Nach fast zweijähriger Sperrung

Billiger dank Bürger: Holzbrücke im Kurpark ist wieder nutzbar

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Die "Macher" und ihr Werk: Die Brücke im Kurpark ist nach fast zweijähriger Sperrung wieder nutzbar.

Der Holzweg, auf dem manch kritischer Bürger die Verwaltung wähnte, geriet zum runderneuerten Holz-Überweg über den Salzbach-Teich: Die Kurparkbrücke ist nach langer Sperrung wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.

Werl - Vor allem einer Gruppe Ehrenamtlicher sei das zu verdanken, lobte Bürgermeister Michael Grossmann, darunter Franz Schäfer mit seinen 82 Jahren. In der Initiative waren zudem Ulrich Niggemeier, Albrecht Kersting, Werner König, Günter Korf, Franz Göers, sowie Dennis und Eugen Höhn.

„Nicht kleckern – klotzen!“ Das sei seine Devise, sagte Schäfer, der selbst Hand angelegt hatte. „Ich habe ihn mal überm Wasser hängen sehen und dachte: Hoffentlich geht das gut“, schmunzelte Grossmann. Schäfer freut sich, dass die Brücke wieder nutzbar ist. „Hoffentlich bleibt sie lange sauber und erhalten.“ 

Auch Zimmermann Clemens Gerbens hob Schäfers Wirken hervor. Sicher, schmunzelte er, sei der „auch mal Nervensäge“ gewesen. „Vor allem aber war er wie ein Schlagmann im Ruder-Achter, der dafür sorgt, dass es auch vorangeht.“ 

Grossmann schlug einen Bogen von der Schadensfeststellung bis zum bürgerschaftlichen Engagement, für das die Stadt danken müsse. Nicht zuletzt wegen des Preises. Hieß es einst, eine Sanierung werde eine sechsstellige Summe verschlingen, summieren sich die Kosten nun auf 28 600 Euro. 

Freigabe der neuen Kurparkbrücke

Eugen Höhn von der Initiative hat es „besonders gefallen, wie schnell das alles ging.“ Damit sei aber nicht der Zeitraum gemeint bis man habe loslegen können. Im Gegenteil habe es „insgesamt zu lange gedauert“, bis die Ehrenamtlichen handeln konnten. Aber die Sanierung an sich sei reibungslos gelaufen, darauf könne man stolz sein. Der Stadt schrieb Höhn ins Stammbuch, dass es künftig bei Dingen, bei denen Bürger sich einbringen könnten, gerne weniger bürokratisch laufen dürfe. Dass die Verwaltung zwischendurch mal mit dem Ordnungsamt gedroht habe, als die Bürger etwas zu leger Hand angelegt hatten, sei „weniger schön“ gewesen. 

Aber im Endeffekt sei das Ziel erreicht. „Ich behaupte mal: Wenn wir nicht die Initiative ergriffen hätten, würde die Brücke heute nicht mehr existieren“, sagte Höhn. Beharrlichkeit habe letztlich zum Ziel geführt. 

Grossmann betonte allerdings, dass die Stadt an viele Vorgaben der Sicherheit gebunden sei. Dass nicht immer alles so einfach sei, habe die Gruppe selbst bemerken müssen. Aber sicher sei durch bürgerschaftliches Engagement im Kurpark etwas für die Bürger bewegt worden. Ein Schild soll später daran erinnern. 

Den Erinnerungswert der Brücke an sich betonte der Bürgermeister. Viele Werler verknüpfen mit ihr mehr als nur einen Brückenschlag übers Wasser. Der Einsatz zum Erhalt sei beispielhaft, Bürgerengagement wirke neben Fachkenntnis. Die erneuerte Brücke sei die „Summe der Kompetenz aus Lebenserfahrung und Professionalität“, mit Änderungen im Detail. Fachleute gehen von einer Haltbarkeit über Jahrzehnte aus, lobte Grossmann.

Einen Richtspruch für eine Brücke habe er noch nie gehalten, sagte Clemens Gerbens, der mit seiner Firma und den Mitarbeitern Heinz Lazar und Osama Kattaa für den Brückenbau verantwortlich war. Erstmals. „Durch diese Brücke schließt sich also eine Lücke“, sagte Gerbens, der auf das Schnapsglas beim Richtspruch verzichtete „Glas ist im Kurpark nicht gut“ und statt dessen Details kund tat. Alle Hölzer seien aus Rohlingen geschnitten. Das Bauwerk sei ein Naturprodukt ohne chemische Behandlung. Das Eichenholz wurde aber mit 15 Litern Rapsöl bestrichen. Fünf Kubikmeter Holz wurden verbaut, das entspricht 4,5 Tonnen. Hinzu kommen 150 Kilo Schrauben. Das Bauwerk ist 16 Meter lang und 2,25 Meter breit. Das Holz wird nachdunkeln. Die Tragkonstruktion ist bis auf einen Ersatzbalken geblieben.

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