Kettler-Stiftung meldet Neuerungen

Ausbau in der Mersch, Mieter für Sönnern - und Verkauf für Raiffeisen-Silos

Das alte Kettler-Werk im Gewerbegebiet Mersch in Werl. Unten ist WKW, wo jetzt Brökelmann firmiert. Der Standort soll ausgebaut werden, zudem will die benachbarte Raiffeisen wachsen.
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Das alte Kettler-Werk im Gewerbegebiet Mersch in Werl. Unten ist WKW, wo jetzt Brökelmann firmiert. Der Standort soll ausgebaut werden, zudem will die benachbarte Raiffeisen wachsen.

Die Kettler-Stiftung vermeldet auf Anfrage unserer Zeitung weitere Schritte für die Nachnutzung von Hallen des ehemaligen Freizeitunternehmens Kettler.

Werl/Ense - Wo früher Tischtennisplatten hergestellt wurden, kommt es bald zu einem neuen Aufschlag: durch einen neuen Mieter im ehemaligen Werk Sönnern. Und im Gewerbegebiet Mersch sind rund um das ehemalige WKW-Werk gar Grundstückszukäufe geplant, um für den Mieter Brökelmann mittelfristig für Produktion und Lager neue Hallen bauen zu können

Grüggelgraben

Dabei wird am Grüggelgraben im Gewerbegebiet Mersch „schon weiter gedacht“, sagt Daniel Kettler, Geschäftsführer der Kettler Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH (KVB). 2019 hatte die Firma F. W. Brökelmann Aluminium das alte Kettler-Werk WKW (Werler Kunststoffwerk) angemietet und sei bereits jetzt für die nächsten Jahre gut ausgelastet. Die Immobilie (rund 12 000 Quadratmeter) werde für Komponenten und Baugruppen rund um die Elektromobilität vollständig genutzt. Das sorgt dafür, dass frühzeitig über bauliche Erweiterungen nachgedacht wird, und zwar an gleich zwei Stellen: Zur Bahnlinie hin für eine weitere Lagerhalle. Dafür sind noch Grundstücke zu erwerben, eines hat die Stiftung bereits sicher. Für ein anders werden Gespräche mit der Stadt geführt, der dort Flächen gehören. Am Grüggelgraben Richtung Osten auf der Brachfläche, die Kettler gehört. Hier gibt es Überlegungen, mittelfristig eine weitere Fertigungshalle zu bauen. Beide Bauten würde die Stiftung als Vermieter errichtenlassen. Der Zeitpunkt ist noch unklar. Das Kostenvolumen beträgt je Halle bis zu drei Millionen Euro. Im Gegenzug will die Stiftung ein Grundstück an die Raiffeisen verkaufen, damit diese in Werl erweitern kann (siehe Infokasten).

Raiffeisen plant Bau von zwei weiteren Silos in Werl

Die Raiffeisen Sauerland Hellweg Lippe eG will „in nicht ganz ferner Zukunft“ am Hauptstandort Werl zwei weitere Silos errichten. Das bestätigt Vorstand René Schwarz auf Anfrage. Noch sei das aber nicht in trockenen Tüchern. Man plane für die Erweiterung den Zukauf einer ehemaligen Kettler-Fläche im Bereich der Bahnlinie, erste Gespräche über die für die Expansion nötigen 1 000 Quadratmeter seien geführt. Durch den Neubau von zwei Silos soll die Lagermöglichkeit von Getreide aus der Soester Börde ausgeweitet werden. Sechs Silos gibt es schon im Gewerbegebiet Mersch in Werl. Die Investitionssumme wird rund 1,5 Millionen Euro betragen; geplant sei der Bau der beiden neuen Silos möglichst noch in diesem Jahr, sagt René Schwarz, Hauptamtlicher Vorstand der Genossenschaft. Das Getreide wird am Standort Werl angeliefert, gereinigt, gelagert und schließlich im Mischfutterwerk veredelt.

Sönnern/Maifeld 1

Wie dynamisch der Prozess in der Wirtschaft ist, zeigt das Beispiel im ehemaligen Kettler-Werk Sönnern (Maifeld 1). Als der Anzeiger am Dienstagnachmittag anruft, berichten Daniel Kettler und der Kettler-Stiftungs-Vorsitzende Andreas Sand von einem Leerstand des Werks. Noch während des langen Telefonats erhält Sand einen Anruf auf der anderen Leitung – und vermeldet kurz darauf: „Nun haben wir einen Mieter.“ Noch will er den Namen des lokalen Unternehmens nicht nennen, da noch nichts unterschrieben ist. Aber für die Hälfte der rund 22 000 Quadratmeter wird der Leerstand offenbar nun bald enden. Was Kettler und Sand freut: „Wir haben da extrem viel Arbeit reingesteckt, um die Flächen zu ertüchtigen.“ Einst entstanden hier Tischtennisplatten, nun ist ein Teil des Leerstands bald vom Tisch. Die Immobilie liegt zur Hammer Straße hin.

Auf den Feldern zwischen dem Gewerbegebiet „Maifeld“ (unten) und Sönnern (oben links) soll Gewerbe angesiedelt werden. Oben rechts ist das A.T.U-Logistikzentrum zu erkennen. Von dort schlängelt sich der Hansering bis zur Kreuzung Antoniusstraße/Maifeld. Der Ring soll künftig zwischen alten und neuem Gewerbegebiet hindurch bis zur Bundesstraße 63 verlängert werden.

Rohrwerk Sönnern

Das ehemalige Kettler-Rohrwerk in Sönnern ist mittlerweile zu 100 Prozent vermietet. Gebhardt-Stahl hatte zum 1. September 9000 Quadratmeter des alten Werks 2 angemietet, wo einst die Kettler Freizeit GmbH produziert. Zudem hat sich die F&D Metallveredlung auf 3000 Quadratmetern eingemietet und die Galvanik von Kettler übernommen.

Mersch

Für einen Teil der 57 000 Quadratmeter großen Kettler-Hallen ebenfalls im Gewerbegebiet Mersch hat die Kettler-Stiftung bereits im Vorjahr zwei Mieter gefunden: die Werneke Logistic GmbH – und den Textil-Discounter KiK mit Sitz in Bönen. Werneke nutzt laut Kettler rund 25 000 Quadratmetern Fläche. Zuletzt wurde noch eine Halle dazugenommen, ein „kurzfristiges Engagement“, so Kettler. Kik hatte im Spätsommer 10 000 Quadratmeter der ehemaligen Kettler-Lagerfläche angemietet. Für die bislang unvermietete ehemalige Produktionsfläche und die Kettler-Näherei gibt es aber zum Jahresbeginn ebenfalls Interessenten. „Da ist viel Bewegung drin“, sagt Andreas Sand. In der Näherei lagern derzeit aber auch noch Kettler-Waren.

Neuwerk

Am Neuwerk verkauft Kettler noch jene Waren im Outlet-Center. Das wolle man noch bis zur Jahresmitte für den Abverkauf offen halten – sobald der Lockdown vorbei ist. Man hoffe auf eine Vermietung im Jahresverlauf, sagt Andreas Sand. Interessenten für den Komplex gibt es, vorwiegend auch aus dem Einzelhandelsbereich. Allerdings ist gibt es das Problem mit städtischen Beschränkungen für den Verkauf „innenstadtrelevanter Sortimente“. Das verringert die Chance auf Genehmigung einer Einzelhandelssnutzung. Dabei war der Komplex einst Rewe-Markt, auch Möbel wurden hier einst verkauft. Aber nicht alles, für was es Interessenten gibt, scheint heutzutage noch machbar. Anders sieht das mit dem angrenzenden Bürokomplex aus, der mittlerweile von der Kettler-Stiftung energetisch ertüchtigt und saniert worden ist. Für den 500 Quadratmeter großen Komplex gibt es das konkrete Interesse eines im sportlichen Bereich tätigen heimischen Vereins. wegen des Lockdowns ist sei das Thema aber zurzeit „in den Hintergrund gerückt“. Bleibt die angrenzende Grünfläche, über die die Stiftung sich laut Daniel Kettler „Gedanken macht“. In welche Richtung? Dazu sei noch nichts spruchreif.

Parsit

Auch am ehemaligen Kettler-Stammsitz melden Sand und Kettler einen Nachmieter: Die Spedition Biermann hat demnach 5 000 Quadratmeter Lagerfläche angemietet. Schon ab kommender Woche werden wohl die Lkw des Logistik-Unternehmens vor der Tür stehen. Die Vermietung passt in die aktuelle Entwicklung, dass Firmen händeringend Lagerflächen suchen. „Sorgenkind“ der Stiftung bleibt der große Verwaltungskomplex. Fast die gesamten 3 000 Quadratmeter Büroflächen sind noch frei. „Es gibt Gespräche, aber das ist noch zu früh“, sagt Kettler. Zunächst werde man sich nun um die energetische Erneuerung der Immobilie, in der auch die Stiftung ihren Sitz hat, kümmern. Dazu hat sie einen Energieberater an Bord geholt. Die Kosten für die Sanierung des viergeschossigen Komplexes nähern sich einen Millionenbetrag.

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