Schutz gegen die steigenden Fallzahlen

Mit diesen Maßnahmen wollen Werler Kitas vom Virus verschont bleiben

Kita Werl-Nord, geschlossen wegen Corona
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Vorübergehend geschlossen: In der Kita Werl-Nord gab es einen Corona-Fall. 

Normalerweise herrscht während der Bring- und Abholzeiten in den Werler Kindergärten ein großes Durcheinander. Überall bringen die Eltern ihre Kleinen bis in die Gruppe, gerade bei den Jüngeren läuft das nicht immer ohne Weinen ab. Corona hat diesen eigentlich so alltäglichen Ablauf aber gestört.

Werl – Jetzt dürfen die Eltern ihre Kinder nämlich nur noch bis zur Kita-Tür begleiten, wo sie dann von den Erzieherinnen abgeholt werden. „Offiziell ist das Betretungsverbot zwar aufgehoben, doch wir halten uns noch immer daran“, erklärt Kornelia Fleper, Leiterin der Kita Wichtelhausen. „Wir wissen schließlich nicht, was durch Corona noch so alles kommt.“ Gerade angesichts der immer weiter steigenden Fallzahlen in Werl will man kein unnötiges Risiko eingehen. Die Kita Werl-Nord an der Droste-Hülshoff-Straße wurde wegen eines Coronafalls geschlossen.

Abschied an der Tür

Auch in der Kita St. Walburga müssen sich die Eltern an der Einrichtungstür vom Nachwuchs verabschieden. Diskussionen hat es wegen dieser Regelung noch nicht gegeben, berichtet Heike Gruchot, die die Kita führt. „Wir nehmen die Kinder an der Tür entgegen und begleiten sie dann in ihre Gruppe.“ Pädagogisch erfüllt die aus Infektionsschutzgründen gedachte Regelung allerdings auch einen Zweck. „Man merkt schon, dass die Kinder so etwas selbstständiger geworden sind“, meint Gruchot. Ohne Mama oder Papa im Schlepptau ziehen sich die Kleinen nun nämlich einfach selbst die Schuhe und die Jacke an und aus. „Sonst greift da immer schnell der Reflex, sich anziehen zu lassen“, weiß Gruchot.

„Die Kinder kommen jetzt auch viel lockerer zu uns“, hat Fleper beobachtet. Vor den Gruppen gibt es keine lästigen Diskussionen mehr zwischen Eltern und Kind, weshalb die Kleinen deutlich entspannter sind. „Für uns Erzieherinnen ist diese Regelung aber stressiger.“

Für jedes Kind wird aktuell schließlich geklingelt, wodurch die Pädagoginnen ständig ein offenes Ohr für die Tür haben müssen und jeden Steppke einzeln in seine Gruppe begleiten. Zu den Corona-Maßnahmen in den Kitas gehört allerdings mehr als nur das Abholen der Kinder von der Tür. In der Kita Wichtelhausen etwa halten die Erzieherinnen ihre Teamsitzungen aktuell nur in der Turnhalle ab. „Nur dort können wir den Mindestabstand einhalten“, erklärt das Leiterin Fleper.

Keine Veranstaltung

Gruppenübergreifende Veranstaltungen wird es dazu in beiden Einrichtungen erst einmal nicht geben. Alle Kinder und Erzieherinnen sollen prinzipiell in ihrer eigenen Gruppe bleiben, um die Kontakte für den Fall der Fälle einzuschränken.

In der Realität ist das allerdings nicht so leicht umsetzbar. „Unsere Erzieherinnen müssen teils auch in andere Gruppen gehen, ansonsten ist der Betreuungsaufwand für uns personell nicht machbar“, sagt Fleper. Ähnliches erlebt Gruchot in der Kita St. Walburga. „Nachmittags müssen wir die Kinder aus verschiedenen Gruppen zusammenlegen, sonst reicht unser Personal nicht.“

90 Personen mussten wegen des Falls in der Kita Werl-Nord in Quarantäne

Das könnte ein Schwachpunkt sein, bei dem auch das beste Hygienekonzept nicht mehr hilft. Das bekam am Donnerstag die Kita Werl-Nord an der Droste-Hülshoff-Straße zu spüren. Dort wurde eine Erzieherin am Mittwochabend positiv auf Corona getestet, jetzt sind deshalb 90 Personen – Kinder und Erzieherinnen – in Quarantäne und die Kita bleibt bis zum 27. Oktober geschlossen. „Das kann überall passieren“, meint Leiterin Ingrid Ostrowski.

Kita geschlossen

Auch in Werl-Nord gab es schließlich ein Hygienekonzept. Wie in Wichtelhausen und St. Walburga mussten die Eltern hier ebenfalls ihre Kinder an der Tür verabschieden, dazu gab es Trennung der Gruppen und auch die Elternabende wurden gecancelt. „Die Kinder haben die Maßnahmen auch alle sehr gut verstanden“, erzählt Ostrowski. „Sie haben sich regelmäßig die Hände gewaschen und immer wieder gefragt, ob wir lüften können.“ Dazu hätten sich die Eltern verantwortungsvoll verhalten und genaustens auf die Erkältungssymptome ihres Nachwuchses geachtet. „Wenn da etwas war, haben sie uns kontaktiert und das Kind ist zuhause geblieben“, sagt die Leiterin.

Abstrichaktion

In der nächsten Woche führt das Kreisgesundheitsamt eine Abstrichaktion für die quarantierten Personen durch, um zu überprüfen, ob sich das Virus innerhalb der Kita verbreitet hat. „Wir hoffen, dass keiner positiv ist“, wünscht sich Ostrowski, dass das Hygienekonzept eine Verbreitung verhindert hat.

Martinsumzüge auch ohne Mama und Papa

Die traditionellen Umzüge zum St. Martinstag am 11. November sollen trotz der Corona-Situation in diesem Jahr nicht ausfallen. Statt das Event abzusagen, haben die Werler Kindergärten Konzepte entwickelt, wie sie den Umzug dennoch durchführen können – ohne Eltern. Die Kita Wichtelhausen lädt dazu alle Kinder am Nachmittag ein, wenn die Martinsgeschichte erzählt und Lieder gesungen werden. Der Kindergarten St. Walburga hält einen kleinen Umzug auf dem eigenen Gelände ab. Die dazu passenden Laternen basteln die Kinder an den Tagen zuvor. Im Werler Norden soll die St. Martins-Feier ins Vormittagsprogramm aufgenommen werden. Ob Corona die Planungen noch verwirft, ist indes unklar.

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