Korian-Gruppe kauft die drei Häuser des Seniorenzentrums am Westuffler Weg

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Für die Sanierung gibt es bereits konkrete Pläne und Vorstellungen, wie die Räumlichkeiten im Anschluss aussehen sollen.

Werl - Beim Thema „Pflege“ möchte die Korian-Gruppe in Werl auf Dauer die erste Geige spielen: Nach langen Verhandlungen hat die Gruppe nun den Kauf der drei bislang von ihr angemieteten Häuser des Seniorenzentrums am Westuffler Weg verkündet - und stellt umfangreiche Sanierungen in Aussicht.

Seit Monaten wurde um die Übernahme gerungen, nun steht fest: Nach dem Bekenntnis zum Standort Werl im September lässt die in München ansässige Korian-Gruppe Taten folgen. Mit dem Erwerb der Immobilien am Westuffler Weg lege man die Basis für eine „umfassende Sanierung und Zukunftssicherung der Häuser Amadeus und Mozart.“ Die Planungen für die künftige Verwendung des stillgelegten Hauses „Wolfgang“ seien noch nicht abgeschlossen. 

Über den französischen Mutterkonzern wurden die seit 1996 von der damaligen Curanum-Gruppe betriebenen Häuser von der LHI-Leasing mit Sitz in Pullach bei München erworben. Ein seltener Vorgang: Werl ist nach Anzeiger-Informationen erst der dritte Standort in Deutschland, der von der Gruppe gekauft wird. 234 Standorte hat die Gruppe in Deutschland. 

Freude über die Entscheidung

„Für die geplanten Umbauten gibt es bereits umfangreiche Planungen, Gespräche mit der Heimaufsicht bezüglich der notwendigen Anpassungen nach WTG wurden bereits geführt und werden nun umgehend intensiviert“, teilte die Gruppe auf Anfrage mit. WTG steht für Wohn- und Teilhabegesetz. „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung und sind sicher, dass wir nun eine hervorragende Ausgangssituation haben, um für Bewohner, Familien und Mitarbeiter wieder der Pflegeanbieter der Wahl in Werl zu werden“, sagt Carola Seeberger, Geschäftsführerin von Korian Deutschland für das Bundesland NRW. Man werde „angesichts des nahenden WTG-Stichtages mit Hochdruck an die Maßnahmen gehen.“

Auch Einrichtungsleiter Andreas Schillmann freut sich über die Nachricht. „Jetzt ist die lange Zeit der Gerüchte und Spekulationen endlich vorbei.“ Vor der Umbauzeit sei ihm nicht bange. „Wir werden das so gestalten, dass die Bewohner möglichst wenig beeinträchtigt werden.“ Wenn die Häuser nachher „viel schöner und komfortabler werden, dann wiegt die Vorfreude die zusätzlichen Belastungen für unser Team in jedem Fall auf“. 

Investitionsbedarf war im Vorfeld bekannt

Verfolgt wird die Strategie der „integrierten Versorgung“. Dass am Seniorenzentrum dringend etwas geschehen muss, ist lange bekannt. Zur Gesetzes-Neuregelung nach dem WTG gehört die Einzelzimmerquote. Bis 2018 müssen 80 Prozent der Zimmer Einzelzimmer sein. Zudem sind ab 1. August nur noch Bäder erlaubt, die direkt vom Zimmer aus zugänglich sind, maximal von zwei Zimmern aus. Die Häuser am Westuffler Weg erfüllen die Vorgaben bislang nicht. 

Dass sich die Gruppe lange nicht klar zur Zukunft der Werler Häuser äußerte, hatte für Spekulationen gesorgt, der Standort könne aufgegeben werden. Ob nun Maßnahmen wie ein Belegungsstopp drohen, ist offen. Die WTG-Behörde (früher Heimaufsicht) des Kreises Soest hatte im Vorjahr angekündigt, nicht vor dem Stichtag zur Umsetzung der Vorschriften am 1. August tätig werden zu wollen.


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