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Kind verunglückt, Gefahr an der Schule: Eltern sammeln Unterschriften

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Von: Gerald Bus

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Rund um die Marienschule - oben die Schlesienstraße, rechts die Kunibertstraße - klagen Eltern über Gefahren für Schulkinder.
Rund um die Marienschule - oben die Schlesienstraße, rechts die Kunibertstraße - klagen Eltern über Gefahren für Schulkinder. © Hans Blossey

Nach dem Unfall eines achtjährigen Mädchens werden in Büderich Rufe nach einem Zebrastreifen an der Schlesienstraße zur Schulwegsicherung laut. Dafür hat Gina Sasse, Mutter eines Schulkindes, noch am Montag eine Online-Petition gestartet, für die es am Dienstag bereits über 300 Unterschriften gab. Die Stadtverwaltung kündigt an, den Sachverhalt zu prüfen.

Am Montag hatte eine 58-jährige Werlerin gegen 7.30 Uhr eine Achtjährige angefahren. Das Kind musste operiert werden, das Bein ist gebrochen.

Das sagt eine Mutter

Gina Sasse greift selber auf die Lösung „Elterntaxi“ zurück, fährt ihren Sohn jeden Morgen zur Schule. Die zwei Kilometer von ihrem Haus zur Marienschule seien zu weit, ein Bus fährt nicht. „Ich habe schon häufig gefährliche Situationen beobachtet“, sagt die Werlerin. Die Schlesienstraße sei eine Rennstrecke. „Wenn Sie auf der Schlesienstraße 30 fahren, dann werden Sie bedrängt“, schildert die Mutter. Außerdem werde das absolute Haltverbot ignoriert. „Da wird einfach geparkt.“ Erst in der Vorwoche habe sie mit ihrem Mann noch bei der Polizei auf das Schulwegproblem hingewiesen. „Bis dahin war nichts passiert – aber gestern wohl“, sagt Gina Sasse, sachkundige Bürgerin der FDP. Daher wurde sie aktiv, startete nach einem Gespräch mit der Schulleitung den Online-Aufruf zur Unterschrift – und war überrascht über die Resonanz. Auf 100 Unterschriften haben sie gehofft, schnell wurden es mehr. Eine Woche soll die Petition laufen, dann an die Stadt übergeben werden. Neues Ziel: 500 Unterschriften.

Das sagt der Schulleiter

In der Schulpflegschaft sei die gefährliche Schulweg-Situation schon öfter Thema gewesen, sagt Schulleiter Stefan Cordes.

Es sind die Eltern und Großeltern selbst, die die Gefahr darstellen.

Schulleiter Stefan Cordes

Ein „Reizthema“ wohlgemerkt. Und er verhehlt nicht, wo er das Problem sieht: „Es sind die Eltern und Großeltern selbst, die die Gefahr darstellen.“ Er selber habe eine Frau bereits angezeigt, die partout nicht auf ihr Fehlverhalten reagieren wollte. Der Unfall vom Montag habe für chaotische Verkehrsverhältnisse am Dienstag geführt: „Gefühlt alle kamen mit dem Auto“, sagt Cordes. Dabei habe es etliche Verstöße der Elterntaxis gegeben, vom Parken gegen die Fahrtrichtung bis zum Stop im Haltverbot. Die Schulkonferenz habe eine Arbeitsgruppe gebildet, die noch diese Woche per Video tagt. „Wir wollen eine Lösung, keine Schnellschüsse“, sagt der Rektor, der das Verhalten einiger Eltern „schockierend“ findet. Und: „So lange Eltern ihre Kinder zur Schule fahren, bekommen wir es nicht sicher hin – Kinder überblicken die Gefahren nicht.“

Das sagt die Stadt

Bereits 2019 sei die Schulwegsicherung in Büderich Thema der Verkehrsbesprechung gewesen, teilt die Verwaltung mit. Damals sei beschlossen worden, das Haltverbot auf der Schlesienstraße bis zur Einmündung Kunibertstraße zu verlängern. So sollten Kinder die Schlesienstraße sicherer queren können. Schule und Kindergarten liegen dort nebeneinander. Grundsätzlich hält die Stadtverwaltung einen Zebrastreifen auch in einer Tempo-30-Zone für machbar. Man werde sich die Situation vor Ort anschauen und neu bewerten.

Das will die Politik

Die SPD forderte am Dienstag ebenfalls die Einrichtung eines Zebrastreifens an der Schlesienstraße im Bereich der Grundschule. Der sei „zwingend geboten“. Denn wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf der Schlesienstraße, „vor allem zu den Zeiten vor Schulbeginn und nach Schulschluss, kommt es immer wieder zu Gefährdungssituationen, denen vor allem Grundschulkinder ausgesetzt sind.“ Durch die Bushaltestelle werde die Übersichtlichkeit erschwert. Diese „Gemengelage“ führe dazu, dass Eltern vermehrt ihre Kinder mit Pkw zur Schule fahren. Bis zur Deckenerneuerung der Schlesienstraße im November sei eine vorübergehende Lösung durch Anbringung gelber Streifen „wünschenswert“.

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