Auch am Feiertag laufen Gespräche

Aus für Kettler verhindern: Das sagen Stiftungsvorstand und das Unternehmen

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Werl/Ense - Der Vorstand der Heinz-Kettler-Stiftung ist unverändert bereit, seinen Teil zur Rettung des Unternehmens beizutragen. Das hat Vorstandssprecher Andreas Sand am Mittag unserer Zeitung versichert. Vom Rückzug des Investors, der Altera Capital Group, sei man "völlig überrascht worden", sagt Sand, der vehement bestreitet, dass sich der Vorstand ziere, Geld ins Unternehmen zu stecken.

"Wenn, dann weigert sich das Kuratorium", so Sand. "Wir wähnten uns, als die Nachricht eintraf, eigentlich in Verhandlungen, hatten just zu Wochenbeginn ein finales Angebot des Sachverwalters erhalten und waren dabei, es zu prüfen." 

Sand bestätigt übrigens, dass es einen möglichen zweiten Investor gebe. Dem allerdings fehlten, um ernsthaft über einen Einstieg nachzudenken und zu entscheiden, wichtige Daten und Zahlen.

Neben Banken soll auch das Land mit an den Tisch

"Der Stiftungsvorstand wäre bereit, wesentliche Teile des Stiftungsvermögens bereitzustellen, allerdings nur dann, wenn alle Verantwortlichen an einen Tisch gerufen werden und sichergestellt ist, dass dieses Geld tatsächlich in die Firma fließt und nicht auf die Konten von Beratern, die das Unternehmen ausgehöhlt haben", sagt Andreas Sand. 

Kettler droht das Aus: Der Investor soll abgesprungen sein

Am Tisch müsste zwingend neben den Banken auch das Land sitzen, spricht der Vorstandssprecher die Bürgschaft an, die das Wirtschaftsministerium seinerzeit beschlossen hatte.

Auf die konkrete Frage, ob Kettler zu retten sei, sagte Sand: "Wir stehen Gewehr bei Fuß." Auch den ganzen Feiertag über führe man Gespräche, um das Aus für den Freizeitartikel-Produzenten zu verhindern. "Wir sind zu konstruktiver Mitarbeit bereit", versicherte Sand.

Presse-Erklärung der Unternehmensführung

Unteressen hat sich am Mittag auch die Unternehmensführung mit einer Presseerklärung zu Wort gemeldet. Die Kettler GmbH habe "angestrebt, ihren Geschäftsbetrieb nach Verabschiedung eines Insolvenzplans unter Federführung des Investors Altera Capital weiterzuführen", heißt es in dem Papier. 

"Voraussetzung für die Umsetzung des Investoreneinstiegs war dabei eine konstruktive Mitwirkung der Heinz-Kettler-Stiftung. Die Geschäftsführung und der Investor haben nach umfangreichem Austausch mit den Vertretern der Stiftung das Vertrauen, dass die erforderlich Mitwirkung innerhalb der vorgegebenen Spielräume tatsächlich zu erreichen ist, numehr verloren", heißt es weiter. 

Abschließend kündigt Pressesprecherin Stefanie Risse, an, die GmbH werde "unabängig von der Heinz-Kettler-Stiftung über die Fortführung ihrer Geschäftsfelder neu disponieren".

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