Neue Corona-Regeln ab Montag

Späte Information ärgert die Kitas

Kita St. Walburga Werl
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Die Kita St. Walburga gehört zu den katholischen Kitas Hellweg und muss ebenfalls die Vorgaben umsetzen.

Ab Montag gelten die neuen Corona-Vorgaben - auch für Kindergärten. Die müssen sich im Schnellverfahren darauf vorbereiten, genaue Informationen von der Landesregierung gab es nämlich erst sehr spät.

Werl – Der letzte Betriebstag vor den Verschärfungen des Lockdowns ab Montag war für die Werler Kindertagesstätten alles andere als entspannt. Zwar wussten die Träger und Leiterinnen der Einrichtungen schon am Mittwoch, dass auch sie von den neuen Schutzmaßnahmen betroffen sind, doch erst am späten Donnerstagnachmittag sendete das Ministerium ihnen die genauen Vorgaben zu.

„Wir mussten uns deshalb noch am Freitag nach Feierabend zusammensetzen, um einen neuen Dienstplan für die nächsten Wochen zu erstellen“, beschreibt Ute Mansfeld vom Kindergarten Marianne-Heese die Probleme, die eine solch späte Information mit sich bringt. „Aber wir konnten noch am Donnerstagabend eine Bedarfsabfrage an die Eltern starten.“

Erst die nächste Woche bringt wohl Klarheit

Da nun aber – anders als noch im ersten Lockdown – nicht nur Eltern mit systemrelevanten Berufen ihre Kinder weiter betreuen lassen dürfen, sondern alle kommen können, sei es aktuell noch schwer, die Resonanz der nächsten Wochen vorherzusagen. „Einige meinten, sie könnten die Kinder im Januar noch zuhause halten, andere kündigten an, ihr Kind durchgehend zu bringen.“

Der Kita Wichtelhausen geht es nicht anders. Auch dort musste Leiterin Kornelia Fleper am Freitag schnell versuchen, eine Rückmeldung der Eltern zu erhalten, ob diese ihr Kind am Montag noch in den Kindergarten schicken. „Bisher wissen wir, dass sieben oder acht Kinder kommen werden“, erzählt Fleper. „Doch nicht alle Eltern melden sich, weshalb wir nicht abschätzen können, wie viele es am Ende genau sind.“ Sie gehe davon aus, dass sich das erst im Laufe der nächsten Woche klären werde.

Diejenigen, die kommen, können allerdings nicht mehr so lange bleiben. Die neue Corona-Verordnung sieht schließlich eine Reduzierung der Betreuungszeiten um zehn Stunden vor. „Wir können daher keine Randzeitenbetreuung anbieten“, sagt Mansfeld vom Marianne-Hesse-Kindergarten.

Nicht alle Eltern wissen Bescheid

Diese und andere Neuerungen seien derweil noch nicht zu jedem durchgesickert, fügt Kollegin Fleper an. „Also ist es an uns, die Eltern zu informieren.“ Das führt jedoch immer wieder zu Diskussionen, da einige Eltern mit den Änderungen nicht einverstanden sind. „Das ist dann schon unangenehm“, sagt Fleper. „Daher hätte ich mir vom Ministerium schon klarere Aussagen gewünscht – so wie im ersten Lockdown.“ Damals sei allen klar gewesen, welche Kinder kommen dürfen und welche nicht.

Die neuen Vorgaben an sich stellen die Kitas allerdings nicht vor großartige Probleme, immerhin sind die meisten von ihnen die gleichen wie zu Zeiten der ersten Einschränkungen. So spricht das Ministerium eine Empfehlung zum Masketragen an die Erzieher aus, verpflichtend ist das aber nicht.

Dazu müssen wieder feste Betreuungsgruppen gebildet werden, die möglichst wenig Kontakt zueinander haben sollen. „Wir hatten die festen Gruppen ohnehin die ganze Zeit über beibehalten“, berichtet Fleper aus der Kita Wichtelhausen. „Allgemein haben wir viele zwischenzeitliche Lockerungen noch gar nicht eingeführt. Das ist jetzt natürlich ein Vorteil.“

Noch ungeklärte Fragen

Manche Fragen blieben in den Ministeriums-Vorgaben aber unbehandelt, meint Nina Bönning von den katholischen Kindertageseinrichtungen Hellweg, die im Werler Stadtgebiet insgesamt sechs Kitas trägt. „Sollten irgendwo Erzieher ausfallen, haben wir keine genauen Anweisungen erhalten“, sagt sie. „Dann müssten wir eine Ausnahmesituation schaffen, damit ein Mitarbeiter die Gruppe wechseln darf.“

Bei all den teils unüberblickbaren Veränderungen ab Montag gab es unterdessen zumindest eine positive Nachricht für die Eltern: Die Landesregierung will die Kita-Beiträge für den Januar aussetzen. Wie das laufen soll, möchte man in den nächsten Wochen klären.

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