86 Kilo abgenommen / Es ging um 50.000 Euro Siegprämie

So lief das große Finale von "The Biggest Loser" für Julian Meyer aus Werl

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Werl - Den Sieg knapp verpasst und dennoch kein "Loser": Julian Meyer ist am Ende zwar am großen Erfolg und 50.000 Euro Siegprämie vorbeigeschrammt, kann aber dennoch stolz auf sich sein. Der Werler hat bei der TV-Show "The Biggest Loser" 86 Kilo abgenommen und landete auf Platz zwei.

Wie ein Verlierer fühlt der 26-Jährige sich trotzdem nicht, auch wenn nur knapp ein Kilo zum Sieg fehlte. „Im ersten Moment war ich natürlich enttäuscht. Aber Mario gönne ich es total, mit ihm habe ich mich von Anfang an gut verstanden“, sagt Julian. 

In acht der bisherigen zehn Staffeln hätte er mit seinem Ergebnis triumphiert – das macht es umso bitterer. Von seinem Startgewicht (169,1 Kilo) sind im Finale der Sendung nur noch 83,1 Kilo übrig geblieben. Damit hat der Student sich in einem halben Jahr mehr als halbiert. Darüber zeigte sich auch seine Schwester im Finale stolz.

Wieder zugenommen

Durch die 86 verlorenen Kilos hat "Juli" zwar nicht das eigentliche Ziel – den ersten Platz – erreicht, aber dafür sein Wunschgewicht. Vor Beginn der Sendung sagte er, er wolle unter die 90er-Marke kommen. „Mein Traum waren früher eigentlich immer 98 bis 102 Kilo.“ Das habe sich bis heute nicht geändert und soll auch so bleiben. 

Im Finale stand der "neue" Julian neben seiner Familie.

Inzwischen hat der Werler wieder ein wenig zugenommen – rund zwei Monate nach dem Finale bringt er nun etwa 90 Kilo auf die Waage, was allerdings normal ist: „Für die Show haben wir alles rausgezogen, sogar weniger Wasser getrunken. Jedes Gramm zählte“, erklärt er. Mittlerweile wiegt sich der 26-Jährige nicht mehr. „Die Waage hat mich ein halbes Jahr lang verfolgt, jetzt habe ich erst einmal genug davon.“ 

86 Kilo in sechs Monaten – ist das überhaupt gesund? Da lächelt Julian Meyer. „Naja, es ist auch nicht gesund, überhaupt so ein Übergewicht zu haben.“ Ein weit verbreitetes Vorurteil kann er dementieren: Die Kandidaten müssen keine Substanzen zur Gewichtabnahme zu sich nehmen. „Ich habe immer gesagt, so etwas würde ich nicht machen.“ Ein Nachteil hat diese Radikal-Diät dennoch: Gut acht Kilo seien jetzt hängende Haut. Eine mögliche Operation diesbezüglich kommt für ihn allerdings erst nächstes Jahr in Frage. 

Im Finale trat auch die Mannschaft von BW Büderich auf.

Wegen des „Jojo-Effekts“ macht er sich keine Sorgen: „Zuhause habe ich im Laufe der Sendung tatsächlich am besten und am meisten abgenommen“, so Meyer. Das zeigt auch das Ergebnis des Finales. Für die Silbermedaille gab es immerhin noch 2000 Euro, für den Studenten gilt aber ohnehin: „Geld vergeht, Gesundheit bleibt.“

"Würde es wieder tun"

Er bereut die Teilnahme an der TV-Show keineswegs: „Ich würde es definitiv wieder tun. Klar gab es Höhen und Tiefen, aber ,The Biggest Loser‘ hat mein Leben verändert.“ Wichtig sei dabei vor allem auch der fehlende Kontakt nach außen gewesen – so merkwürdig das klingen mag. „Ich konnte abschalten und an mich denken.“ Die Kandidaten hatten Handyverbot und durften nicht einmal persönlich mit der Familie telefonieren. Einmal wöchentlich erfolgte das Gespräch über einen Redakteur. „Natürlich habe ich die Leute vermisst, aber so konnte ich meinem Kopf eine Pause gönnen – das war motivierend.“ Großer Knackpunkt der Jubiläumsstaffel war für Julian das Video seiner Schwester, das Trainer Ramin Abtin ihm zeigte. Da habe er gewusst: „Jetzt bin ich dran.“ 

Große Veränderung: Der Werler Julian Meyer hat sein Gewicht in sechs Monaten mehr als halbiert. Gereicht hat es schließlich dennoch nur für Platz zwei.

Mit dem Aufruf von Ramin Abtin ging es beim Bootcamp in München los, der Werler war der erste, der den Coach danach kontaktierte. Im Laufe der Staffel gab es viele tolle Momente, an die er sich gern zurückerinnert. Ein Höhepunkt war zum Beispiel der erste Wettkampf-Sieg mit Partnerin Melanie. Ein Tiefpunkt hingegen wurde gar nicht ausgestrahlt: In Woche sechs lag der Werler tagelang mit Rückenschmerzen im Bett. Es wurde allerdings nicht von SAT.1 gezeigt, weil der Student „nicht viel gejammert“ habe. 

Wir haben schon vor dem Finale mit Julian gesprochen

Was hat sich seither geändert? Der Eishockey-Fan sei noch immer „der selbe liebe Familienmensch“, aber lasse nicht mehr alles so an sich ran. „Ich kann jetzt endlich auch mal Nein sagen und habe dadurch weniger Stress.“ Julian hat seinen Personal-Trainer-Schein gemacht, will demnächst Kurse in „Functional Training“ (Trainieren mit dem eigenen Gewicht) in Wickede anbieten. Sein Vorteil: „Ich habe es selber erlebt, nicht nur aus Büchern gelernt. Ich habe Lust darauf, den Leuten mit meinen eigenen Erfahrungen zu helfen.“ 

Julian war zu Tränen gerührt.

Wie es weitergeht, ist noch unklar. Das Studium sei derzeit in der Schwebe – allerdings nicht wegen der Sendung. Die Überlegung ist momentan, einen anderen Berufsweg einzuschlagen, das möchte Julian Meyer bis September entscheiden. Aktuell befinde er sich in einer Findungsphase, auch als „Influencer“ (Person des öffentlichen Lebens mit Einfluss). Immer wieder erhält der Werler Werbeanfragen, die er jedoch größtenteils ablehnt: „Ich will glaubwürdig für meine Fans bleiben.“ Er bleibt auf alle Fälle in Werl, plant im Moment, nach Büderich zu ziehen. Mit den Frauen hat es bislang nicht geklappt, er ist weiterhin Single, sei aber auch nicht auf „verzweifelter Freundin-Suche“.

Insider aus Büderich

Ein Lied aus Büderich, die BWB-Hymne „Fußball macht Spaß“, sorgte im „Biggest Loser“-Camp für jede Menge Spaß: Als "Julibär" (wie er zum Beispiel von Coach Ramin genannt wird) den Song während des Sports hörte, feierten die Redakteure und Kandidaten es dermaßen, dass sich daraus ein kleines Spiel entwickelte. Immer, wenn jemand „Fußball“ sagte, mussten alle die Arme heben. Bei manchen Challenges hatten die Teilnehmer die Hände aber gar nicht frei, was das Strecken in die Luft erschwerte. Ramin Abtins und Julians Tradition ist es mittlerweile, sich jeden Morgen zuerst „Fußball“ zu schreiben. Die Mannschaft von Blau-Weiß Büderich war beim Finale im Studio zu Gast.

Wir haben Julian die ganze Staffel über begleitet

Im Finale der Jubiläumsstaffel wurden zunächst die bereits ausgeschiedenen Kandidaten vorgestellt. Emotionale Momente gab es vor allem bei Ercan, dessen Vater in der "The Biggest Loser"-Zeit verstorben ist, und Flo, der inzwischen öffentlich zu seiner Homosexualität steht. Im Laufe der Staffel haben sich mehrere Show-Teilnehmer unter einander verliebt und traten nun als Paar auf.

Trainer Ramin Abtin machte noch einmal deutlich: "Das ist noch nicht das Ende des Weges, Ihr müsst alle weiterkämpfen."

Die Ergebnisse die Finalisten:

Michael: -75,5 Kilo (von 151,1 auf 75,6) und damit 49,97 Prozent

Melanie: -61,9 Kilo (von 130,6 auf 68,7) und damit 47,40 Prozent

Julian: -86 Kilo (von 169,1 auf 83,1) und damit 50,86 Prozent

Mario: -101,4 Kilo (von 196,1 auf 94,7) und damit 51,71 Prozent

Mario stellte mit seiner Gewichtsabnahme einen neuen Rekord auf - am Ende gewann damit der schwerste Kandidat der Staffel.

Unmittelbar nach der Show startete Julian auf Instagram einen Livestream - gemeinsam mit seinem Coach Ramin Abtin - und beantwortete Fragen der Fans. Dabei verkündeten die beiden auch, dass sie zusammen demnächst einen Podcast herausbringen werden. Zum Schluss hieß es von Julian und seinem Trainer, man werde versuchen, eine gewisse Regelmäßigkeit in diese Talks zu bringen.

Erstes Tor

Zum Schluss der Sendung sagte Moderator Matthias Killing, dass Blau-Weiß Büderich "hoffentlich vor dem Aufstieg in die Bezirksliga" stehe. Auch wenn es danach zurzeit nicht Aussieht, BWB steht auf dem fünften Platz der Tabelle der Kreisliga A, verzeichnete Julian am Tag des Finales einen Erfolg: Bei einem seiner ersten Spiele mit der zweiten Mannschaft, erzielte er gegen Fatihspor Werl das 2:1 - es war sein erstes Tor seit sechs Jahren.

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