Millionenschwerer Deal

Neues Projekt an der Hammer Straße: Kettler-Stiftung baut Großwaschanlage

Eine baugleiche Anlage wie die in Hüsten soll in Werl an der Hammer Straße gebaut werden.
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Eine baugleiche Anlage wie die in Hüsten soll in Werl an der Hammer Straße gebaut werden.

Vom „Kettcar“ zur sprichwörtlichen „Seifenkiste“: Vom legendärsten Kettler-Produkt setzt die Stiftung damit zumindest noch auf das „Car“: zu deutsch Auto. Und wie es gesäubert wird. Denn die Stiftung wird eine Großwaschanlage bauen und an die Dream Car Wash GmbH & Co. KG verpachten. Die Kettler-Stiftung bestätigte den millionenschweren Deal auf Anfrage unserer Redaktion. Nach längerer Verhandlung steht nun die (R)einigung.

Nicht nur die Autos werden blinken, sondern auch etliche Lichter: in der Waschstraße sowie außen an der SB-Waschstation mit dem bezeichnenden Namen „WashVegas“. Zurzeit aber warten die Betreiber vor allem auf eine Farbe: grünes Licht für den Bauantrag, um loszulegen mit dem Bau der Großwaschanlage an der Hammer Straße.

Die Kooperationsvereinbarung mit der Kettler-Stiftung steht, noch im Frühjahr soll gebaut werden – für 3,5 Millionen Euro. Und noch in diesem Jahr, so Geschäftsführer Michael Six, hoffe man, die „Autowaschstraße“ in Betrieb nehmen zu können. Der Bauantrag sei eingereicht, die Bauvoranfrage positiv beschieden worden. Sechs Monate Bauzeit sind avisiert.

Saubere Sache: Guido Theiner ist Betriebsleiter bei „Dream Car Wash“ in Hüsten und wird auch in Werl tätig sein.

Das Investment schafft gut zehn neue Arbeitsplätze. Dass nur wenige Meter weiter der Bau einer weiteren Großwaschanlage geplant ist (siehe Info), stört Six und den Dream-Car-Wash-Betriebsleiter Guido Theiner nicht. Das Team ist selbstbewusst genug, um sich dem Wettbewerb zu stellen. Außerdem sollen Standorte in anderen Städten noch folgen, das Wachstum nach Werl soll nur der Anfang sein nach dem ersten Betrieb „Dream Car Wash“ in Neheim-Hüsten.

Seit Oktober 2018 wird an der Bahnhofstraße in Hüsten gesaugt, gereinigt, gepflegt und vor allem gewaschen. Aber in der Branche sind Six und Theiner schon seit nunmehr 21 Jahren tätig und mit allen Wassern gewaschen, sozusagen. Los ging es einst in Hemer, zurzeit gibt es einen weiteren Betrieb in Menden unter anderer Firmierung. Mit Dream Car Wash sind sie eigenständig unterwegs. „Wir hätten das Areal in Werl auch gekauft“, sagt Theiner. Aber die Kettler-Stiftung war an einem Verkauf nicht interessiert. Also fand man andere Wege.

Rund 6000 Quadratmeter pachtet das Unternehmen hinter dem Kettler-Outlet am Eck Hammer Straße/Neuwerk an. Gut ein Drittel wird bebaut mit einer 65 Meter langen Autowaschanlage sowie einer Saugerhalle für geschütztes und kostenloses Saugen bei Wind und Wetter, einer Halle für eine Autoglaserei („Da sind wir Meisterbetrieb“) sowie für die Autopflege. „Werl ist reif dafür“, sagt Theiner – und der Standort sei geradezu ideal. Rein und raus gehts an der Hammer Straße. Auch draußen gibt es Saugerplätze, insgesamt sind es 36.

In der Waschstraße werden die Autos vorgereinigt.

Als „Waschstraße mit dem grünen Daumen“ bezeichnen Six und Theiner die Anlage. Das Recyceln von Wasser gehöre ebenso zur Firmenphilosophie wie die Stromerzeugung für den Eigenbedarf per Solarmodulen auf dem Dach, das Arbeiten mit biologisch abbaubarer Chemie und Verzicht auf saure Reiniger.

110 Autos schafft die Anlage. Nach der Einfahrt werden die Wagen von mehreren Mitarbeitern vorgereinigt, der Fahrer bleibt im Auto. Ein Plattenförderer zieht den Wagen später durch die Waschstraße. Angedacht ist eine Arbeit in zwei Schichten.

Zudem gibt es draußen fünf Waschplätze zum Selberwaschen, davon vier überdacht und eine für Wohnmobile. Dabei setzt das Unternehmen bewusst auf futuristische Wirkung und Farbenspiel durch „Ambientelichter für das richtige Vegasfeeling“. Sogar bunter Schaum ist schon angetestet worden. Der Autowäscher kann sich an den wechselnden Farben orientieren, was gerade zu tun ist; zudem leitet eine Sprachsteuerung durch die Abläufe und erläutert dem Kunden, was er gerade zu tun hat.

Das sagt die Stadt Werl

Der Bauantrag der Kettler-Stiftung liegt seit kurzem im Rathaus vor – und ist „grundsätzlich genehmigungsfähig“, sagt Stadtplaner Ludger Pöpsel. Zwar seien noch Details zu klären. „Aber es gibt keine baurechtlichen Dinge, die dagegen stehen.“ Daher werde am Ende wohl die Baugenehmigung stehen.

Die pikante Tatsache, dass es in kurzer Zeit der zweite Antrag dieser Art ist und eine weitere Großwaschanlage nur wenige Meter weiter gebaut wird, spielt für die Bauordnung keine Rolle. In Fragen des Wettbewerbs habe sich die Stadt nicht einzumischen, sagt der Stadtplaner. Die Politik wird weder mit dem einen, noch dem anderen Vorhaben beschäftigt. Aber für beide gilt, „dass eine Waschanlage grundsätzlich zulässig ist, weil qualifizierte Bebauungspläne bestehen“, sagt Pöpsel. Zwar liege der „Best Carwash“-Antrag schon etwas länger vor. Aber die Genehmigungen werden wohl „etwa zeitgleich erteilt“.

Mit dem Bau wird eine jahrzehntelange Baulücke an der Hammer Straße geschlossen. Das Kettler-Areal an der Hammer Straße ist mit dem Outlet-Center und einem Bürokomplex bebaut. Für beides sucht die Stiftung Nachnutzer. Ein Verein, mit dem die Stiftung in Gesprächen gewesen sein soll, hat mittlerweile offenbar abgewinkt.

Die Hammer Straße ist eine traditionelle „Automeile“ mit mehreren verschiedenen Autohäusern dicht an dicht – und bald womöglich zwei Großwaschanlagen zum Reinigen der Karossen.

Weitere Großwaschanlage in Werl geplant

Eine weitere Großwaschanlage ist seit langem an der Ecke Runtestraße/Hammer Straße geplant. Auch dafür liegt ein Bauantrag vor. Das Investoren-Duo, darunter Halid Mehinovic (Wiener Hof), hofft auf eine Inbetriebnahme zum Jahresende. Die Investitionssumme: etwa 2,5 Millionen Euro. Partner ist Harald Börsch, Mitbegründer der Firma Best Carwash und Geschäftsführer des Waschanlagen-Bauers Dico. Die Waschstraße soll unter der Dachmarke „Best Carwash“ betrieben werden. Entstehen soll eine Halle mit einer 50 Meter langen Waschstraße, die 70 Autos pro Stunde reinigen kann. Sechs bis acht Arbeitsplätze sollen entstehen.

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