50 bis 100 Kollegen bleiben angeblich nur noch für die Abwicklung

Entscheidung: Endgültiges Aus für Kettler nach Gläubigerausschuss

Heute soll die Entscheidung fallen, ob Kettler in Werl und Ense doch noch eine Zukunft hat.

[Update 16.49] Was zu befürchten war, ist eingetreten: Für Kettler gibt es dem Vernehmen nach keine Hoffnung mehr. Der Gläubigerausschuss brachte kein positives Ergebnis.

Werl/Ense - Allerdings soll das den Mitarbeitern erst am Montag persönlich bei einer Betriebsversammlung in Ense-Bremen mitgeteilt werden. Im Gläubigerausschuss wurde Stillschweigen vereinbart.

Auch eine zweite Quelle bestätigte unserer Redaktion das endgültige Aus von Kettler. Es habe sich am Freitag bestätigt, was befürchtet worden war. Aufgrund der Faktenlage habe es überhaupt keine andere Möglichkeit gegeben, als nun das Aus zu beschließen. Ein Entscheidungsermessen habe es nicht mehr gegeben. Vorgesehen ist, dass nun einige Mitarbeiter noch für die Abwicklung der Firma vor Ort bleiben sollen - wenn das finanzierbar ist. Zuletzt sei es nicht mehr um Pokern gegangen, auch habe es keinen Investor mehr gegeben. Im Grund vollziehe sich nun, so heißt es aus Teilnehmerkreisen, was man früher hätte erkennen müsssen: wirtschaftliches Produzieren ist für Kettler nicht mehr möglich.

Nun, so sagte ein Sitzungsteilnehmer, hätten die 500 Beschäftigten in Werl und Ense, die wohl allesamt ihren Job verlieren, zumindst eins: Klarheit nach einem jahrelangen Zittern um den Job. Das habe auch zuletzt extrem an den Nerven der Beschäftigten gezerrt. Keine Vorwürfe gibt es in Richtung des letzten Investors, die Lafayette Mittelstand Capital. Die habe zuletzt noch viel Geld in das Unternehmen gesteckt, die Rede ist von 12 Millionen Euro. "Hätten die nur die Marke haben wollen, hätten sie das billiger bekommen können", sagte ein Teilnehmer des Gläubigerausschusses. Vorhaltung könne man Lafayettee höchstens dahingehend machen, dass man auch dort die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. "Das hätte man früher sehen müsssen."

Zur ursprünglichen Berichterstattung

Optimismus ist im Vorfeld der Gläubigerversammlung aber auch bei Beteiligten hinter vorgehaltener Hand nicht heraushörbar. Dass das Aus wahrscheinlich ist und es schon eines Wunders bedürfe, um Kettler noch zu retten, sagen Insider.

Kettler, formuliert ein anderer drastisch, habe doch schon mit der dritten Insolvenz in kurzer Zeit "mit eineinhalb Beinen im Sarg gestanden". Den Freizeitartikler da wieder herauszuholen und neu zu beleben, sei eine Mammutaufgabe. 

Gleichwohl müssten die Beschlüsse zunächst noch gefasst werden. Dabei reden die Gläubiger des Unternehmens ein gewichtiges Wort mit. Und auch die Hoffnung sterbe schließlich zuletzt, sagt ein weiterer Beteiligter. Aber die Situation sei ernster denn je.

Montag um 10 Uhr Versammlung in Ense-Bremen

Dass es heute um nicht viel mehr als die Abwicklung des Traditionsunternehmens geht, davon gehen viele der noch 500 Mitarbeiter in Werl und Ense aus und verbreiten in den sozialen Medien längst den Abgesang.

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Dass es am Montag um 10 Uhr eine Versammlung in der Schützenhalle in Ense-Bremen geben soll, ist richtig; dort soll auch das Arbeitsamt vor Ort sein. 

"Das war eine schreckliche und belastende Zeit"

Mitarbeiter berichten davon, dass sie alle eine "widerrufliche Freistellung" ab Mittwoch bekommen und 50 bis 100 Kollegen nur noch für die Abwicklung bleiben sollen. "Traurig" sei all das - aber einige seien mittlerweile geradezu erleichtert. Denn: "Das war eine schreckliche und belastende Zeit. Kaum aushaltbar". 

Bestätigt ist von all dem aber nichts. Kettler kündigt für die kommende Woche eine Pressemitteilung an. Das Bangen und die Hoffnung auf Rettung geht weiter.

Quelle: wa.de

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