Kneipe schloss vor vier Jahren

Trauer um langjährigen Wirt der Gaststätte Lindenhof

Vor vier Jahren schloss Heinz Humpert (sitzend, Zweiter von links) den Lindenhof und verabschiedete sich von den Sängern des MGV Einigkeit.
+
Vor vier Jahren schloss Heinz Humpert (sitzend, Zweiter von links) den Lindenhof und verabschiedete sich von den Sängern des MGV Einigkeit.

Als Gastgeber für Kegler, Radler, Taubenfreunde, Schützen, Sänger und viele andere war Heinz Humpert mehr als vier Jahrzehnte lang eine Institution im Werler Westen. Wie sehr ihn seine Gäste mit dem „Lindenhof“ identifizierten, merkte man schon daran, dass kaum jemand den eigentlichen Namen der Gaststätte nannte. Stattdessen hieß es nur: „Wir gehen zu Humpert.“ Die Gaststätte am Westuffler Weg schloss bereits vor vier Jahren. Nun müssen sich die Werler auch vom Gastwirt verabschieden.

Werl - Am 27. April starb Heinz Humpert im Alter von 77 Jahren.

Paul Kuhnert vom Männergesangsverein Einigkeit erinnert sich gerne an die Zeit zurück, die er mit seinen Sangesbrüdern „bei Humpert“ verbracht hat. „Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Er war so ein liebenswerter und freundlicher Mensch.“ Humpert habe dem MGV „aus der Patsche geholfen“, als der Verein sich plötzlich nicht mehr im vorherigen Stammlokal treffen konnte.

„Er hat damals spontan gesagt: Ich nehme Euch auf“, erinnert sich Kuhnert. Zum Abschied im Mai 2017 hat der MGV zusammen mit seinem fördernden Mitglied noch ein Bier getrunken und gesungen. „Man spürte damals, wie nah ihm das ging. Er hatte Tränen in den Augen. Wir hatten ein sehr herzliches und persönliches Verhältnis zu ihm und seiner Frau Anita“, so Kuhnert.

Lokal 1972 von den Eltern übernommen

1972 hatte Heinz Humpert das Lokal offiziell von seinen Eltern übernommen. Die hatten es bereits 1954 eröffnet, als nebenan die Siedlung für die kanadischen Soldaten errichtet wurde. Die Engländer, Schotten und Kanadier zählten viele Jahre zu den treuesten Gästen.

Der Biergarten wich einem dem großen Saal. Und auf der Kegelbahn wurde der Kegeljunge schnell gegen eine automatische Anlage getauscht. Doch sonst blieb im „Lindenhof“ lange Zeit vieles beim Alten. Auch gerade deshalb fühlten sich dort viele Gäste fast wie zuhause.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare