Ein Dorf hält zusammen

Hilfe für Oskar: Hilbecker sammeln für krankes Kind

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„Stell Dir vor, Deine Welt gerät auf einmal aus den Fugen“: So beginnt der kleine Text auf einem Flyer, der das schwere Schicksal einer Hilbecker Familie beschreibt. Ein Schicksal, das das Dorf bewegt und eng zusammenrücken lässt.

Werl-Hilbeck - Beim mittlerweile vierjährigen Sohn einer Familie ist im Januar ein Hirntumor diagnostiziert worden – und das genau in der Zeit, als die Familie einem freudigen Ereignis mit der Geburt des dritten Kindes entgegensah.

Plötzlich war und ist nichts mehr, wie es war. Lange Zeit hatte die Familie darum gebeten, bei kleineren Sammelaktionen für Oskar – zum Beispiel beim Schützenfest in Hilbeck und beim Bezirksschützenfest in Scheidingen – keine Öffentlichkeit herzustellen; der Anzeiger hielt sich daher zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte mit einer Berichterstattung zurück.

Welle der Hilfsbereitschaft

Nun aber schwappt eine Welle der Hilfsbereitschaft durch den Ort, und die Hilfsaktionen für Oskar rücken zunehmend in die Öffentlichkeit. Am Sonntag, 15. September, sammelt der SV Hilbeck im Willi-Hafer-Stadion beim „Familien-Sonntag“ (ab 11 Uhr) für das Kind und hat im Vorfeld Flyer mit einem Hilfsaufruf und einer Kontonummer für Spenden verteilt.

Mit der Familie ist das abgestimmt. Sie nehme die große Hilfsbereitschaft und Anteilnahme wahr und sei sehr gerührt, schildern Freunde dem Anzeiger. „Sie haben Gänsehaut.“ Vor allem seien sie dankbar für die vielfältigen Aktionen im Dorf. „Und sie fühlen sich gestärkt durch die Unterstützung“, sagt eine Freundin, die engen Kontakt zur Familie hat.

Tägliche Fahrten in die Klinik nach Essen

Trotz der hohen Belastungen durch die Situation und die täglichen Fahrten nach Essen in die Klinik zum Sohn verfolgt die Familie auch in den sozialen Netzwerken das Engagement von Vereinen und Privatpersonen. Gerne möchten sie nun auch über unsere Zeitung diesen Dank transportieren.

Die Eltern weilen so oft wie möglich beim Sohn, um ihn durch die Chemotherapie zu begleiten, die im Februar begann. „Der Papa begleitet Oskar in die Klinik und gibt alles, damit er die vielen medizinischen Maßnahmen gut durchhält. ‘Spaß haben’ steht da ganz oben auf der Liste. Das gilt auch für die Mama, wenn sie täglich zur Wachablösung kommt“, schildern die Freunde.

Das Dorf hält zusammen

Allerdings sei Hauptaufgabe der Mutter auch die Versorgung des Säuglings und der großen Schwester „Dass das ganze Dorf so zusammenrückt, ist eine tolle Erfahrung“, sagt die Freundin der Familie. Schließlich habe es im Ort in der Vergangenheit immer wieder mal Streit von Gruppen gegeben, sei es zum Thema Windkraft oder im Sportbereich.

Nun aber stehe das Dorf geschlossen hinter einer Familie aus seiner Mitte. Und die Hilfe tut Not, weil durch die Ausnahmesituation das Unternehmen der Familie zurzeit nur wenig Einkommen bringt. Die berufliche Aktivität des Vaters ist zurzeit nur eingeschränkt möglich.

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