Konter der Verwaltung

Darum ist die Firma „H&S“ sauer auf die Stadt Werl

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Vom Gewerbegebiet Unionstraße aus hätte die Firma „H&S“ gerne eine direkte Anbindung an die Soester Straße.

Werl - „Wir hängen in der Luft“: Die H&S Heizungs-, Sanitär- & Kaminofentechnik GmbH fühlt sich von der Stadt Werl im Stich gelassen. Man wolle erweitern, wisse aber noch immer nicht, wie das umgesetzt werden könne. „Frustrierend“ sei das, sagt der Chef Matthias Kleinschnittger.

Und er betont: „Wenn wir als Unternehmen so agieren würden wie die Stadtverwaltung, gäbe es uns schon gar nicht mehr.“ Die Stadt sitze die Dinge aus. „Das kann ich nicht nachvollziehen.“ Eine Kritik, die die Verwaltung so nicht stehen lassen will. „Überrascht“ zeigte sich am Dienstag Stadtplaner Ludger Pöpsel auf Anfrage. „Da kann ich nur meine Verwunderung zum Ausdruck bringen.“ 

Hintergrund ist ein lange schwelender Zwist zwischen zwei Firmen und der Stadt. Sowohl „H&S“, als auch die RK Autowelt gegenüber wollen eine eigene Zuwegung an die Soester Straße. Die Stadtverwaltung hatte sich aber dagegen ausgesprochen. Vor über einem Jahr seien Prüfungen angekündigt worden, seither aber nichts passiert, klagt Kleinschnittger. „Wir haben von der Stadt nichts mehr gehört.“ Nur ein Eingangsbestätigungs-Schreiben habe man auf einen Brief an das Rathaus erhalten. 

Konter der Verwaltung 

Ludger Pöpsel kontert das. Bei einer Besprechung aller Beteiligten im Dezember 2017 habe RK-Chef Gerd Bollmeyer angekündigt, einen Antrag auf Genehmigung einer Zufahrt an die Stadt richten zu wollen. Das sei aber nicht passiert. Daher habe man keine Veranlassung gesehen, den H&S-Wunsch weiter zu verfolgen, der im Zuge des RK-Antrags behandelt werden sollte. „Wir sind aber natürlich gesprächsbereit.“ Klar sei: Die Ortsdurchfahrt müsste dafür Richtung Osten verlängert werden. Dagegen habe sich aber der Landesbetrieb Straßen ausgesprochen. Sollte Werl dennoch einen Antrag auf Verlängerung stellen, bedürfe es eines politischen Beschlusses. 

Dabei sei diese Zuwegung aus mehreren Gründen für sein Haus mit 42 Mitarbeitern wichtig, betont Kleinschnittger. Vor allem, weil die Firma am Standort Unionstraße ausbauen will. Eine Zuwegung würde die Verkehrswege und Parkmöglichkeiten ändern und den Innenhof, bislang für die Verkehrsführung unverzichtbar, bebaubar machen. Ohne Anbindung zur Soester Straße müsse H&S in die Höhe bauen. Das sei teurer und weniger kundenfreundlich. „Aber da es noch immer keine Entscheidung gibt, müssen wir jetzt zweigleisig planen.“ 

Standortbekenntnis

Dabei gibt die Firma mittlerweile ein Standortbekenntnis ab. Man habe das Angebot einer Nachbarkommune zum Umzug verworfen, sagt Kleinschnittger. Das hänge nicht zuletzt mit der Verwurzelung mit Werl nach über 30 Jahren Präsenz zusammen. Hinzu kommt, dass der Mieter im Nachbarkomplex, die Firma Rammelmann, auf dem KonWerl-Areal selber baut. Man habe dem Unternehmen zum Ende 2020 gekündigt, sagt der H&S-Chef. Schließlich brauche er die Flächen – darunter eine Halle – selbst für die Expansion. Da sei es gelegen gekommen, dass Rammelmann sowieso über ein eigenes Standbein nachgedacht habe. 

Auch H&S habe sich nach einem anderen Standort in Werl umgeschaut, wo man sich ausbreiten könnte – aber vergebens. Unter anderem gehe es um neue Ausstellungsflächen, um dem unausweichlichen Thema „Digitalisierung“ für Kunden von morgen nachkommen zu können. Man wolle in diesem Bereich Vorreiter in der Region werden. Da Alternativen fehlen, wolle man das Beste aus dem heutigen Standort machen. Dabei sieht Kleinschnittger die Verwaltung in der Pflicht. „Wir sehen uns als Kunde der Stadt – aber da kommt nichts zurück.“

H&S auf Expansionskurs

H&S befindet sich auf Expansionskurs. Zum 1. August hatte die Werler Firma das Belecker Unternehmen Blanke Installation gekauft und mittlerweile am Standort Werl integriert. Ziel der Zusammenführung war, den Marktanteil in der Region weiter auszubauen und den Servicegrad für die Kunden zu erhöhen. Ein Vorteil sei die lokale Marktführerschaft von H&S im Bereich der Kamin- & Pelletofentechnik in Lippstadt und in Werl, hieß es bei der Übernahme.

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