Knöllchen: CDU will Hinweise nicht missen

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Die Plastiktüte soll bleiben - denn bei Regen würde das "Knöllchen" zerfleddern.

Werl – Jenes „kommt gar nicht in die Tüte“ wollte die CDU so nicht stehen lassen. Der von der Verwaltung angedachte Verzicht auf Hinweise für Parksünder hinter den Scheibenwischern stieß im Hauptausschuss auf Kritik von Klaus Eifler. Der wollte die Neulösung gerne wegwischen. Die Stadt hatte damit argumentiert, dass ein Verzicht auf die Plastiktütchen, in die bislang der Hinweiszettel bei Verstößen verpackt wurde, Geld und Müll sparen würde. Die gingen ohnehin gerade zu neige. Und eine Vorschrift sei ein Hinweis auf die Verstöße ohnehin nicht.

Eifler fürchtet durch die Änderung aber „einen Wust von Mehrarbeit“ für die Verwaltung. Denn jetzt wisse ein Autofahrer, wenn er etwas falsch gemacht habe und erinnere sich drei Wochen später, wenn die Zahlungsaufforderung der Stadt kommt. Künftig aber würden viel mehr Bürger anrufen und den Brief der Stadt, der ja auch künftig komme, hinterfragen. Denn niemand wisse dann mehr, wann er was falsch gemacht haben könnte – auch wenn es immer Beweisfotos gibt. Aus Umweltschutzgründen drei Mitarbeiter mehr beschäftigen zu müssen, „damit habe ich ein Problem.“

Man habe das „wirklich lange diskutiert“, entgegnete Fachbereichsleiterin Iris Bogdahn. Es sei eine erhebliche Menge, die hinter die Scheiben gesteckt werde – um dann nicht selten von Autofahrern genervt weggeworfen zu werden. Nun auf diesen nicht vorgeschriebenen Hinweis ganz zu verzichten, sei ein Test. „Wir wollen sehen, wie viele Nachfragen kommen.“ Es entstehe eine Menge Plastikmüll, nur um dem Autofahrer zu sagen, dass er falsch geparkt habe.

Er habe Verständnis für den Verzicht auf Plastik, sagte Meinhard Esser (SPD). Aber man könne den Zettel doch auch einfach so an die Scheibe heften, ohne Hülle. Dann erhalte man den Lerneffekt. Nur wenn es regnet, sei das problematisch.

Genau das sei der Grund, das so nicht zu wollen, sagte Bogdahn. Bei Regen würde das Papier zerfleddern und Autofahrer ärgern, zumal es dann am Wischer klebt. Gleichwohl werde man das jetzt nochmal diskutieren, kündigte Bürgermeister Michael Grossmann an.

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