1 920 Stopps im Jahr, rechnet der Parteichef vor. „Im Jahr 2017 haben aber nur 1 287 Personen überhaupt ein Buch ausgeliehen. Und das bei mehr als 300 000 Einwohnern im Kreis Soest. Die Hälfte der Stopps findet zudem vormittags statt, wenn Kinder in der Schule sind“, heißt es in einem Beitrag des gestern erschienenen „Unionsbriefes“.

Ein neuer Bücherbus würde laut CDU rund 500 000 Euro kosten, zudem fielen Kosten in Höhe von jährlich 300 000 Euro für den Betrieb an. Obwohl nur eine Handvoll Personen den Bücherbus nutze, seien die laufenden Kosten so hoch, als würde man jedes Jahr an jeden einzelnen Schulanfänger im Kreis Soest einen hochwertigen E-Book-Reader für 100 Euro verschenken“, heißt es in dem Artikel weiter.

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