Müll, Abwasser, Friedhof

Gebühren: Werler müssen in vielen Bereichen mehr bezahlen

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Beim Schmutzwasser sinkt die Gebühr. Grund: der höhere Wasserverbrauch.

Werl – Auf die Werler Bürger kommen Mehrkosten bei den Gebühren zu.

Sie fallen aber „moderat“ aus, sagt der Chef des Kommunalbetriebs (KBW), Franz Josef Büker, auf Anfrage. Am deutlichsten sind die Anstiege im Friedhofsbereich und beim Biomüll, während sich Kostenänderungen beim Abwasser nahezu aufheben.  Die Straßenreinigungsgebühr bleibt stabil. 

Im einzelnen wird der KBW dem Betriebsausschuss am 12. November und später dem Rat folgende Gebührenveränderungen vorschlagen: 

Abfall: Die Kosten für die Müllabfuhr werden 2020 steigen. Für Restmüll müssen die Bürger aufs Jahr gerechnet zwischen 0,8 und 1,9 Prozent mehr zahlen, je nach Tonnengröße und Abfuhrrhythmus. Ein Beispiel: Bei einer 120-Liter-Tonne mit vierwöchiger Leerung sind bislang 139,85 Euro zu bezahlen; künftig sind es 142,16 Euro. 

Fehlbefüllungen machen Biomüll teurer

Deutlicher fällt der Anstieg beim Biomüll aus. Hier wird die Gebühr, wenn die Politik zustimmt, um 4,5 Prozent ansteigen. Das sei vor allem dem gestiegenen Personaleinsatz bei der notwendigen Kontrolle der Biotonnen geschuldet, erläutert Büker. Nach zahlreichen falschen Biomüll-Befüllungen waren Kontrollen notwendig geworden. Wo früher ein Mann auf dem Wagen reichte, fahren mittlerweile zwei mit. Das erhöht die Lohnkosten – und die sind von allen zu tragen. 

Straßenreinigung: Nahezu unverändert bleiben die Straßenreinigungsgebühren. Um einen Cent, so hat die Berechnung ergeben, muss angehoben werden. So zahlen die Bürger 2020 statt 2,28 Euro pro Meter künftig 2,29 Euro. Dass die Gebühr vor einigen Jahren noch deutlich höher bei über 2,60 Euro pro Meter lag, lässt Büker nicht unerwähnt. Vor allem die zuletzt milden Winter und der dadurch geringere Personaleinsatz im Winterdienst führen zu der Absenkung.

Friedhof: Alle Grabarten werden teurer. Man schlage eine durchgängige Erhöhung um sechs Prozentpunkte vor, sagt Büker. Die Stadt stecke viel Geld in die Friedhöfe, zum Beispiel bei der Wege-Erneuerung. Der Trend gehe nach wie vor von großen zu immer kleineren Grabfeldern, obwohl viele Gesamtaufwendungen gleich bleiben, erläutert Büker. 

Frischwasserverbrauch steigt

Abwasser: Die Gebühr für das Schmutzwasser soll von 3,02 Euro auf 2,94 Euro pro Kubikmeter sinken. Der Grund: Vor allem durch den trockenen Sommer ist der Frischwasserverbrauch in Werl entgegen der Prognose deutlich gestiegen. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Büker. Mehrverbrauch bedeutet auf die Gesamtmenge sinkende Gebühren pro Kubikmeter. 

Im Gegenzug aber steigt die Gebühr für Niederschlagwasser um acht Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche, und zwar von 90 auf 98 Cent. Grund seien „immer mehr Aufwendungen im Kanalnetz“. 70 Einleitungsstellen von Niederschlagswasser in Gewässer gibt es in Werl. Dort seien teure Maßnahmen bei Neugenehmigungen nötig, weil Vorgaben durch die Wasserrahmenrichtlinie immer strenger werden. 

Plus beim Niederschlagwasser, Minus beim Schmutzwasser: Ein Musterhaushalt mit vier Personen habe damit beim Abwasser insgesamt fast gleich bleibende Kosten, so der KBW-Chef.

Kleinkläranlagen: Sprichwörtlich könnte man darauf kommen, dass das Vorhalten einer Kleinkläranlage für Nutzer zum „Griff ins Klo“ wird. Denn die Entsorgung des Klärschlamms wird deutlich teurer. Sie steigt von 42,99 Euro pro Kubikmeter auf 53,06 Euro. Die Arbeit macht eine Fremdfirma für den KBW. „Wir mussten die Dienstleistung neu ausschreiben, der Vertrag war ausgelaufen“, sagt Büker. 120 Kleinkläranlagen gibt es in Werl.

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