Kommunalbetrieb weist Kritik an der Renaturierung des Salzbachs zurück

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Unterschiedliche Meinungen gibt es zur Renaturierung des Salzbaches.

Werl - Weil das Ufer des renaturierten Salzbachs zweimal im Jahr bis auf die Grasnarbe gestutzt wird, hat sich ein Anwohner an den Kommunalbetrieb gewandt.

Als Anwohner freute sich Jochen B. Müller seinerzeit, als der Salzbach aufwendig renaturiert wurde. „Es hieß, man würde Geld sparen, weil Geäst und Wasservögel nicht mehr aus dem Ablauftrichter des Kurparkteiches entfernt bzw. befreit werden müssten.“

Doch zweimal pro Jahr wiederhole sich das Spiel, beschreibt er seine jüngsten Beobachtungen: „In (vermutlich kostenintensivster) Handarbeit wird der Grünstreifen und der Salzbach im Bachlauf selber bis auf die Grasnarbe gestutzt.“

Er sei zwar kein Biologe, aber so habe er sich Renaturierung nicht vorgestellt, schreibt er dem Anzeiger. Auch die Antwort auf seine diesbezüglich bei Stadt und Kommunalbetrieb gestellte Frage sei für ihn nicht schlüssig: Der Salzbach „verstopfe“, man müsse bis ins Bachbett hinein Gewächse entfernen, man müsse radikal schneiden...

Jochen B. Müller, eine Zeitlang FDP-Ratsherr in Werl, holte sich Rat bei der BUND-Geschäftsstelle. Die habe seine Überlegung zum Radikalschnitt bestätigt: Gerade der bachnahe Grünstreifen solle in Ruhe gelassen werden, weil nur so Artenvielfalt von Fauna und Flora erreicht werden könne, habe er erfahren.

Ein Säubern des Bachbettes selbst sei höchstens einmal im Jahr, und dann im Herbst, empfehlenswert. Soweit die Seite des Anwohners. Es ist nicht die erste Kritik dieser Art, die seit der Renaturierungsmaßnahme des Salzbachs beim Kommunalbetrieb ankommt. Franz Josef Büker, Betriebsleiter beim KBW, erläutert daher die städtischen Prioritäten, die dort im Bereich gesetzt werden und etwas anders sind, zudem eng mit der Unteren Wasserbehörde bei Kreis Soest abgestimmt seien.

Am Salzbach und damit die Verlängerung der Kurpark-Gewässer gehe es eben darum, dass das Wasser erlebbar bleibt und gleichzeitig eine Verbuschung vermieden wird. Die Maat erfolge ein bis dreimal im Jahr, selten also.

Wobei an der Bachseite zum Bahndamm hin nur ein schmalerer Streifen gemäht werde, der Natur daher viel Spielraum bleibe, so Franz Josef Büker. „Die Uferfläche der Natur zu überlassen“, so wie es der Anwohner in seiner Anmerkung vorschlägt, dem wird die Stadt daher auch künftig nicht folgen – und dafür wohl auch immer wieder Kritik einstecken müssen.

Das bleibende Bacherlebnis und die Möglichkeit des Betretens der Böschungen haben aus städtischer Sicht Priorität und sind das Argument, warum der renaturierte Salzbach jetzt wieder freiliegt.

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