Auf dem Parkfriedhof

Kindergräber wurden wiederholt geschändet

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Werl - Auf dem Werler Parkfriedhof sind in den vergangenen Wochen wiederholt Gräber verstorbener Kinder geschändet worden. Das haben unabhängig voneinander deren Angehörige in Gesprächen mit dem Anzeiger beklagt.

So hatten die Eltern des kleinen Luca zwar die Öffentlichkeit über die so genannten sozialen Netzwerke gesucht, Anzeige bei der Polizei hatten sie allerdings zunächst nicht erstattet. Auch auf einen Hinweis an die städtische Friedhofsverwaltung, zu erreichen über den Kommunalbetrieb, verzichteten sie, weil sie wenig Hoffnung besitzen, den oder die Täter zu überführen.

Eigentlich, so schreibt uns Jessica B., die Mutter von Luca, „war es nicht meine Absicht, daraus so eine große Sache zu machen“. Aber es habe sie doch zutiefst berührt, wie viel Anteilnahme die Familie des verstorbenen Kindes erfahre. Der Anzeiger hatte der jungen Frau versichert, eine Berichterstattung diene nicht der Sensationshascherei, sondern solle im besten Fall helfen, künftig „solche perversen Taten zu verhindern“. Natürlich hofft die Mutter, dass „wir und andere Menschen solch einen Schmerz nicht mehr verspüren müssen“.

Einen ähnlichen Vorfall hatten auch die Eltern eines anderen verstorbenen Kindes im Gespräch mit unserer Zeitung geschildert. Auch in dem Fall hatten Unbekannte Erinnerungsgegenstände, die Angehörige auf das Grab des Kindes gelegt hatten, gestohlen oder beschädigt. Die Eltern beider Kinder hoffen darauf, dass eine Berichterstattung zumindest dazu beiträgt, „so etwas Respektloses zu beenden“. 

Jürgen Staubach ist Abteilungsleiter beim Werler KBW und dort zuständig für den weitläufigen Friedhofsbereich. „Dieser Friedhof ist halt ein öffentlicher Raum, in dem sich jeder frei bewegen kann“, weist Staubach auf ein Grundsatz-Problem hin. Der Parkfriedhof sei idyllisch gelegen, aber sehr groß und dadurch nicht vollständig durch Mitarbeiter im Blick zu behalten, sagt Staubach. Von den aktuellen Vorfällen auf Kindergräbern hatte der KBW nichts erfahren. „Das sind zwar immer Einzelfälle, aber wir tun dennoch alles, um gerade solche Schändungen auf Gräbern von Kindern zu verhindern“, sichert Staubach zu.

Darum seine Bitte: Wo immer auf Gräbern – auf dem Parkfriedhof, aber auch auf den Friedhöfen in Westönnen und Büderich – Beschädigungen oder Diebstähle bemerkt werden, sollten Angehörige dies dem Kommunalbetrieb und der Werler Polizeiwache melden. Dass steter Tropfen den Stein sehr wohl höhlen kann, hatten Vorfälle in Westönnen vor etlichen Monaten bewiesen. Da waren immer wieder Grabstätten geschändet worden. Am Ende wurden die Täter dank aufmerksamer Anwohner geschnappt.

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