A-445-Gegner machen mobil

Klage gegen Autobahn auch finanziell „in Sichtweite“

Die Mitglieder der Bürgerinitiative „StoppT A445“ kämpfen weiter.
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Die Mitglieder der Bürgerinitiative "StoppT A445" kämpfen weiter.

Das blaue „X“ ist das Zeichen ihres Widerstands. Und eine „Summe X“ fehlte noch, um gegen ein großes Autobahnprojekt der Region juristisch vorzugehen - und den Planern der A 445 doch noch einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen. Oder zwei, wie beim „X“. Jetzt hat die Bürgerinitiative es fast geschafft.

Hilbeck – Sie wollen die Autobahn beklagen, aber können nicht klagen über ausbleibende finanzielle Unterstützung: Die Bürgerinitiative „StoppT A 445“ befindet sich bei der Sammlung nach Unterstützungsgeldern auf der Zielgeraden. 40 000 Euro benötige man, das sei „in Sichtweite“, sagt Ludger Palz, Sprecher der Initiative gegen den Lückenschluss von Werl nach Hamm. Noch aber werden rund 5.000 Euro benötigt, und man hoffe auf weitere Unterstützung von Bürgern, die den Autobahn-Weiterbau nicht wollen.

Unterlagen liegen ab Freitag aus

Denn auch der befindet sich auf der Zielgeraden, zumindest planerisch. Ab Freitag liegen die Unterlagen des Planfeststellungsbeschlusses öffentlich aus. Dass es einen Rechtsstreit um das Mammutprojekt geben wird, galt stets als sicher. Die Bürgerinitiative (BI) „StoppT A445“ zeigte sich bereit für eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht. Man werde sich den Beschluss genau anschauen und die Chancen einer Klage abwägen, sagt Ludger Palz zum aktuellen Stand.

Eingebunden ist die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU), in der die Hilbecker BI Mitglied ist. Auch Anwälte und Gutachter werde man in die Beratungen einbeziehen. „Das ist schließlich keine einfache Materie“, sagt der Sprecher von „StoppT A 445“. Wenn geklagt wird, wird sich die Bürgerinitiative von der LNU vertreten lassen. „Wir sind fest davon überzeugt, dass wird die Autobahn nicht brauchen“, sagt Palz. Für Hilbeck gebe es andere, bessere Lösungen für das Verkehrsproblem B 63. Die BI hatte stets bemängelt, dass das Bundesverkehrsministerium Probleme mit Artenschutz, Versiegelung und Klimaschutz ignorieren würde. Die Planer halten den Beschluss aber für gerichtsfest.

Kaum Klagebereitschaft der Stadt Werl

Auch die Stadt Werl wird sich mit der Frage einer Klage beschäftigen müssen – zumal ihre Trassenvariante weg von Hilbeck nicht zum Zug kommen wird. Die Stadt hatte die Erwartung betont, dass ihre Einwände berücksichtigt werden. Eine wirkliche Klagebereitschaft der Stadt war zuletzt aber nicht zu erkennen.

Die Planunterlagen werden im Werler Rathaus vom 26. Februar bis einschließlich 11. März ausliegen. Danach kann innerhalb eines Monats Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erhoben werden. Die Pläne stehen auch online unter www.bra.nrw.de/4861022.

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