Karikaturen zur WM: Mirco Tomicek knöpft sich die Fußballwelt vor

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An seinem Arbeitsplatz: der Westönner Karikaturist und Anzeiger-Cartoonist Mirco Tomicek. 

Westönnen - Nach seinem letztjährigen BVB-Adventskalender, der sich als echter Verkaufsschlager entpuppte, nimmt der Westönner Karikaturist Mirco Tomicek erneut Kicker aufs Korn: vor der heute beginnenden WM den Nationalkader.

Das Markante am einem Menschen macht in der Regel sein Gesicht aus, und ist somit der Körperteil, auf den sich Karikaturisten stürzen. Die schmalen Augen, das breite Grinsen wie aus einer Zahnpasta-Werbung, das zurückgekämmte Haar, die kantige Kieferpartie: Ja, das ist Nationalspieler Timo Werner. Aber ein anderes Detail fällt noch deutlicher ins Auge: seine Beine, hier als rotierende Räder dargestellt, ähnlich wie bei Asterix, wenn er einen Schluck Zaubertrank zu sich genommen hat und wie der geölte Blitz durch Gallien brettert. 

Schnell wie der geölte Blitz 

Denn seine Geschwindigkeit macht den Stuttgarter als Fußballer aus: „Werner Wirbelwind“ gilt als einer schnellsten, 3,7 Sekunden auf den ersten 30 Metern, keiner in der Bundesliga sei schneller, schrieb der Südwestrundfunk erst kürzlich noch über den Stürmer, verglich den 22-Jährigen Stuttgarter, der derzeit bei Red Bull Leipzig spielt, sogar mit dem nur unwesentlich schnelleren Usain Bolt. 

Das Markante am Äußeren einer Persönlichkeit zu erkennen, ist das tägliche Brot eines Karikaturisten. Die besonderen Stärken eines Fußballspielers sind eher das Wissen eines Sportjournalisten, oder zumindest eines totalen Fußballnarrs, der alle Infos förmlich aufsaugt. Mirco Tomicek gehört zweifelsfrei in die erste Kategorie. In die zweite eigentlich weniger. Er schaut die Übertragungen im Freundeskreis, fiebert auch mit, kennt auch die Positionen der einzelnen Spieler, doch solches Detailwissen musste er sich erst aneignen, aber „dabei hat mir meine Freundin geholfen, die kennt sich besser aus. Aber die Fans, die erkennen das in den Zeichnungen sofort wieder.“ 

Tomicek sitzt an seinem „Zeichenbrett“, einem Computerbildschirm, an dem er direkt zeichnet. Im Gegensatz zu seinem Vater, dem Politkarikaturisten Jürgen Tomicek, hat er die klassische Feder längst gegen einen digitalen Zeichenstift eingetauscht, „das finde ich einfacher, man kann besser Fehler korrigieren“. Vater Jürgen ist die Ausnahme, der Großteil der Branche arbeitet bereits am Grafiktablet, er hingegen bearbeitet und koloriert seine Zeichnungen dort nur, arbeitet „aus Liebhaberei“ noch analog. 

Gerade knöpft sich der Junior die komplette Nationalmannschaft vor, samt Trainer Löw also 24 Konterfeis. Die Zeichnungen sind fertig, Tomicek hatte bei allen eine klare Vorstellung, wohin die Reise gehen sollte. Ein Adventskalender wird daraus natürlich nicht, vielleicht in vier Jahren, wenn die WM in Katar von Ende November bis Ende Dezember ausgetragen wird. „Diese Karikaturen bieten wir verschiedenen Zeitungshäusern an, um ihre Berichterstattung oder Sonderseiten damit zu illustrieren“, so der junge Zeichner. Einige Häuser hätten bereits Interesse bekundet, „wie sie die Bilder verwerten, ist ihnen selbst überlassen“.

Keine besonderen Kennzeichen

Nicht bei allen Spielern fällt es Tomicek gleich leicht, das Markante herauszustellen. „Es gibt Köpfe, das springt es einem förmlich ins Auge, was prägnant gezeichnet werden muss, bei anderen ist es deutlich schwerer. Bei Marc-André ter Stegen oder Manuel Neuer fiel es mir ziemlich schwer.“ Kein Wunder, die beiden Torhüter sind zwar gut aussehende Kerle, aber besondere Kennzeichen: keine. Ganz anders als im Falle von Mesut Özils Kulleraugen oder Thomas Müllers tief liegenden Augen und den Lachfalten um den breit grinsenden Mund. 

In welchen Printmedien man Tomiceks Zeichnungen dann bald antreffen könnte, ist abzuwarten. Irgendwann werden sie jedoch die Dauerausstellung der beiden Tomiceks im Hotel Maifeld ergänzen, beziehungsweise gegen andere ausgestellte Sportkarikaturen ausgetauscht. Ein Termin steht noch nicht fest.

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